Ökumenisches Heiligenlexikon

Mansuetus von Mailand

italienischer Name: Mansueto


Mansuetus war ein Sohn der sehr reichen und mächtigen römischen Familie Savelli, die über Rom herrschte; aus ihren Reihen stammten auch ein Papst und viele Geistliche am päpstlichen Hof. Mansuetus Savelli wurde 672 als Nachfolger von Ampelius Bischof von Mailand. Auf den SynodenSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Mailand 679 und im Lateranpalast in Rom im selben Jahr stellte er sich gegen den Monotheletismus und unterstützte die theologische Position, dass in Jesus sowohl ein göttlicher als auch ein menschlicher Wille gegenwärtig war. Seine synodalen Verfügungen wurden von Papst Agatho hoch geschätzt und wurden auch Grundlage der Beschlüsse des 3. Konzils von Konstantinopel. Mansuetus starb an der Pest.

Erhalten ist ein Brief von Mansuetus an Kaiser Konstantin IV.

Mansuetus wurde in der Kirche San Stefano Maggiore, nach anderer Überlieferung in der Basilika Sant'Ambrogio bestattet.

Worte des Heiligen

Bischof Mansuetus von Mailand schreibt aus Anlass der Einladung zum 6. Konzil in Konstantinopel an Kaiser Konstantin IV. einen Brief und fügt den Text der mailänder LokalsynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. an:
Wir glauben, dass das Wort Gottes, d. h. der Sohn des Vaters, ohne Anfang gezeugt wurde: dass derselbe eine von den drei Hypostasen aus der heiligen Dreifaltigkeit ist, ewiger Sohn, zu unserer Begnadigung und zu unserem Heil vom Himmel herabgestiegen, dass das Wort Gottes Fleisch und Mensch geworden ist im Schoß der Jungfrau, sich wahrhaft vereinigte mit unserer Natur aus der heiligen und glorreichen Gottesmutter, der Jungfrau Maria, vollkommener Gott und vollkommener Mensch in zwei Naturen, nämlich der Gottheit und der Menschheit, gleichwesentlich mit Gott dem Vater gemäß der Gottheit, und derselbe gleichwesentlich mit uns gemäß der Menschheit: nicht in zwei Söhne aufgeteilt, sondern ein und derselbe Gottes- und Menschensohn, wahrhaft in zwei Naturen: in einer Hypostase bzw. Person, in Einheit von Gottheit und Menschheit, aus zwei vollkommenen Naturen nicht zwei Söhne, sondern ein und derselbe Gottes- und Menschensohn, bleibend, was er war, und begann zu sein, was er nicht war, da der Sohn des ewigen Vaters ohne Anfang Menschensohn wurde. Darum hat unser einer Herr Jesus Christus in sich selbst die Vollkommenheit der göttlichen Natur und die Vollkommenheit der menschlichen Natur und er ist der Eingeborene aus dem Wort, da aus Gott dem Vater geboren, und der Erstgeborene unter vielen Brüdern, denn der Sohn Gottes ist Menschensohn geworden. Daher bekennen wir auch zwei Geburten des eingeborenen Wortes Gottes: dass er vor den Zeiten aus dem Vater auf unvergleichliche Weise geboren wurde und seine Fleischwerdung aus der heiligen Gottesmutter und immerwährenden Jungfrau Maria; der vom Vater her herrlich erglänzte über unsere Einsicht hinaus, der von einer Mutter geboren wurde über unser Begreifen hinaus und, obwohl er wahrhaft Gott war, wahrhaft Mensch geworden ist. Darum bekennen wir die heilige und glorreiche und jungfräuliche Maria im eigentlichen und wahren Sinn als Gottesmutter, nicht weil das Wort Gottes aus ihr einen Anfang genommen hat, sondern weil in den letzten Tagen das eingeborene Wort Gottes, das vor den Zeiten war, ohne Veränderung aus ihr Fleisch geworden ist, und während er in seinen Zeiten unsichtbar war, wurde er in unseren Zeiten sichtbar; und obwohl er als Gott leidensunfähig war, verschmähte er es nicht, leidensfähiger Mensch zu sein und obwohl unsterblich den Gesetzen des Todes zu unterliegen. […]
Wir bekennen der Wahrheit entsprechend, dass unser Herr Jesus Christus zwei Naturen in der einen Hypostase der Gottheit und Menschheit besitzt. Dass unser ein und derselbe Herr Jesus Christus deshalb unvermischt und unveränderlich auch zwei natürliche Willen und zwei natürliche Wirkungsweisen hat als vollkommener Gott und vollkommener Mensch, das lehrt uns unsere Glaubensregel.

Quelle: Expositio fidei. In: Patrologia Latina 87, Sp.1266 f; eigene Übersetzung

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 04.09.2026

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 4. Band: M-P. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, Fortgesetzt von J. N. Ginal, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1875
• https://it.wikipedia.org/wiki/Mansueto_di_Milano - abgerufen am 30.08.2022

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