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Ökumenisches Heiligenlexikon

Antonius von der heiligen Anna Galvão de França

portugiesischer Name: Antonio de Santana

Gedenktag katholisch: 23. Dezember
nicht gebotener Gedenktag im Orden der Franziskaner-Observanten: 24. Oktober

Name bedeutet: der vorne Stehende (latein.: aus dem Geschlecht der Antonier)

Ordensmann, Priester
* 1739 in Guaratinguetá im Bundesstaat São Paulo in Brasilien
† 23. Dezember 1822 in São Paulo in Brasilien


Antonius' Vater Antonio Galvão de França war ehemaliger Hauptmann der Stadtmiliz und gehörte dem 3. Orden der Franziskaner und der Karmeliten an. Er betrieb ein Handelsgeschäft und war wegen seiner Freigiebigkeit bekannt. Die Mutter, Isabel Leite de Barros, brachte elf Kinder zur Welt, verstarb aber schon im Alter von 38 Jahren. Antonius erhielt ab 1752 eine solide humanistische Ausbildung in Belém im Seminar der Jesuiten, wo schon sein Bruder zur Schule ging. Wegen der politischen Einschränkungen gegenüber den Jesuiten und der Enteignung ihrer Besitztümer schloss er sich nicht diesem Orden an, sondern ging zu den durch Petrus von Alcántara reformierten unbeschuhten Franziskanern ins Kloster in Taubaté, nicht weit von seiner Heimatstadt.

1760 begann Antonio sein Noviziat im Bonaventurakloster in Rio de Janeiro, 1761 legte er seine Gelübde ab, 1762 wurde er zum Priester geweiht. Besonders am Herzen lag ihm die Lehre von der Unbefleckten Empfängnis Marias, den Namen ihrer Mutter Anna wählte er auch als Ordensnamen. Er kam nun nach São Paulo, um seine philosophischen und theologischen Studien zu vertiefen und um sich auch in der Seelsorge einzuüben. 1766 übereignete er sich der Mutter Gottes als ihr Sohn und ewiger Diener und unterzeichnete dieses Dokument mit seinem eigenen Blut. 1768 wurde er zum Prediger, Beichtvater für die Laien und zum Pförtner des Klosters ernannt. Er wurde ein gefragter Beichtvater und wurde zu Kranken gerufen, oft legte er dann bis zu 60 Kilometer zu Fuß zurück, auch um zu predigen oder Beichten zu hören. Weil sehr viele Kranke zu ihm kamen, folgte er eines Tages einer Eingebung und schrieb auf einem kleinen Streifen aus Reispapier auf Latein ein Stossgebet: Nach deiner Geburt, o Jungfrau, bliebst du unbefleckt; Heilige Gottesmutter, bitte vermittelnd für uns und faltete das Papier zu einer Pille zusammen; diese habe Heilungen von Krebskranken, von Menschen mit Nierensteinen und von Frauen mit komplizierten Schwangerschaften bewirkt und vielen bisher kinderlosen Ehepaaren zum ersehnten Nachwuchs verholfen.

1769 wurde Antonius von der heiligen Anna Seelenführer einer Gruppe von im Zölibat und in Klausur lebenden Laienfrauen namens As Recolhidas de Santa Teresa, in Zurückgezogenheit Lebende von der Heiligen Teresa in São Paulo. Schwester Helena Maria do Espírito Santo aus dieser Gemeinschaft erzählte ihm von ihren Visionen, ein neues Haus zu gründen. Antonius half, die alte Kapelle von Nossa Senhora da Luz zur Neugründung im Jahr 1774 zu verwenden und eine gemeinschaftliche Einsiedelei nach den Regeln des Karmelitenordens zu bilden. Die Gemeinschaft wuchs, nach dem Tod von Schwester Helena stand sie unter der alleinigen Leitung von Antonio; die Gebäude wurden erweitert, die dazugehörige Kirche konnte am Tag der Himmelfahrt der Maria 1802 eingeweiht werden. Antonius verfasste die Statuten der Gemeinschaft.

Kloster Nossa Senhora da Luz
Kloster Nossa Senhora da Luz

Vom Gouverneur von São Paulo wurde Antonius ins Exil geschickt, weil er dessen Sohn, der einen Soldaten zum Tode verurteilen ließ, kritisiert hatte. Nach kurzem Aufenthalt in Rio de Janeiro konnte er aber auf Grund der Proteste der Bevölkerung zurückkehren. 1798 wurde er zum Guardian des Franziskanerklosters in São Paulo ernannt, konnte aber auch weiterhin als geistlicher Berater der Schwestern und der Bevölkerung der Stadt tätig sein. Im selben Jahr erklärte ihn der Senat der Stadt São Paulo zum Mann des Friedens und der Nächstenliebe.

1802 wurde Antonius Berater des Provinzials beim Apostolischen NuntiusDer Apostolische Nuntius ist der Botschafter des Staates Vatikanstadt in einem Land. Zugleich vertritt er den Papst als Kirchenoberhaupt gegenüber den Ortskirchen dieses Landes. von Portugal; die Ämter des Generalvisitators und des Vorsitzenden des Ordenskapitels musste er auf Grund seines schlechten Gesundheitszustandes ablehnen. Auf Bitten des Bischofs von São Paulo gründete er 1811 die Frauenklausur von der Heiligen Clara in Sorocaba im Bundesstaat São Paulo. Als seine Kräfte nachließen und er nicht mehr täglich von seinem Kloster zum Haus der Schwestern von Nossa Senhora da Luz hin und zurück gehen konnte, erhielt er die Erlaubnis, im Schwesternhaus bleiben zu können, wo er in einem Zimmer hinter dem TabernakelDer Tabernakel (latein für Hütte, Zelt) ist in den katholischen Kirchen ein - künstlerisch gestaltetes - Sakramentshaus mit verschließbarer Tür; er dient als Aufbewahrungsort der in der Heiligen Messe gewandelten Hostien und des Weines, die nach katholischem Glauben Leib und Blut Christi sind. Das ewige Licht am Tabernakel zeigt die Aufbewahrung der Eucharistie im Tabernakel an. der Kirche starb.

Antonius wurde in der Kirche des Schwesternheims, die er selbst erbauen ließ, beigesetzt. Sein Grab wird noch heute von zahlreichen Gläubigen besucht; der von Antonius errichtete Gebäudekomplex des Klosters wurde 1988 durch die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Nonnen des Klosters da Luz in São Paulo stellen heute täglich 5000 Reispapierpillen mit dem Stoßgebet an Maria her und verteilen sie den Pilgern.

Kanonisation: Antonio von der heiligen Anna wurde 1998 durch Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Die Heiligsprechung erfolgte durch Papst Benedikt XVI. im Jahr 2007 in São Paulo. Antonio ist der erste gebürtige Brasilianer, der zur Ehre der Altäre der katholischen Kirche erhoben wurde.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 10.11.2014

Quellen:
• Eduardo Hoornaert u. a. ( Hrg.): História da Igreja no Brasil - Ensaio de Interpretação a partir do Povo - Primeira Época, Editora Vozes, Petrópolis 1977 - Pater Rainer Kröger, E-Mail vom 10. April 2007
• http://www.kath.net/detail.php?id=16726
• Wolfgang Kunath: Die Welt darf nicht so sein, wie sie ist. Stuttgarter Zeitung, 12. Mai 2007

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.