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Ökumenisches Heiligenlexikon

Dionysios von Zakynthos

Taufname: Gradenigos oder Draganigos Sigouros

Gedenktag katholisch: 17. Dezember
Übertragung der Gebeine nach Zakynthos: 24. August

Name bedeutet: dem (griechischen)
Gott Dionysos geweiht (griech.)

Metropolit von Ägina
* 1547 in Aigialos, heute Zakynthos auf Zakynthos in Griechenland
17. Dezember 1624 (?) im Kloster Anafonitria auf Zakynthos in Griechenland


Gradenigos / Draganigos war eines von drei Kindern von Mokios Sigouros und Paulina geb. Valvi, sein Vater war hoher Offizier in der venezianischen Armee. Die Vorfahren der Familie Sigouros hatten den Südwesten der Insel kultiviert und an der Seite der die Insel Zakynthos beherrschenden Venezianer gegen die Türken gekämpft, wofür sie geadelt worden waren.

Ikone in Dionysios' Zelle in Paliochóra auf Ägina
Ikone in Dionysios' Zelle in Paliochóra auf Ägina

Gradenigos / Draganigos wurde von Privatlehrern unterrichtet in Altgriechisch, Latein und Italienisch, in der Heiligen Schrift, den Kirchenvätern und der klassischen Theologie. Im Alter von 21 Jahren, nachdem seine Eltern gestorben waren, überließ er das Vermögen seinem Bruder und zog sich in das Kloster auf der Insel Strofades zurück, nahm den Namen Daniel an und reorganisierte das Kloster. 1569 wurde er von Philotheos, dem Bischof von Kefalonia und Zakynthos, zum Priester geweiht.

Reste des Klosters auf der Insel Strofades
Reste des Klosters auf der Insel Strofades

1577 wollte Daniel eine Wallfahrt ins Heilige Land unternehmen; er reiste nach Piräus, um von dort mit dem Schiff loszufahren, besuchte aber zuvor den Erzbischof von Athen, um seinen Segen zu erbitten; der war von ihm so beeindruckt, dass er ihn überredete, das vakante Bistum auf der Insel Ägina zu übernehmen.

Daniel residierte in der später ihm geweihten Kirche in der damaligen, um 1800 aufgegebenen und heute als verlassen weithin in Ruinen liegenden Inselhauptstadt Paliochóra und wohnte in der wenige Meter entfernten Zelle an einem Kastanienbaum; als Bischof nahm er den Namen Dionysios an zu Ehren von Dionysios „dem Areopagiten”; ordiniert wurde er in der Eleutherios-Kirche in Athen.

Dionysios' Zelle in Paliochóra auf Ägina
Dionysios' Zelle in Paliochóra auf Ägina

Dionysios lebte als Metropolit asketisch und er arbeitete Tag und Nacht, beschützte die Gläubigen, verfocht die Orthodoxie, kümmerte sich um die Armen und Bedürftigen, die Reichen und die Reeder suchten täglich seine Gesellschaft und seinen Rat. Noch heute ist ein steinerner Sitz in der damaligen Kathedrale erhalten, er wird von den Einwohnern Thron des Heiligen genannt. Von weither kamen Menschen auf die Insel, um ihn zu hören und zu sehen.

1579 gab Dionysios sein als Metropolit auf weil er befürchtete, dass das Lob der Menschen, die ihn in solche Höhen erhoben hatten, ihn in den Abgrund der Eitelkeit stürzen werde. Er kehrte auf die Insel Zakynthos zurück und wurde von Jeremia, dem Patriarchen von Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul - zum Suffraganbischof von Aigialos / Zakynthos ernannt.

Mosaik an der Dionysioskirche in Zakynthos-Stadt
Mosaik an der Dionysioskirche in Zakynthos-Stadt

Weil er für seine Dienste kein Geld nahm, geriet Dionysios in Konflikt mit dem Bischof von Kefalonia und Zakynthos; nachdem zudem eine Beschwerde beim Dogen in Venedig eingegangen war wegen einer Rechtsangelegenheit, gab Dionysios 1581 sein Amt als Weihbischof auf und zog sich zurück in das - wohl um 1453 gegründete, heute verlassene - Kloster Panagia Anafonitria, wo er auch Abt wurde; die von ihm bewohnte Klosterzelle ist dort erhalten und wird bis heute verehrt.

Hier suchte Anfang 1581 ein Mitglied der Familie Mondino Dionysios auf; der hatte dessen Bruder getötet, weil es Streit zwischen den Familien Mondino und Sigouros gab; Dionysios vergab ihm, verschaffte ihm ein Boot zur Flucht auf den Peloponnes und demonstrierte so seine eigene große Nachsicht. Die Liebe der Bevölkerung war so groß, dass Dionysios 1583 zum Priester an der 1560 erbauten Nikolauskirche in Aigialos gewählt wurde; das Amt übte er bis 1586 aus.

Dionysios' Silbersarkophag in der Dionysioskirche in Zakynthos-Stadt
Dionysios' Silbersarkophag in der Dionysioskirche in Zakynthos-Stadt

Dionysios wurde seinem Willen gemäß im Kloster auf der Insel Strofades bestattet. Drei Jahre nach Dionysios' Tod fand man seine Gebeine unverwest und den Geruch der Heiligkeit verströmend, die Mönche übertrugen sie deshalb in ihre Klosterkirche. Schon bald verehrten ihn die Menschen als Heiligen, weil sich viele Wunder ereigneten, hauptsächlich Krankenheilungen. Wegen der ständigen Piratenüberfälle auf das Kloster auf Strofades wurden Dionysios' Reliquien 1716 nach Zakynthos überführt, dort liegt sein weiterhin unverwester Leichnam in einem Silbersarkophag in der ihm geweihten Dionysioskirche in Zakynthos-Stadt. Daneben wurde ein großes Kloster errichtet, in das das Kloster aus Strofades verlegt wurde; in ihm wird in einem Museum über Dionysios und die Klöster informiert.

Kanonisation: Dionysios wurde 1703 mit Dekret des Ökumenischen Patriarchats offiziell heiliggesprochen.

Die Reste der früheren Inselhauptstadt Paliochóra auf Ägina mit 35 in mehr oder weniger gutem Zustand erhaltenen Kirchen sind auf Pflasterwegen ab der an der Straße gelegenen Kirche Timíou Stavroú zu besichtigen; gutes Schuhwerk und bekleidete Beine sind wegen des teils schlechten Zustand des Pflasters, des Bewuchses und des Vorhandenseins von Schlangen notwendig. (2019)
Das Kloster Panagia Anafonitria ist täglich von 9 Uhr bis 13 Uhr und von 16 Uhr bis 19 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. (2019)
Das Museum im Kloster an der Dionysioskirche in Zakynthos-Stadt ist täglich von 8 Uhr bis 19 Uhr, montags erst ab 12.30 Uhr, samstags und sonntags nur bis 15 Uhr geöffnet, der Eintritt beträgt 4,40 €. (2019)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 28.05.2019

Quellen:
• https://www.johnsanidopoulos.com/2009/12/saint-dionysios-of-zakynthos-1.html
• https://el.wikipedia.org/wiki/Άγιος_Διονύσιος_Ζακύνθου
• http://www.imzante.gr/mones-zakynthou/alles-mones-zakynthou/moni-anafonitrias-enoriakos-naos

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.