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Ökumenisches Heiligenlexikon

Gerhard I. von Toul

Gedenktag katholisch: 23. April
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Köln
in Nancy und St-Dié auch: 24. April
in Toul: Übertragung der Gebeine: 2. Oktober

Name bedeutet: der Speerstarke (althochdt.)

Bischof von Toul
* 935 in Köln in Nordrhein-Westfalen
† 23. April 994 in Toul in Frankreich


Gerhard, Sohn von Ingramm und Emma aus vornehmer Kölner Familie, wurde an der Domschule seiner Heimatstadt ausgebildet. Seine Mutter starb an einem Blitzschlag, das bewog ihn zum Eintritt in den geistlichen Stand, wo er durch strenge Askese und sein Streben nach Vollkommenheit auffiel. Als dem DomklerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. angehörend wurde er Cellarius, d. h. Aufseher über die Güter, und wohl auch tätig an der Hofkapelle. 963 ernannte Kaiser Otto I. ihn auf Vorschlag von Erzbischof Bruno I. von Köln zum Bischof von Toul; er wurde in Trier geweiht.

In Toul vertrat Gerhard die Politik des Kaisers gegen die westfränkischen Einflüsse und den Ortsadel; dabei half ihm sein Bruder Azelin, der zum Grafen von Toul ernannt worden war. Ihm gelang es, die Klöster Saint Èvre und Saint Mansuy in Toul sowie die Klöster in Bouxières-aux-Dames bei Nancy, in Moyenmoutier und in St-Dié wieder seinem Bistum einzugliedern und er gründete in Toul das Nonnenkloster St-Gengoul, das aber keinen Zulauf hatte und deshalb 986 ein Kollegiatsstift wurde. 970 erschien ihm der Überlieferung zufolge Maria am Fuß des Mont Saint-Michel, woraufhin er gemäß ihrem Wunsch dort eine Kirche errichtete, die heutige Kapelle Notre-Dame du Refuge, die zum Wallfahrtsort wurde. In Toul wurde unter Gerhard auch mit dem Bau der Stephanskathedrale begonnen. Sein Wirken als Bischof wird auch wegen seines Einsatzes bei einer Hungersnot und Pestepidemie 981 gelobt.

Gerhard wurde in der Kathedrale in Toul bestattet.

Kanonisation: Gerhard wurde 1050 von Papst Leo IX. heiliggesprochen.

Catholic Encyclopedia





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 07.09.2015

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Friedrich-Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. II, Hamm 1990
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 4. Herder, Freiburg im Breisgau 1995
• Robert Ernst: Lexikon der Marienerscheinungen, 5. Aufl. Anton-Ruhland-Verlag Altötting 1989

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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