Ökumenisches Heiligenlexikon

Luxorius und Cisellus und Camerinus

italienischer Name: Lussorio

Gedenktag katholisch: 21. August

Name bedeutet: L: der Leuchtende (latein.)
Ci: der Diesseitige (latein.)
Ca: aus Camarina - heute Ruinen bei Scoglitti auf Sizilien - stammend (latein.)

Märtyrer
21. August 303 auf Sardinien in Italien


Luxorius-Statue in der Kirche Santa Croce in Santu Lussurgiu
Luxorius-Statue in der Kirche Santa Croce in Santu Lussurgiu

Luxorius war der Überlieferung zufolge ein hochrangiger Mitarbeiter von Delphius / Delasius, dem Statthalter von Sardinien. Aus beruflichen Gründen erhielt er eine Bibel, begann darin zu lesen, bekehrte sich zum Christentum, begann zu beten und die Götzen zu verleugnen. Er wurde in der Zeit der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian denunziert und vor seinen Vorgesetzten gebracht; vor ihm verweigerte er den Götzendienst und wurde deshalb ins Gefängnis geworfen. Dann wurde er zu einem heidnischen Tempel nach Forum Traiani - an der Stelle der heutigen Kirche San Lussorio im heutigen Fordongianus - gebracht und dort enthauptet.

Zugleich mit Luxorius wurden die zwei Kinder Cisellus und Camerinus, die ebenfalls als Christen angezeigt worden waren, wegen ihrer Glaubenstreue auf Befehl des Statthalters enthauptet.

Kirche San Lussorio in Fordongianus
Kirche San Lussorio bei Fordongianus

Während es an der historischen Existenz von Luxorius keine Zweifel gibt, sind Cisellus und Camerinus wohl rein legendär. Erhalten ist eine Inschrift auf einer Marmorplatte aus dem 6. Jahrhundert in der im 12./13. Jahrhundert an der Stelle einer älteren erbauten Kirche San Lussorio bei Fordongianus, die den Ort des Martyriums von Luxorius bezeichnet; das Reliquienbehältnis in der Krypta dieser Kirche ist aber leer. Luxorius' Verehrung auf Sardinien wird bezeugt durch einen Brief von Papst Gregor „dem Großen” von 599 an den Bischof von Cagliari. Die Kirche Santa Croce im nach Luxorius benannten Ort Santu Lussurgiu auf Sardinien wurde 1185 ursprünglich ihm geweiht, noch heute ist dies die Kirche San Lussorio bei Borore auf Sardinien, wo sein Fest im April und vom 20. bis 22. August gefeiert wird.

Kathedrale und „schiefer Turm” in Pisa
Kathedrale und schiefer Turm in Pisa

722 wurden die Gebeine von Luxorius, Cisellus und Camerinus zugleich mit jenen von Augustinus von Hippo durch Langobardenkönig Liutprand von Sardinien nach Pavia überführt. Andere Überlieferung erzählt von der 1088 erfolgten Übertragung von Reliquien aus Sardinien nach Pisa, wo Luxorius auch unter dem Namen Rossore verehrt wird aufgrund der Verballhornung des Namens Luxorius in Ruxorius; die Reliquien werden heute in der Dal Pozzo-Kapelle des Campo Santo bewahrt.

Reliquien von Luxorius und Camerinus in der Dal Pozzo-Kapelle des Campo Santo in Pisa
Reliquien von Luxorius und Camerinus in der Dal Pozzo-Kapelle des Campo Santo in Pisa

1422 kamen Reliquien aus Pisa nach Florenz in die Kirche Ognissanti. Die Leidensgeschichte über Luxorius, entstanden kurz nach 1181, wird in der Zisterzienserabtei Heiligenkreuz in Österreich aufbewahrt.

Patron von -Pisa, Borore und Santu Lussurgiu auf Sardinien

Die Kirche San Lussorio bei Fordongianus kann nach Voranmeldung unter Tel. 0783 60157 täglich um 11 Uhr oder um 16 Uhr besichtigt werden, der Eintritt kostet 2,50 €. (2022)
Die Kathedrale in Pisa ist täglich von 10 Uhr bis 19 Uhr - im Sommer bis 20 Uhr - geöffnet, der Eintritt ist frei. Man muss aber zuvor dennoch ein Ticket lösen. Die anderen Einrichtungen auf der Piazza dei miraculi, also Baptisterium, Campo Santo und schiefer Turm sowie die Museen sind täglich schon ab 9 Uhr geöffnet, hierfür beträgt der Eintritt für ein einzelnes Objekt 7 €, für alle zusammen außer dem schiefen Turm 10 €. Die Besteigung des schiefen Turmes kostet 20 €. (2022)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 28.10.2022

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 3. Band: [I]K-L. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1869
• https://it.wikipedia.org/wiki/San_Lussorio - abgerufen am 10.01.2022
• http://www.santiebeati.it/dettaglio/91001 - abgerufen am 10.01.2022
• Infotafel an der Kirche San Lussorio bei Borore

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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