Ökumenisches Heiligenlexikon

Pamphilus und Gefährten

Gedenktag katholisch: 16. Februar
1. Juni

Gedenktag orthodox: 16. Februar

Gedenktag armenisch: 16. Februar

Gedenktag syrisch-orthodox: 16. Februar

Name bedeutet: der alles Liebende (griech.)

Bischof von Sulmona (?), Märtyrer (?)
* in Berytus - heute Beirut im Libanon
16. Februar 308 in Cäsarea in Israel


Pamphilus studierte in Alexandria, wo er die Werke Origenes kennen und schätzen lernte. Der als als besonders gelehrt geltende wurde in Cäsarea zum Priester geweiht und eröffnete dort eine Bibelschule und eine Bibliothek - diese habe 30.000 Bücher umfasst. Aus ihr bezog Eusebius von Cäsarea werrtvolle Informationen für seine Kirchengeschichte, auch Hieronymus benutzte sie. Pamphilus verfasste eine Apologie der lehren des Origenes in fünf Büchern, von denen nur das erste - von (Tyrannus) Rufinus ins Latein übersetzte - erhalten ist.

In der Christenverfolgung unter Kaiser Galerius wurde Pamphilus 307 vom Präses Urbanus verhaftet und zwei Jahre lang im Gefängnis gehalten; dessen Nachfolger Firmilianus gab ihn schließlich dem Märtyrertod durch Enthauptung preis. Mit ihm starben der Diakon Valens aus Jerusalem und Paulus aus Jamnia / Yavne sowie fünf ägyptische Christen, die auf der Rückreise von Cilicien waren, wo sie Zwangsarbeit zu leisten hatten.

Als Pamphilus' Diener Porphyrius Pamphilus' Leichnam bestatten wollte, wurde auch er gefangen genommen. Weil er sich weigerte, den heidnischen Göttern zu opfern, wurde auch er zusammen mit seinen Gefährten, dem Soldaten Seleucus, dem Diener des Statthalters Theodoulos (Theodotus) und dem Taufbewerber Julian und acht weiteren erhängt.

Eusebius von Cäsarea saß mit Pamphilus im Gefängnis, er verfasste die Lebens- und Leidensgeschichte von Pamphilus und seinen Gefährten und nahm aus Bewunderung für diesen den Beinamen Pamphilus an.

In mancher Überlieferung wird Pamphilus auch als Bischof von Sulmona bezeichnet.

Worte des Heiligen

An Origenes rühmt Pamphilos dessen Selbstbescheidung. Dazu schreibt er:

Wir jedenfalls sehen oft Aussagen, in denen er sehr gottesfürchtig und ganz demütig um Nachsicht bittet für das, was durch übermäßige Diskussion und vielfache Untersuchung der Schrift dem Geist des Forschenden passiert.
Wenn er etwas erklärt, pflegt er häufig hinzuzufügen und zu bekennen, dass er keine sozusagen definitive Aussage verkünde und nicht mit einem dogmatischen Lehrsatz schließe, sondern dass er nach Kräften forsche und den Sinn der Schriften erörtere und nicht behaupte, ihn ganz und vollkommen verstanden zu haben. Er sagt, er stelle eher Vermutungen über viele Dinge an, es sei aber nicht sicher, dass er bei allem verstanden habe, was vollkommen und die ganze Wahrheit sei.
Manchmal entdecken wir aber auch, dass er bekennt, bei vielen Dingen nicht weiter zu wissen. Dabei bringt er die in Frage kommenden Möglichkeiten zwar zur Sprache, schließt aber nicht mit Lösungen, sondern gesteht ganz demütig und wahrhaftig, ohne zu erröten, dass ihm dies nicht klar sei.
Wir haben auch gehört, dass er häufig folgendes hinzufügt, was heute sogar diese Gegner selbst, die überhaupt keine Ahnung haben, sagen: Wenn jemand besser über diese Stellen, die er erörtert habe, gesprochen oder sie erklärt habe, dann solle man lieber dem zuhören, der richtiger gesprochen habe, als ihm. Außerdem sehen wir, dass er manchmal verschiedene Erklärungen desselben Kapitels gibt. Nachdem er alles, was ihm aufgefallen ist, erklärt hat, schreibt er seinen Lesern ganz ehrfürchtig vor – als einer, der weiß, dass er über die heiligen Schriften spricht –, sie sollten die einzelnen Dinge, die er gesagt hat, prüfen und sich an das halten, was der kluge Leser als richtiger erkannt hat.
Denn auch ihm selbst war in der Tat klar, dass der Leser nicht alles, was er zur Sprache gebracht oder diskutiert hat, als geprüft und gesichert annehmen muss. Denn man glaubt ja, dass sich in den Schriften viel Mystisches und im Geheimen Verborgenes findet.


Pamphilos charakterisiert den Typus eines selbsternannten Glaubenshüters:
Manchmal sind seine [Origenes'] Ankläger Leute, die noch nicht einmal Griechisch können, andere sind in jeder Hinsicht unerfahren. Bei einigen stellt man fest, dass sie, auch wenn sie Erfahrung zu haben scheinen, trotzdem nicht den Eifer haben, sich mit seinen Büchern Mühe zu geben. Oder selbst wenn sie sie gelesen haben, dann sind sie nicht gleich so gebildet, dass sie in der Lage sind, auf die Höhe seines Geistes zu folgen, wo sie das, was jener in verschiedener Hinsicht zu Stellen und Fragen darzulegen pflegt, erkennen können. Viele gibt es, die, wenn man sie fragt, in welchen Büchern oder an welchen Stellen das steht, was sie als falsch darstellen, zugeben, dass sie das, wovon sie reden, zwar nicht kennen und nicht einmal gelesen haben, aber behaupten, sie hätten es von anderen gehört. Daraus wird jedem ersichtlich, wie lächerlich ihre ganze Aussage ist, wenn sie über etwas urteilen und es verdammen, was sie zuvor nicht studieren und verstehen konnten.

Quelle: Pamphilus von Caesarea: Apologia pro Origene. Apologie für Origenes, übersetzt von Georg Röwekamp, = Fontes Christiani, Bd. 80. Turnhout 2005, Nr. 3, S. 229 - 231; Nr. 7, S. 231 - 233

Zitat von Pamphilos:

Pamphilos zitiert Origenes' selbst, der vor allzu großer Selbstsicherheit bei der Beurteilung geistlicher Streitfragen warnte: Wenn jemandem bezüglich einer Streitfrage etwas Wichtiges auffällt, muss man zwar darüber sprechen, aber nicht in Form einer apodiktischen Behauptung. Das tut entweder ein unbesonnener Mensch oder jemand, der den Sinn für die menschliche Schwäche verloren und sich selbst vergessen hat. Oder es tun solche Männer, die schon vollendet sind und zuversichtlich wissen, dass sie vom Herrn Jesus selbst gelernt haben, das heißt, vom Wort der Wahrheit, und die von der Weisheit selbst, durch die alles geschaffen ist, Kunde haben. … Deshalb wagen wir zwar nicht, aus dem, was wir sagen, Verkündigung zu machen, wie es die Apostel konnten. Aber während viele ihre Unwissenheit nicht erkennen und ihre unzusammenhängenden und ungeordneten Gedanken, die manchmal sogar dumm und erdichtet sind, mit allem Nachdruck so, wie sie ihnen erscheinen, als sicherste Aussage verkünden, sind wir dankbar, dass wir unser Nichtwissen bezüglich der großen Dinge und derer, die über uns sind, nicht verkennen.

Quelle: Pamphilus von Caesarea: Apologia pro Origene. Apologie für Origenes, übersetzt von Georg Röwekamp, = Fontes Christiani, Bd. 80. Turnhout 2005, Nr. 13, S. 237

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 12.10.2019

Quellen:
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 7., Herder, Freiburg im Breisgau 1998

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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