Ökumenisches Heiligenlexikon

Antonia von Orléans

französischer Name: Antoinette d'Orléans-Longueville
auch: de Aurelia

1 Gedenktag katholisch: 22. April

Name bedeutet: aus dem Geschlecht der Antonier (latein.)

Priorin in Toulouse, Ordensgründerin und Äbtissin in Potiers
* 1572 in Trie, heute Trie-Château bei Beauvais in Frankreich
24. April 1618 in Potiers in Frankreich


Gemälde, um 1587, im Museum Louvre in Paris
Gemälde, um 1587, im Museum Louvre in Paris

Antonia, Tochter des hochadeligen Grafen Léonor d'Orléans-Longueville von Orléans und der Gräfin Marie de Bourbon, einer Nachfahrin von König Ludwig IX. von Frankreich, heiratete im Alter von 15 Jahren den 18-jährigen Herzog und General Charles de Gondi, mit dem sie zwei Söhne hatte. Als de Gondi im Mai 1596 den ihm als Besitz zugesagten Mont Saint-Michel einnehmen wollte, wurde er bei einem Gefecht getötet und zunächst in der Kirche des damaligen Kartäuserklosters - heute das Kloster der Visitantinnen - in Nantes bestattet. Antonia zog dann auf die im Familienbesitz stehende - heute in Ruinen liegende - Burg nach Machecoul bei Nantes und gründete in der Stadt das damalige Kapuzinerkloster - auf dem Gelände des heutigen Gymnasiums Saint Joseph - und ließ die Gebeine ihres innig geliebten Mannes dorthin übertragen.

1599 trat Antonia ins damalige Kloster - heute Sitz der liberalen jüdischen Gemeinde - der Feuillantinerinnen - einem strengen Reformzweig der Zisterzienserinnen - in Toulouse ein, wo sie den Namen Antoinette von der heiligen Scholastika annahm und 1604 Priorin wurde. 1605 nötigte ihre Tante Éléonore de Bourbon, die Äbtissin des mächtigen Klosters Notre-Dame in Fontevrault - dem heutigen Fontevraud-l'Abbaye bei Angers - sie, das Leben bei den Feuillantinnen in Toulouse aufzugeben, um bei der Reform des Ordens von Fontevraud zu helfen. Sie lehnte dann aber die Übernahme des Amtes der Äbtissin in diesem Kloster ab und gründete 1617 ihren eigenen neuen Orden, die Kongregation Bénédictines de Notre-Dame du Calvai, Benediktinerinnen Unserer Lieben Frau vom Kalvarienberg mit dem ersten damaligen Kloster - an der Stelle eines heutigen kommunalen Verwaltungsgebäudes - in Poitiers, dem sieben weitere folgten, darunter eines in Paris im Petit Palais du Luxembourg. Antonia starb im Ruf der Heiligkeit.

Der Orden der Benediktinerinnen Unserer Lieben Frau vom Kalvarienberg wurde 1621 von Papst Gregor XV. anerkannt. Die Kongregation wurde 1791 während der Französischen Revolution unterdrückt, Rosalia du Verdier de la Sorinière wurde in Angers guillotiniert. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts versammelten sich die Benediktinerinnen wieder und gründeten sieben neue Klöster. 1987 schloss sich der Orden der Kongregation von Subiaco an.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 29.08.2026

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 1. Band: A-D. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler und Franz Joseph Heim, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung, Augsburg, 1858
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Antoinette_d%27Orl%C3%A9ans-Longueville - abgerufen am 28.08.2026
• https://www.facebook.com/ToulouseArchives/posts/situ%C3%A9e-dans-le-quartier-de-saint-cyprien-la-rue-des-feuillants-tire-son-nom-de-l/1081022220495126/ - abgerufen am 28.08.2026
• https://www.persee.fr/doc/arcme_0153-9337_1999_num_29_1_941_t1_0256_0000_2 - abgerufen am 29.08.2026
• https://fr.wikipedia.org/wiki/B%C3%A9n%C3%A9dictines_de_Notre-Dame_du_Calvaire - abgerufen am 29.08.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.