Ambrosius Autpertus
Gedenktag katholisch: 19. Juli
Name bedeutet: der Unsterbliche (abgeleitet von der Götterspeise der griech. Mythologie)
Ambrosius wurde um 740 Mönch in dem kurz zuvor von Paldo, Tato und Taso von San Vincenzo gegründeten Kloster San Vincenzo al Volturno der Benediktiner nahe Capua. Der gebildete und geistvolle Gelehrte bemühte sich, die Lehren der Kirchenväter in seine Zeit zu übersetzen und trat für ein asketisches Christentum ein. Er vertiefte die theologischen Gedanken über die Mitwirkung von Maria bei der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus. Sein Hauptwerk war der Kommentar zur Offenbarung des Johannes, der die folgenden Kommentatoren stark beeinflusste. Von Oktober 777 bis Dezember 778 war er Abt seines Klosters.
Ambrosius starb im Rufe der Heiligkeit.
Worte des Heiligen
Ambrosius Autpertus äußert sich als Abt von
Benevent im Prolog zu einer Heiligenvita
grundsätzlich über den rechten Weg des Christen:
Der Stammvater des Menschengeschlechts wurde nach dem Bild Gottes geschaffen und in das
wonnevolle Paradies versetzt; dass er die Vorschriften des Lebens einhalte, dazu wurde er vom Leben selbst, das Gott ist,
ermahnt, und damit er dieses Leben nicht geringschätze, drohte er ihm den Tod an. Aber jener verachtete dies und verließ
aus freiem Willen den, der ihn geschaffen hat, und folgte dem, der ihn vernichten wollte. Gott aber kennt, da er die Wahrheit
ist, keine Lüge und so überantwortete er ihn dem ihm angedrohten Tod. Er hatte nämlich zu ihm und
seiner Frau gesagt: An dem Tag, an dem ihr vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse
essen werdet, werdet ihr sterben (1. Mose 2, 17). Dieser Urteilsspruch meinte nicht nur den Tod des Leibes, sondern auch den
der Seele. Da aber der allgütige Gott sah, dass der Mensch schmählich durch die überredenden Worte der Schlange getäuscht
wurde und dass er ein Gebilde aus gebrechlichem Stoff sei, wollte er nicht, dass er auf ewig verdammt sei.
Daher geschah es nämlich, dass der eingeborene Sohn Gottes Fleisch annahm
und für uns starb, damit nicht der Tod der Seele weiter in uns herrsche und dass wir, was wir in Adam verloren hatten, in
Christus wiedererlangten. Daher heißt es nämlich in der Schrift: Als die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn,
geboren aus einer Frau, unter das Gesetz gestellt, um diejenigen, die unter Gesetz standen, zu erlösen, damit wir zu seinen
Söhnen adoptiert werden. (Galaterbrief 4, 4f). Aber mit welcher Glut der Liebe er das für uns getan hat, kann keiner von mit
Worten erklären; es sagt nämlich der Gottessohn selbst: Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab
(Johannesevangelium 3, 16). Paulus wiederum sagt: Er hat mich geliebt und sich für
mich hingegeben. Von ihm sagt Paulus wiederum: Obwohl er in der Gestalt Gottes war, hielt er es nicht für einen Raub, Gott
gleich zu sein, sondern er hat sich selbst entäußert und die Gestalt eines Sklaven angenommen, er wurde Mensch wie wir und
wurde der Erscheinung nach als Mensch befunden. Er demütigte sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, dem Tod des Kreuzes.
(Philipperbrief 2, 6 - 8). Er verweilte in menschlicher Gestalt unter den Menschen als Mensch, ausgenommen die Sünde, zeigte
ihnen den Weg, auf dem sie zu den verlassenen Freuden zurückkehren können.
Wenn wir aber fragen, was dieser Weg sei, dann lasst uns auf den Herrn achten, der im Evangelium spricht: Ich bin der
Weg und niemand kommt zum Vater außer durch mich (Johannesevangelium 14, 6). Sieh wir haben vom Weg gehört, durch den wir
wieder die Heimat erlangen, lasst uns nun schauen, auf welche Weisen wir unsere Schritte zum Gehen lenken sollen. Wer sagt,
er bleibe in Christus, muss selbst gehen, wie jener gegangen ist. (1. Johannesbrief 2, 6). Wir wollen also anschauen, welches
diese Spuren Christi sind, welches die Schritte, mit denen er im Fleisch für uns gegangen ist. Um nicht zu reden über das
Übrige, was in der Fülle des Evangeliums berichtet wird: Er gelangte von der Taufe zur Versuchung und zum Fasten, vom Fasten
zum Verkündigen, vom Verkündigen zu Schimpf und Schande, von Schimpf und Schande zur Geißelung, von der Geißelung zur
Bespeiung, von der Bespeiung zum Kreuz, vom Kreuz zur Bestattung. Das sind nämlich die Schritte Gottes auf Erden, von denen
der Psalmist sagt: Deine Schritte wurden gesehen, o Gott, die Schritte Gottes meines Königs (Psalm 68, 25). Diese Schritte
gilt es nachzuahmen, sagt Petrus zu den Gläubigen: Christus hat für uns gelitten
und uns ein Beispiel hinterlassen, damit ihr seinen Spuren folgt (1. Petrusbrief 2, 21). Diesen Leiden zu folgen legt der
Weg selbst nahe: Wenn einer mir nachfolgen will, verleugne er sich selbst, er nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge
mir nach (Lukasevangelium 9, 23). Und Paulus sagt: Ferne sei, mich zu rühmen, außer im Kreuz Jesu Christi, durch den mir die
Welt gekreuzigt ist und ich der Welt (Galaterbrief 6, 14). Diese Schritte gehen auf dem engen Weg, der zum Leben führt.
Diese schreiten über Viper und Echse und zertreten Löwe und Drache: auf diesen Schritten wandelten die Apostel, ihnen folgten
die Märtyrer und Bekenner. Auf diesen Schritten gingen die vollkommenen Mönche einher, zu denen der Herr im Besonderen spricht:
Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin sanft und demütig im Herzen und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen!
(Matthäusevangelium 11, 29).
Quelle: Vita SS. Paldonis, Tasonis et Tatonis, Prologus. In: Patrologia Latina 89, Sp. 1519 - 1522; eigene Übersetzung
zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Schriften von Ambrosius gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.
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Klosters San Vincenzo al Volturno sind täglich
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 09.09.2026
Quellen:
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler,
Stuttgart / Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger.
Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 1. Herder, Freiburg im Breisgau 1993
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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