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Ökumenisches Heiligenlexikon

Gennadius II.

Taufname: Georgios
Beiname: Scholarios

Gedenktag orthodox: 31. August

Name bedeutet: ?

Patriarch von Konstantinopel
* um 1405 in Konstantinopel, heute Ístanbul in der Türkei
† nach 1472 in Serres in Griechenland (?)


Georgios war kaiserlicher Rat am Hof des byzantinischen Kaisers Johannes VIII. Palaeologus. Der wandte sich an Papst Eugen IV. und das Konzil von Basel mit der Bitte um Hilfe des Abendlandes gegen die Bedrohung durch die Türken und erklärte sich dafür auch zu Verhandlungen über eine Glaubenseinigung bereit.

Buchmalerei: des Patriarchen Gennadius' und seiner Bischöfe Brief an den Bischof von Rom über  das Problem der Simonie. Aus: Konstantin Daoud von Homs: Buch der kanonischen Schriften, 1866
Buchmalerei: des Patriarchen Gennadius' und seiner Bischöfe Brief an den Bischof von Rom über das Problem der Simonie. Aus: Konstantin Daoud von Homs: Buch der kanonischen Schriften, 1866

1438 wurde das inzwischen nach Ferrara verlegte Konzil eröffnet; Gennadius war Sekretär des daran teilnehmenden Kaisers. Am dritten Tagungsort dieses Konzils, in Florenz, kam es zur Einigung zwischen Ost- und Westkirche, im Juli 1439 wurde das von 115 Lateinern und 33 Griechen unterschriebene Dekret der Union mit den Griechen verkündigt.

Das griechische Volk aber lehnte die Union ab, der Papst konnte dem Kaiser nicht wie versprochen gegen die Türken helfen. Georgios schloss sich seinem früheren Lehrer an, dem Metropoliten == Markus Eugenikus von Ephesus - dem heutigen Selçuk -, der als Hauptgegner der Union mit Rom auf dem Konzil seine Unterschrift verweigert hatte. Georgios wurde nun Führer der antiunionistischen Partei in Konstantinopel. Am Hof in Ungnade gefallen, ging er ins Kloster des Pantokrator, von wo er seinen Kampf gegen die Union fortsetzte.

Das Unionswerk fand 1453 durch die Eroberung Konstantinopels durch die Türken sein Ende. Mehmed der Eroberer wollte, dass der verwaiste Patriarchenstuhl wieder besetzt werde, Georgios wurde gegen seinen Willen einstimmig gewählt. 1454 wurde er als Gennadius II. geweiht und bekam aus der Hand des Sultans den Hirtenstab. 1456 musste er sein Amt aufgeben und zog sich erst ins Kloster Vatopedi auf dem Athos, dann ins Prodromoskloster bei Serres in Makedonien zurück. 1462 und 1464 konnte er für kurze Zeit noch einmal sein Patriarchenamt ausüben.

Georgios schrieb Erklärungen zu Aristoteles und Porphyrius, übersetzte Werke von Thomas von Aquin ins Griechische und verfasste auf Wunsch des Sultans eine katechismusartige Darstellung der Hauptpunkte des christlichen Glaubens in 12 Paragraphen.

Catholic Encyclopedia





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 07.09.2015

Quellen:
• Friedrich Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †(Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. II, Hamm 1990

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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