Ökumenisches Heiligenlexikon

Ingenoc

auch: Indgannoc, Indgaznog

1 Gedenktag katholisch: 20. Januar

Name bedeutet: ?

Mönch
* in der Bretagne in Frankreich
um 700 in Wormhout bei Dunkerque in Frankreich


Ingenoc und seine Brüder Eumaël (Quadanoc) und Doetval waren der Überlieferung zufolge Söhne des Königs == Judaël von Domnonia - dem heutigen Devonshire -, der vor den eindringenden Sachsen in die Bretagne geflohen war. Die drei erhielten eine gute Ausbildung und schlossen sich dann Jodokus an in dessen Einsiedelei im heutigen Saint-Josse bei Boulogne-sur-Mer Mit ihm teilten sie an seinem Sterbebett die EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. und bewahrten dann seinen toten Körper. Dann gingen sie ins um 649 gegründete damalige Kloster Sithiu im heutigen Saint-Omer bei Calais zu Abt Bertin. Als Bertin von dem Edelmann Heremar auf dem später Mont-Saint-Vinoc genannten Hügel im heutigen Ort Wormhout ein Stück Land zur Errichtung eines neuen Klosters - an der Stelle des heutigen Ärztehauses - geschenkt wurde, schickte er Winnoc zusammen mit seinen ihn begleitenden Brüdern Eumaël, Ingenoc und Doetval dorhin, um ein Kloster zu gründen, das dann Martin geweiht wurde. Die begannen mit dem Bau der Kirche und starben vor ihrem jüngeren Bruder Winnoc.

Für Eumaël (Quadanoc) wird als Todesdatum das Jahr 716 angegeben.

Das damalige Kloster in Wormhout wurde 881 von den Normannen völlig zerstört und dshalb um 900 unter Balduin II. dem Kahlen, dem Grafen von Flandern, nach Bergues-Saint-Winoc - heute Bergues - bei Dunkerque verlegt.

Im 11. Jahrhundert wurde das Kloster Sithiu nach Abt Bertin in Saint-Bertin umbenannt. Im 12. Jahrhundert wurde es dem Verband der Benediktinerklöster von Cluny angegliedert und reformiertDie Reformen von Cluny gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Cluny in Burgund. Ziel war die strenge Beachtung der Benediktinerregel und Vertiefung der Frömmigkeit des einzelnen Mönches sowie eine neue Gewissenhaftigkeit bei der Feier des täglichen Gottesdienstes. Die Klosterwirtschaft sollte selbständig zum Erhalt des Klosters dienen können und die Klöster aus dem Herrschaftsanspruch der weltlichen Herren aber auch der Bischöfe herausgenommen und direkt dem Schutz des Papstes unterstellt werden.. Im Mittelalter stand es in hoher Blüte, seine Kirche war ein herausragendes Bauwerk der Gotik des 14. Jahrhunderts. 1791 wurde das Kloster in der Französischen Revolution aufgelöst und verfiel, die Steine wurden zum Bau des Rathauses verwendet. Heute sind Mauerreste erhalten und der Grundriss der Klosterkirche ist im Boden markiert.



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 08.06.2026

Quellen:
• M. de Garaby: Vie des bienheureux et des saints de Bretagne, pour tous les jours de l'année. L Pru'homme, St-Brieuc 1830, S. 412 - 414
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Wormhout#Personnalit%C3%A9s_li%C3%A9es_%C3%A0_la_commune - abgerufen am 07.06.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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