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Ökumenisches Heiligenlexikon

Heinrich Bullinger

Gedenktag evangelisch: 17. September

Name bedeutet: der reiche Schützer (althochdt.)

Pfarrer, Reformator
* 18. Juli 1504 in Bremgarten im Kanton Aargau in der Schweiz
† 17. September 1575 in Zürich in der Schweiz


Heinrich Bullinger wurde als Sohn des katholischen Priesters der Nikolauskirche von Bremgarten geboren. Nach dem Besuch der Lateinschule studierte er in Emmerich und 1519 - 22 in Köln an der beim Dom gelegenen Universität, wo Schriften von Erasmus von Rotterdam und Martin Luther großen Eindruck auf ihn machten. Er wurde dann Lehrer im Kloster der Zisterzienser in Kappel am Albis und legte in seinen Vorlesungen über die Paulus-Briefe den Grundstein für die Reformation dieses Klosters - es wurde 1527 aufgehoben. 1528 nahm er an der Berner Disputation in der Franziskanerkirche - an der Stelle des heutigen Casinos von Bern - teil, im selben Jahr wurde er in die Zürcher KirchensynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. aufgenommen. 1529 bis 1531 war er Pfarrer in seinem Heimatort Bremgarten - neben seinem Vater, der inzwischen auch zum reformierten Glauben übergetreten war.

Als die Reformierten bei der zweiten Schlacht von Kappel am 11. Oktober 1531 unterlagen und Huldreich Zwingli in den Kämpfen fiel, mussten auch Bullinger und sein Vater nach Zürich fliehen. Er erhielt den Auftrag, im Großmünster zu predigen und beeindruckte so, dass es vielen vorkam, Zwingli sei nicht tot, sondern er sei gleich einem Phoenix wieder erstanden - so Zwinglis Freund Oswald Myconius.

ehemaliges Zisterzienser-Kloster in Kappel am Albis
ehemaliges Kloster der Zisterzienser in Kappel am Albis

Nach zwei Monaten wurde Bullinger zum Nachfolger Zwinglis als Kopf der Zürcher Kirche gewählt. Er sah sich selbst immer nur als Nachlassverwalter Zwinglis, aber er prägte durch seine mehr als 7000 Predigten, seine Schriftauslegungen und die Leitung der SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. des Stadtstaates Zürich über 44 Jahre die Reformation. In der Prädikanten- und Synodalordnung von 1532 schuf er eine dauerhafte Kirchenverfassung, welche die Beziehungen zwischen Kirche und Obrigkeit im Sinne eines Staatskirchenmodells regelte; die scharfe Form der Kirchenzucht, wie sie von Johannes Calvin in Genf geübt wurde, lehnte er ab. Bullinger baute das Schul- und Stipendienwesens aus, gegenüber der Obrigkeit trat er für die Interessen von Kirche und Pfarrerschaft ein.

Denkmal am Großmünster in Zürich
Denkmal am Großmünster in Zürich

Bullinger gelang es, die Stellung der reformierten Kirche in Zürich, in der Schweiz und im Protestantismus insgesamt zu stärken. Um Martin Bucers Einigungsbestrebungen unter den verschiedenen Strömungen der Reformation entgegenzukommen, arbeitete er zusammen mit Oswald Myconius und Johann Jakob Grynäus 1536 die Confessio Helvetica aus. Die Konkordienverhandlungen mit Luther zur Vereinigung von lutherischer und reformierter Kirche scheiterten zwar 1538, mit Johannes Calvin verständigte sich Bullinger aber 1549 im Consensus Tigurinus in der Abendmahlsfrage und ermöglichte so eine Einigung der reformierten Kirchen. Er verhinderte gegen starken Druck die Teilnahme der reformierten Schweizer Kirchen am Konzil von Trient. Weithin erfolglos blieb sein Versuch, von den Lutheranern eine Duldung der reformierten Gemeinden auf deren Territorium zu erreichen. Ebenso scheiterte sein Vorschlag an die katholische Kirche, sie möge alle Kirchen anerkennen, deren Lehre auf den altkirchlichen Bekenntnissen fuße, und die Taufe als einigendes Band sehen.

Bullinger verstand sich trotz seiner Leitungsaufgaben vor allem als Seelsorger und Prediger. Er suchte aufzuzeigen, wie Gott auch vom Schicksal gezeichneten Menschen neue Wege weisen kann, und verfasste Handbücher zur Seelsorge am Krankenbett und in Ehefragen. Sein Haus war eine Heimstatt für viele Flüchtlinge. Seine gedruckten Predigten waren in ganz Europa verbreitet. Rund 12.000 Schreiben aus seinen Briefwechseln mit Gelehrten und Reformatoren des 16. Jahrhunderts sind erhalten, Bullinger übte großen Einfluss aus auf die Reformation in der Schweiz, in Deutschland, England, Polen und Litauen. Sein 2. Helvetisches Bekenntnis wurde zur Zusammenfassung der reformierten Lehre in der Schweiz und im Ausland und ist noch heute die verbindliche Glaubensgrundlage der reformierten Kirchen in Osteuropa. Auch als Dramatiker trat Bullinger hervor und mehrere Arbeiten verfasste er zur Geschichte der Schweiz.

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Das Großmünster in Zürich ist täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, der Kreuzgang montags bis samstags von 10 Uhr bis 17 Uhr (2015)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 19.09.2015
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen: