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Ökumenisches Heiligenlexikon

Johanna Maria Bonomo

Gedenktag katholisch: 1. März

Name bedeutet: J: Gott ist gnädig (hebr.)
M: die Beleibte / die Schöne / die Bittere / die von Gott Geliebte (aramäisch)

Äbtissin, Mystikerin
* 15. August 1606 in Asiago in Italien
† 22. Februar 1670 in Bassano del Grappa in Italien


Johanna Maria wurde von Klarissinnen in Trient erzogen und trat 1622 in Bassano del Grappa dem Benediktinerorden bei. Sie wurde Novizenmeisterin, Priorin, dreimal war sie Äbtissin. Sie war mystisch begabt, litt unter schweren körperlichen und seelischen Krankheiten und trug die Wundmale des gekreuzigten Jesus mit Demut und Geduld. Zahlreiche ihrer rund 40 Schriften über asketisches Leben und das Leiden Christi sowie autobiographische Aufzeichnungen sind bis heute erhalten und teilweise weit verbreitet.

Reliquien in der Kirche in Asiago
Reliquien in der Kirche in Asiago

Johanna Marias Gebeine werden in der Kirche della Misericordia in Bassano del Grappa aufbewahrt und verehrt, Reliquien liegen seit 1970 auch in der Matthäus geweihten Kirche in Asiago.

Kanonisation: Papst Pius VI. sprach Johanna Maria 1783 selig; das Heiligsprechungsverfahren ist eingeleitet.
Attribute: mit Taube

Worte der Seligen

Häufig sagte Johanna Maria Bonomo:
Ich will Sie in meine Gebete einschließen, aber ein Nichts bewirkt nichts und aus nichts wird nichts (nulla fa nulla).
Um eine Erklärung gebeten, schrieb sie:
Durch mein Sein oder besser Nichtsein bin ich ein wahres Nichts; nehme ich noch die Sünde hinzu, so bin ich noch weniger als ein Nichts, denn sie scheidet mich von dem, der alles in allem ist. Null und null gibt null oder nichts. Wenn dann aber jenes höchste Gut, das alles in allem ist, eine Zahl hinzusetzen will, die den vielen Nullen Wert und Bedeutung gibt, so wird dies sein Eigentum und ich kann mir nichts davon aneignen als das Nichts, die Null; das heißt, wenn er mir die Gnade gibt, etwas zu tun, zu leiden, ein Liebeswerk, eine Abtötung zu üben, so füge ich vermöge meines Nichts doch nur eine Null dazu, das übrige gehört ihm. So erkenne ich, dass alle Ehre ihm gebührt, der alles wirkt. Welche Ehre sollte dem Nichts zukommen, wie könnte es sich rühmen? Gewiss ein eitler Ruhm! Eines nur wirkt das Nichts: Es kann (natürlich nur mit der Gnade) wünschen, etwas zu tun. Dann ist es die Liebe Gottes, die aus dem Nichts etwas macht. Aber auch dieses kommt nur von ihm (da wir ohne ihn nicht einmal etwas Gutes denken können), so dass ich im Grunde doch nichts bin. Aber Gott will in seiner Güte, indem er uns so viel Gnade und Hilfe schenkt, uns aus dem Nichts herausheben, wenn wir nur wollen und nicht widerstehen, wozu er uns den freien Willen gegeben hat. Aber das Gutes ist ganz sein. …
Diese Wahrheit, recht erfasst, verursacht in der Seele durchaus nicht Traurigkeit und Kleinmut, sondern macht sie im Gegenteil freier, bereitwilliger, beherzter, indem sie klar erkennt, dass, wenn sie nicht widersteht, Gott in ihr wirkt, wie es ihm gefällt, und dass er sie als Werkzeug zu seiner Ehre gebraucht, wenn sie sich ihm ganz hingibt, ihm gehorcht und, was sie ihm versprochen hat und als Pflicht erkennt, erfüllt.
Wenn gar eine Seele sich Gott geweiht hat, so gibt er ihr eine weite herrliche Freiheit in völliger Selbstentäußerung und Willenshingabe. Er verfährt mit ihr, wie mit einem Kautschukball, der, zu Boden geschleudert, hoch aufspringt. Je stärker Gott die Seele durch Widerwärtigkeit zur Erde niederschlägt, um so höher erhebt sie sich wieder von der Erde zu Gott.

Quelle: Fridolin Segmüller OSB: Leben der seligen Johanna Maria Bonomo - aus dem Orden des hl. Benedikt. St. Ottilien 1924, S. 281f

Zitate über Johanna Maria Bonomo:

Im Alter von 18 Jahren erschien ihr Jesus und lehrte sie beten: Er lehrte sie, sie solle bei der Meditation nicht zu viel Worte machen, sie solle sich nur das Geheimnis vergegenwärtigen und dann auf die Wirkung achten und darauf, [sich selbst] darzubringen, zu bitten und Akte der Ergebung, der Zerknirschung und der Liebe zu erwecken und ähnliches, aber sich zu vieler Worte zu enthalten; auch solle sie sich nicht damit abmühen, sich den Ort und die Personen vorzustellen, sondern sich einfach in einem tiefen Glaubensakt das Geheimnis vergegenwärtigen. So würde sie ein gutes und sicheres Gebet verrichten.

Die Sinnhaftigkeit des Gebets für die Sterbenden: Der Herr ließ sie einmal alle Teile der Welt und alle Art von Völkern sehen, zu Meer und zu Land, Große und Mächtige, Arme und Reiche, Ordensleute und Weltleute, mit ganz verschiedenen Bedürfnissen und auch Gnaden und anderem. Er ließ sie auch in einem Augenblick sehen und den Blick darauf richten, wie in der ganzen Welt 14.000 [d.h. sehr viele] Personen im Sterben lagen und wie sie ihr sehr dankbar waren für das Gebet, das sie für sie verrichtete.

Quelle: Maria Elisabetta Bottecchia Dehò: Misticismo nella beata Giovanna Maria Bonomo (1606 - 1670). Indagini su un testo autobiografico inedito. Roma 2002, S. 68f, 89f, 78f; eigene Übersetzung

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 30.01.2020

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Ekkart Sauser. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. XXIII, Nordhausen 2004

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.