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Ökumenisches Heiligenlexikon

Marcellinus


Marcellinus war der Überlieferung nach römischer Priester und wurde zusammen mit Petrus unter Diokletian zum Märtyrer.

Marcellinus und Petrus wurden seit dem 4. Jahrhundert in den Katakomben an der Via Labicana, die heute nach ihnen benannt sind, verehrt. Papst Damasus I. verfasste das Epigramm über ihrem Grab, das die Legende ihres Martyriums erzählt - angeblich nach dem Zeugnis des Henkers, der sie enthauptete und bestattete. Neben der nach ihnen benannten Katakombe erbaute Kaiser Konstantin die ihnen geweihte Basilika SS. Marcellino e Pietro ad Duas Lauros und das Mausoleum für seine Mutter Helena. Eine legendarische Leidensgeschichte wurde wohl um 600 verfasst, seitdem gehören sie zu den im römischen Messformular angerufenen Heiligen und wurde die Kirche SS. Marcellino e Pietro ihnen geweiht. Beda „Venerabilis” berichtete über die beiden, das Martyrologium des Ado von Vienne nennt sie.

Zusammen mit Marcellinus und Petrus werden auch Thomatus und Rogatus sowie weitere Gefährten verehrt: die Acta Sanctorum und das Martyrologium Romanum nennen 42, ein altes Martyrologium aus Trier nennt sogar 400 an und Notker Balbulus schreibt 180 Martyrer und weit darüber.

Besonders in der Zeit der Karolinger erlangte ihre Verehrung großen Aufschwung, weil ihr Bestattungsort der des Kaisermausoleums für Konstantins Mutter war. Einhard entwendete deshalb Gebeine von Marcellinus und Petrus, überführte sie erst nach Steinbach im Odenwald und - wohl 827 - nach Ober-Mühlheim am Main, daraufhin wurde dessen Ortsname in Seligenstadt geändert und die beiden zu Schutzpatronen des Karolingerreiches erklärt. Reliquien kamen auch nach Soissons. Aus Seligenstadt wurden Gebeine für St. Bavo in Gent, St. Servatius in Maastricht und nach Vallendar verschenkt. Aus Rom kamen solche im 11. Jahrhundert nach Cremona; deren Echtheit konkurriert mit denen in Seligenstadt. Reliquien werden auch im Kloster der unbeschuhten Trinitarier in Socuéllamos bei Ciudad Real in Spanien verehrt.

Patron von Seligenstadt und Piedimonte Matese bei Neapel

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 02.04.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 6., Herder, Freiburg im Breisgau 1997