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Ökumenisches Heiligenlexikon

Notker Balbulus

deutscher Beiname: der Stammler
auch: Notker von St. Gallen, Notker Poeta (der Dichter)

Gedenktag katholisch: 6. April
gebotener Gedenktag im Bistum Sankt Gallen: 7. Mai
Erhebung oder Niederlegung der Gebeine in St. Gallen: 8. April

Gedenktag evangelisch: 6. April

Name bedeutet: der Speer in der Not (althochdt.)

Mönch, Dichter
* um 840 auf der Burg in Jonschwil im Kanton St. Gallen in der Schweiz
† 6. April 912 in St. Gallen in der Schweiz


Notker, Sohn einer lokalen Adelsfamilie, war mit einem Zahnfehler geboren, der sein Sprachvermögen beeinträchtigte, was er selbstironisch zu seinem Beinamen machte. Noch als Kind kam er ins Kloster St. Gallen. Dort wurde er in den klassischen Sprachen und klassischer Literatur ausgebildet. Er wurde Leiter der Klosterschule, war literarisch und musikalisch tätig und führte damit das Kloster zu großer Blüte. Über Gallus verfasste er eine Lebensgeschichte und eine Abhandlung; De sancto Stephano stellte den ersten Märtyrer des Christentums in vier Hymnen dar. Sein Hauptwerk war das um 884 verfasste Liber Hymnorum, Buch der Hymnen für die Feste des Kirchenjahres, das einen Höhepunkt mittelalterlicher Dichtung markiert und Notker zum wichtigsten geistlichen Lyriker seiner Zeit machte. Die Melodie eines Pfingstliedes habe er nach dem Takt eines knarrenden Mühlrades geschrieben.

Burg in Jonschwil
Burg in Jonschwil

Notker löste die Dichtung von den metrischen Formen der Antike und eröffnete ihr so neue, volkstümliche Ausdrucksmöglichkeiten in bilderreicher Sprache, die subjektivem Fühlen Raum gibt. Seine Gesänge sind melodiös, ihre Wortwahl schlicht, so dass sie auch ohne Lateinkenntnisse gesungen werden können. Eines der bedeutendsten Lieder des Abendlandes wurde Media vita in morte sumus, durch Luther 1524 eingedeutscht als Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen (EG 518; GL 654)

883 schrieb er eine anekdotische Biografie über Karl den Großen, die Gesta Karoli Magni, die allerdings mehr das Ideal eines gerechten, menschenfreundlichen und christlich-tugendhaften Herrschers beschreiben als historisch gesicherte Tatsachen und Notker als humorvollen Erzähler aufweisen .

Notkers Reliquien ruhen in der Klosterkirche in St. Gallen. Seine Lebensgeschichte verfasste um 1230 ein Mönch Ekkehard zur Unterstützung der ab 1215 von Abt Ulrich angestrebten Seligsprechung.

Kanonisation: Notker wurde 1513 seliggesprochen, diese Verehrung wurde 1624 bestätigt.
Patron des Bistums St. Gallen

Catholic Encyclopedia

  Schriften von Notker und seine Lebensgeschichte gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 08.08.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• www.ib.hu-berlin.de/~wumsta/Milkau/p122.html
• Gerhard Raff: Zwei bedeutende schwäbische Geschichtsschreiber. Stuttgarter Zeitung, 5. April 2012
• Chronik-Kalender 2012, Harenberg, Dortmund 2011
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 7., Herder, Freiburg im Breisgau 1998