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Ökumenisches Heiligenlexikon

Philipp Friedrich Hiller

Gedenktag evangelisch: 25. April

Name bedeutet: P: der Pferdefreund (griech.)
F: der Friedensreiche (althochdt.)

Pfarrer, Liederdichter
* 6. Januar 1699 in Mühlhausen bei Vaihingen an der Enz in Baden-Württemberg
† 24. April 1769 in Steinheim bei Heidenheim in Baden-Württemberg


Philipp Friedrich Hiller
Philipp Friedrich Hiller

Hiller wurde als Sohn eines Pfarrers geboren, aber schon als er zwei Jahre alt war, starb sein Vater. Im Alter von acht Jahren war Hiller mit seiner Mutter und seinem Stiefvater auf der Flucht vor den mordenden und plündernden Soldaten der französischen Besatzung. Schon früh wurde seine außerordentliche Begabung als musikalisches Wunderkind deutlich. Er wurde ab 1713 in der Klosterschule in Denkendorf Schüler von Johann Albrecht Bengel, ab 1719 Student der Theologie am Stift in Tübingen, wo er 1724 das Examen ablegte.

Nach einigen Stellen als Vikar und zwei Jahren als Hauslehrer in Nürnberg wurde er 1732 Pfarrer in Neckargröningen bei Ludwigsburg und heiratete eine Pfarrerstochter. Sein Talent als Liederdichter stellte er bei der Vertonung des Paradiesgärtleins, einer Gebetssammlung des Theologen Johann Arndt, unter Beweis.

Peterskirche in Steinheim
Peterskirche in Steinheim

1748 wurde Hiller Pfarrer in Steinheim bei Heidenheim. Seine elf Kinder stellten ihn wegen seines niedrigen Gehalts vor ständige Versorgungsprobleme, auch ein 1751 plötzlich auftretendes Halsleiden bereitete ihm Kopfzerbrechen. Ein anonymer Geldgeber sorgte für Linderung der finanziellen Situation, aber auch Medikamente konnten den drohenden Verlust der Stimme nicht aufhalten. Hiller konnte nicht mehr predigen, das besorgte nun ein Vikar; Hiller selbst musste sich auf Seelsorge und Erbauungsstunden im privaten Kreis beschränken, er widmete sich nun vertieftem Bibelstudium und seinen Dichtungen. Die Krankheit veranlasste eine Gruppe von Gemeindegliedern, beim zuständigen Dekan Hillers Amtsenthebung zu fordern. Einer Überlieferung zufolge habe die Beschwerdedelegation auf dem Weg dorthin ein Liedmanuskript ihres Pfarrers gefunden, das dieser verloren hatte. In Unkenntnis der Autorenschaft hätten sie den Dekan gebeten, ihnen statt ihres stimmlosen Pfarrers einen richtigen Pfarrer zu vermitteln, der solche Lieder komponieren könne. Als sie beim Schlichtungsgespräch diesen Wunsch erneuerten, hätte der Dekan ihnen ihren eigenen und stimmlosen Pfarrer als Autor vorgestellt, worauf die Beschwerdeführer vor Scham gerne im Boden versunken wären. Hiller blieb im Amt.

In dieser Zeit enstanden die beiden Teile seines Geistlichen Liederkästleins. Der erste Teil erschien 1762 und enthält 366 Werke aus Hillers Frühzeit und Lieder über die Gebete in Arndts Paradiesgärtlein, sein thematischer Schwerpunkt ist das Gotteslob. Im zweiten Teil, 1767 erschienen, sind 732 Lieder zu ausgewählten Bibelworten enthalten, sein Schwerpunkt ist die Hoffnung auf die Wiederkunft Christi und das vollkommene Heil mit dem Ende von Krankheit und Leid. Hiller schrieb jeweils neue Texte zu alten, bekannten Melodien. Die Lieder der Geistlichen Liederkästlein unterscheiden sich durch ihre knappe und nüchterne Sprache von dem eher süßlichen und überschwänglichen Stil des Halle'schen Pietismus und der Herrnhuter Bewegung Zinzendorfs. Die streng auf Christus bezogenen Texte setzten sich von der Aufklärung ab, die auch in der Kirche inzwischen Wurzeln schlug. Das Lob Gottes sei sein Anliegen, schrieb Hiller in der Vorrede zum ersten Liederkästlein. Er starb nach einem Schlaganfall.

Insgesamt hat Hiller über tausend Lieder getextet, das Lied Jesus Christus herrscht als König (EG 123) wird vielfach zu den schönsten Kirchenliedern des 18. Jahrhunderts gerechnet. Seine Texte fanden schnell Eingang in den Erbauungsstunden der Gemeinschaften im schwäbischen Pietismus; ins offizielle Kirchengesangbuch wurden sie erst 1842 auf Initiative von Albert Knapp aufgenommen. Heute enthält das Evangelische Gesangbuch vier Lieder mit Texten von Hiller.

In Steinheim wurde das Schulzentrum nach Philipp Friedrich Hiller benannt.

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Die Peterskirche in Steinheim ist täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr zur Besichtigung geöffnet. (2016)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 12.10.2016

Quellen:
• Evangelisches Gesangbuch. Gesangbuchverlag, Stuttgart 1996
• Kurt Rommel: Stimme des stummen Pfarrers. Evang. Gemeindeblatt für Württemberg, 1/1999
• Joachim Schnürle: Man duldet Gott zu Lobe und rühmt sich seiner Huld! 250 Jahre Hillers Liederkästlein, Deutsches Pfarrerblatt 11/2012
• http://www.steinheim-evangelisch.de/17.html

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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