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Ökumenisches Heiligenlexikon

Sigismund von Burgund

auch: Sigmund

Gedenktag katholisch: 1. Mai
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Sitten und München-Freising: 2. Mai
Übertragung der Gebeine von Prag ins Hospiz nach Nürnberg 1630: 21. März
Übertragung der Gebeine: 29. April
in München-Freising: Übertragung der Gebeine: 5. September
Niederlegung der Gebeine: 27. September

Name bedeutet: der siegreiche Schützer (althochdt.)

König von Burgund
* um 474 in Burgund in Frankreich
† 1. Mai 524 in Coulmiers in Frankreich


Sigismund war der Sohn von König Gundobald von Burgund, einem Anhänger des Arianismus. 497 ließ er sich gegen den Willen seines Vaters von Bischof Avitus von Vienne taufen. Durch sein Vorbild bekehrten sich viele Menschen vom Arianismus zur katholischen Kirche. Ab 508 Mitregent seines Vaters, gründete er 515 die Abtei St-Maurice d'Agaune und begann mit der Wiederherstellung der Kathedrale St-Pierre in Genf. 516 bestieg er den Thron. 517 unterstütze er das Konzil in Epao - dem heutigen Yenne en Bugey -, das strenge Maßnahmen gegen die Arianer und zur Wiederherstellung des katholischen Glaubens beschloss.

Sigismunds zweite Gemahlin, eine Dienerin seiner verstorbenen ersten Frau, der Ostgotenprinzessin Ostrogotha, verleumdete seinen Sohn Sigrich, den er als Empörer verdächtigte und 522 erdrosseln ließ. Zur Buße erneuerte er das Kloster in St-Maurice im Wallis. Als er von äußeren und inneren Feinden zunehmend bedrängt wurde, wollte er sich selbst dorthin zurückziehen, wurde aber 523 vom Frankenkönig Chlodomir besiegt und gefangen genommen. Dieser ließ Sigismund in Coulmiers bei Orléans mit seiner Frau und den zwei Söhnen Gislahad und Gundobad in einen Brunnen stürzen; er galt deshalb als Märtyrer.

Neroccio de' Landi: Maria mit dem Jesuskind, Antonius dem Großen (links) und Sigismund (rechts), um 1495, National Gallery of Art in Washington
Maria mit dem Jesuskind, Antonius dem Großen (links) und Sigismund (rechts), um 1495, National Gallery of Art in Washington

Drei Jahre nach Sigismunds Tod wurde sein Leichnam von Mönchen des Mauritiusklosters erhoben und in der Johannes-Kapelle des Klosters in St-Maurice beigesetzt. Gregor von Tours interpretierte das Schicksal des Königs als Besserung durch Gott und Buße der Schuld noch im Diesseits; auch die Heilerfolge von Messfeiern für Fiebernde in seinem Namen bewiesen für ihn seine Aufnahme unter die Heiligen. Teile seiner Gebeine erbat Kaiser Karl IV. 1354 und 1366 für Prag und Freising, seitdem strahlte die Verehrung bis nach Polen und Ungarn aus. Auch in der Pfarrkirche in Matzenheim im Elsass und in der Klosterkirche in Einsiedeln liegen Reliquien. Die Gebeine seiner beiden Söhne werden ebenfalls in St-Maurice verwahrt.

Patron von Cremona; gegen Fieber, Sumpffieber und Bruchleiden

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon




Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 15.02.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 9. Herder, Freiburg im Breisgau 2000