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Ökumenisches Heiligenlexikon

Thekla von Ikonium

Gedenktag katholisch: 23. September
Hochfest in der Stadt Tarragona
nicht gebotener Gedenktag im Erzbistum Burgos, im mozarabischen      Der mozarabische Ritus, auch „westgotisch” oder „altspanisch” genannt, ist eine Liturgie in der römisch-katholischen Kirche, die sich im 4./5. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel entwickelt hat und heute noch an einigen Orten in Spanien praktiziert wird. Der Name entstand nach dem Einfall der Mauren im Jahr 711, als die unter maurischer Herrschaft lebenden Christen – die „Mozaraber” – weiter ihren Glauben ausüben durften und damit auch diese Liturgie feierten. Ritus
Gedächtnis IV. Klasse      Im alten Messbuch entspricht die IV. Klasse einem nichtgebotenen Gedenktag. Grundsätzlich werden offiziell alle Klassen als „Feste” bezeichnet, da der Rang ja nicht durch das Wort „Fest”, sondern durch die Klasse gekennzeichnet wird.
Trifft ein Fest IV. Klasse auf den selben Tag wie ein Fest III. Klasse, dann kann das Fest IV. Klasse nie gefeiert, sondern immer nur kommemoriert werden. Um ein solches „nichtfeierbares” Fest IV. Klasse zu kennzeichnen, bezeichnen wir es nicht als „Gedenktag”, sondern als „Gedächtnis” IV. Klasse.

nicht gebotener Gedenktag im Erzbistum Mailand und im Ambrosianischen      Die Ambrosianische Liturgie entstand im 8. Jahrhundert unter orientalischem Einfluss, sie wird auf Ambrosius von Mailand zurückgeführt, von dem wohl die meisten Texte auch stammen. Sie wird v. a. in der Kirchenprovinz Mailand und im Bistum Lugano benutzt. Karl Borromäus förderte diese Sonderform, im Mittelalter wurde aus ihr auch die Gleichwertigkeit des Mailänder Erzbistums gegenüber Rom abgeleitet. Teil des Bistums Lugano: 24. September
Übertragung der Armreliquie nach Tarragona: 18. Mai, 19. Mai
bedacht im Ambrosianischen      Die Ambrosianische Liturgie entstand im 8. Jahrhundert unter orientalischem Einfluss, sie wird auf Ambrosius von Mailand zurückgeführt, von dem wohl die meisten Texte auch stammen. Sie wird v. a. in der Kirchenprovinz Mailand und im Bistum Lugano benutzt. Karl Borromäus förderte diese Sonderform, im Mittelalter wurde aus ihr auch die Gleichwertigkeit des Mailänder Erzbistums gegenüber Rom abgeleitet. Hochgebet I

Gedenktag orthodox: 24. September

Gedenktag armenisch: 24. September
liturgische Feier am 4. Dienstag nach dem Kreuzerhöhungssonntag

Gedenktag koptisch: 19. Juli

Gedenktag syrisch-orthodox: 22., 23. und 24. September, 22. November

Name bedeutet: Gott die Ehre (griech.)

Glaubensbotin, Märtyrerin
* in Ikonium, heute Konya in der Türkei
† im 1. Jahrhundert daselbst (?)


Koptische Ikone
Koptische Ikone

Thekla soll der Überleferung nach die schöne Tochter reicher Eltern gewesen sein und hochgebildet. Sie gilt als Schülerin des Apostels Paulus. Im Hause des Aniseferus in ihrer Heimatstadt hörte sie ihn demnach predigen, bekehrte sich und wurde von ihm getauft. Nach den mittelalterlichen Legenden verweigerte sie ihrem Verlobten nun die Ehe, worauf dieser und ihre eigene Mutter sie dem die Christen verfolgenden Statthalter anzeigten. Thekla wurde zum Feuertod verurteilt, aber ein Regen löschte die Flammen und ein Erdbeben ließ alle Umstehenden fliehen.

In Männerkleidern folgte sie dem gegeißelt aus der Stadt vertriebenen Paulus nach Antiochia in Pisidien - heute Ruinen bei Yalvaç -, wo sich ein Jüngling namens Alexander um sie bewarb. Wieder verweigerte sie die Ehe, wurde angezeigt und wilden Tieren vorgeworfen. Eine Löwin legte sich ihr zu Füßen, wehrte andere Tiere ab, zerriss einen Bären; als eine grimmige Löwin auf sie gehetzt wurde, zerfleischten sich beide Tiere. Thekla wurde nun in ein Wasser voll grausiger Tiere geworfen, aber Frauen - Thekla war inzwischen von der Tante des Kaisers, Triphemia, adoptiert worden - schütteten den Tieren betäubende Würze und Salben ins Wasser und Thekla entstieg unbeschädigt. Abermals gebunden und in ein Feuer gestellt, verbrannten nur die Fesseln; die Tante des Kaisers fiel bei diesem Anblick in Ohnmacht, Alexander und der Richter fürchteten daraufhin des Kaisers Unwillen und ließen Thekla frei.

Malerei: Paulus (Mitte) lehrt Thekla (links auf dem Balkon ihres Hauses), deren Mutter Theoklia (rechts) hört zu, 5. Jahrhundert, in der Paulus-Grotte bei Ephesus - den heutigen Ruinen bei  Selçuk
Malerei: Paulus (Mitte) lehrt Thekla (links auf dem Balkon ihres Hauses), deren Mutter Theoklia (rechts) hört zu, 5. Jahrhundert, in der Paulus-Grotte bei Ephesus - den heutigen Ruinen bei Selçuk

Nochmals brach Thekla in Männerkleidern zur Nachfolge des Paulus nach Myra - den heutigen Ruinen in Demre - auf, wo sie ihn auf dem Rückweg von seiner 3. Missionsreise getroffen haben könnte; der aber schickte sie nach Ikonium zurück, wo sie Mutter, Freunde und alles Gut verließ, fromme Jungfrauen um sich sammelte und selbst predigte. In Armut trat sie mit 91 Jahren die himmlische Reise an: sie soll in einem Felsen, der sich für sie öffnete, gestorben sein.

Andere Überlieferungen berichten von Thekla, der Schülerin des Apostels Paulus, dass sie in Ikonium und Antiochia in Pisidien den christlichen Glauben verbreitete, dann als Missionarin in Seleukia am Kalykadnos - dem heutigen Silifke - wirkte, die Tempel der heidnischen Götter zerstörte und sich deshalb zeitweise in einer Höhle verstecken musste, dort den Überfall von Räubern schadlos überstand, die Menschen durch ihre wundersame Heilkraft überzeugte, schließlich dort eines natürlichen Todes starb.

Thekla wurde in der Frühzeit des Christentums als erste weibliche Märtyrerin verehrt, so wie Stephanus als erster Märtyrer überhaupt. Ursprünglich waren die Akten über Thekla wohl eigenständig und wurden erst später mit denen von Paulus zusammengeführt. Dabei wurden zwei Berichte vermischt: der eine aus Ikonium und der andere aus Antiochia in Pisidien. Der erste Bericht hat seinen Schwerpunkt auf der Predigt von der Enthaltsamkeit, hier erscheint Thekla eher passiv leidend; der zweite Bericht jedoch zeigt Thekla als aktive Verkünderin der Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi.

Die kirchlichen Sterbegebete rufen Thekla namentlich an, auch im Malerbuch gilt sie als die Erzmärtyrerin. Schon Tertullian berichtete um 200 von Thekla und davon, dass Frauen sich auf sie beriefen um ihr Recht zur Verkündigung in der Kirche zu belegen. Theklas große Verehrung in der Frühzeit des Christentums wurde schließlich zunehmend durch die der Maria verdrängt.

Eingang zur Thekla-Höhle in Silifke
Eingang zur Thekla-Höhle in Silifke

Der wichtigste Wallfahrtsort für Thekla war das 30 Hektar große Heiligtum Hagia Thekla - türkisch Aya Tekla - südlich von Seleukia - dem heutigen Silifke -, wo sich der Überlieferung nach Theklas Felsenhöhle befand, die bis heute gezeigt wird; Thekla hatte hier den Platz der alten Stadtkönigin Athena eingenommen. Die Anlage bestand aus mehreren Kirchen, Männer- und Frauenklöstern sowie Badeanlagen und hatte die Größe einer kleinen Stadt; die Pilgerin Egeria weilte 388 hier und beschrieb die Ablage. Gregor von Nazianz war 376 hierher geflohen und verweilte drei Jahre lang, befasst mit theologischen Studien. Ende des 4. oder im 5. Jahrhundert wurde neben Theklas Höhle eine Basilika erbaut, die nach ihrem Zerfall im 12. Jahrhundert durch eine kleinere ersetzt wurde, deren Ruinen noch heute zu sehen sind. Nachdem Kaiser Zenon 475 zum Thronverzicht gezwungen wurde, erschien ihm der Überlieferung zufolge Thekla und prophezeite, er werde die Kaiserwürde wieder erlangen, was nach gut 1½ Jahren tatsächlich gelang. Viele Kranke, besonders Augenkranke, kamen Hilfe suchend, der Ort wurde zur meistbesuchten Wallfahrtsstätte Kleinasiens nach Ephesus und Euchaïta - dem heutigen Beyözü bei Amasya; die Verehrung währte bis ins 14. Jahrhundert.

Burg Yeni Kahle, Ursprungsplatz der Stadt Eski Kahta, heute Ruine bei Kocahisar nahe (der neuen Stadt) Kahta
Burg Yeni Kahle, Ursprungsplatz der Stadt Eski Kahta, heute Ruine bei Kocahisar nahe (der neuen Stadt) Kahta

Andere Heiligtümer gab es in Dalisandos - wohl das heutige Sınobiç / Yeşilyurt bei Mut in der Türkei - und in Claudiopolis - dem heutigen Mut - selbst, in Olba - den heutigen Ruinen bei Uzuncaburç nahe Silifke -, in Eirenopolis am Pyramos - dem heutigen Düziçi bei Osmaniye -, in Selinus - den heutigen Ruinen bei Gazipaşa -, in Eski Kahta - heute Ruinen bei Kocahisar nahe Kahta -, in Aigeai in Cilicien - dem heutigen Ayas / Yumurtalık - und in Tarsus sowie in Antiochia in Pisidien. In Seleukia am Tigris - heute Ruinen bei Bagdad - war eine große Kultstätte; diese war einst ein Heiligtum der Göttin Diana; es wurde auch behauptet, Thekla sei eine Priesterin dieser Göttin gewesen. Weitere Schwerpunkte der Verehrung waren in Ägypten, auf Zypern, in Bethpage - Ölberg bei Jerusalem -, in Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul - und dann ab dem 7. Jahrhundert in Rom und Mailand, in Tarragona in Spanien, das seit dem 14. Jahrhundert eine Armreliquie besitzt, in Köln und in Bayern.

In Maalula in Syrien - dem einzigen Ort, wo noch heute Aramäisch gesprochen wird - gibt es ein bekanntes Thekla-Quellenheiligtum, das von einem Thekla-Nonnenkonvent verehrt und gepflegt wird. In Zypern sind fünf Orte nach ihr benannt. Thekla-Brot ist in Deutschland verbreitet, es schützt und heilt Menschen und Tiere.

Thekla wird zusammen mit Euphemia in Triest besonders verehrt. Die dortige Überlieferung erzählt vom Martyrium der beiden im Jahr 256. Über dem angeblichen Wohnhaus der beiden steht die aufs 9. Jahrhundert zurückgehende Kirche San Silvestro, die heute von den Waldensern genutzt wird.

Attribute: halbnackt an Pfahl gebunden; Löwe, Scheiterhaufen, Bären, Schlangen; mit Paulus
Patronin der Sterbenden; gegen Augenleiden, Pest, Schlangen, wilde Tiere, Feuersgefahren; für die Genesung von Mensch und Tier
Bauernregel: An Thekla es passieren kann: / man zieht schon warme Sachen an.


Die Thekla-Höhle in Silifke


Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 14.03.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 9. Herder, Freiburg im Breisgau 2000
• R. E. Gough, Report in Archaeological Work Carried out at Alahan in 1957. Türk Arkeol. Dergisi 8, 2, Ankara 1958
• http://en.wikipedia.org/wiki/Claudiopolis_(Cilicia)
• Richard J. A. Talbot (Hg.): Barrington Atlas of the Greek and Roman World: Map-By-Map Directory, Band 1, Map 67 Antiochia, Princeton University Press, Princeton New Jersey und Woodstock, Oxfordshire 1967
• http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Lycian_place_names#G
• http://asiaminor.ehw.gr/Forms/fLemmaBody.aspx?lemmaid=12369