Folkwin von Thérouanne
auch: Folcuin, Fulcinus
französischer Name: Folquin
Gedenktag katholisch: 14. Dezember
Übertragung der Gebeine nach Saint-Omer: 7. Juni
Name bedeutet: der Freund des Volkes (althochdt.)
Folkwin war wohl ein Enkel von Karl Martell, jedenfalls ein enger Verwandter von
Karl dem Großen
. Er erhielt eine gute Ausbildung in Naturwissenschaften
und Theologie und wurde um 815 Bischof von Thérouanne.
Er unternahm zahlreiche Pastoralreisen durch seine Diözese. Als er 843 erfuhr, dass der Abt des damaligen
Klosters Mont Saint-Quentin in Péronne die
Reliquien von Audomar von Therouanne
hatte entführen lasssen, entsandte Folkwin bewaffnete Männer, um die Plünderer zu verfolgen; sie wurden gefasst und Folkwin ließ
die Gebeine feierliche ins damalige Kloster Saint-Bertin
nach Saint-Omer zurückführen. Nach 40-jähriger Amtszeit erkrankte und starb Folkwin während einer Pastoralreise.
Folkwin wurde in der damaligen Kirche des Klosters Saint-Bertin in Saint-Omer bestattet. 928 wurden seine Gebeine erhoben, eine weitere Überführung fand 1181 statt. Ein Ururenkel, der ebenfalls Folkwin hieß und Mönch im Kloster Saint-Bertin war, verfasste im 10. Jahrhundert seine Lebensgeschichte. Eine kleine Reliquie wird in der Pfarrkirche in Thérouanne bewahrt. In Esquelbecq ist Folkwin die Pfarrkirche geweiht, auch hier gibt es eine kleine Reliquie. Die anderen Reliquien wurden in der Französischen Revolution zerstört.
Das um 639 gegründete Bistum Thérouanne verschwand 1553, als Kaiser Karl V. die Stadt vernichtete; die offizielle Aufhebung erfolgte 1567. Von der Kathedrale und dem Bischofskomplex zeugen heute nur noch - sehr spärliche - Ausgrabungen. Seit 2009 gibt es wieder ein Titularbistum Thérouanne.
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Die spärlichen Ausgrabungen von
Kathedrale und Bischofskomplex in Thérouanne sind
verschlossen, sie können nach Voranmeldung beim Tourismusbüro in Thérouanne im Rahmen einer Führung besucht werden. (2026)
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 07.06.2026
Quellen:
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart /
Weimar 2000
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Liste_des_%C3%A9v%C3%AAques_de_Th%C3%A9rouanne - abgerufen am 06.06.2026
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Folquin_de_Th%C3%A9rouanne - abgerufen am 06.06.2026
• https://pop.culture.gouv.fr/notice/merimee/PA00132967 - abgerufen am 06.06.2026
• Infotafeln in der Pfarrkirche in Thérouanne und
in der Pfarrkirche in Esquelbecq
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.