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Nach der Missionierung Frieslands durch Iroschotten und Angelsachsen musste die vornehme Familie von Liudger zunächst aus ihrer Heimat ins Frankenland fliehen. Liudger hatte als elfjähriger Junge noch den greisen Bonifatius erlebt, besuchte dann die Klosterschule von Utrecht als Schüler des Gregor und studierte von 767 bis 772 bei Alkuin in York, wo er zum zum Diakon geweiht wurde. Bis 775 war er dann zum Abschluss seiner theologischen Ausbildung wieder in Utrecht. Ab 776 missionierte er in Friesland, dabei baute er die von Heiden zerstörte Lebuinus-Kirche in Deventer wieder auf und zerstörte seinerseits die heidnischen Kultstätten in Friesland. Zum Priester geweiht wurde er im Jahr 777 in Köln, um dann nach der Eroberung Frieslands durch die Franken im Auftrag von Karl Martell als Missionar nach Friesland zurückzukehren. Er baute verschiedene Kirchen, u.a. die in Dokkum zum Andenken an Bonifatius. Von den einfallenden Sachsen unter Widukind im Jahr 784 vertrieben, pilgerte er zusammen mit seinem Bruder Hildegrim nach Rom und lebte zwei Jahre bei den Benediktinern im Kloster Montecassino; dort hat er wohl auch Kaiser Karl den Großen persönlich kennengelernt.
Liudger-Reliquiar im Ludgerus-Dom in Billerbeck
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787, nach der Bekehrung der Sachsen, erhielt Liudger zum dritter Mal einen Missionsauftrag in
Friesland;
seine Reisen führten ihn dabei bis nach bis nach Helgoland.
Ab 792 wirkte Liudger als Missionar in Westsachsen, der Gegend um die heutige
Stadt Münster;
Kaiser Karl hatte ihm fünf
Gaue als Missionsgebiet gegeben. Liudger konnte als Einheimischer den neuen
Glauben in den Herzen der Menschen verankern. Sein ganzes Missionsgebiet habe er
auf wunderbare Weise von der Plage der Wildgänse befreit. 793 gründete er in Mimigernaford
das
Kloster Monasterium
, dem die daraus gewachsene Stadt Münster ihren Namen verdankt, und den Dom St.
Paulus. 797 erfolgte die Gründung eines
Konvents für Kanoniker,
basierend auf der Regel von Chrodegang
von Metz. In Helmstedt
errichtete er 798 die Missionszelle, aus der sich später das Benediktinerkloster
St. Ludgeri entwickelte. 799 folgte die Grpndung des Klosters Werden
an der Ruhr. 805 wurde Liudger der erste Bischof von Münster.
Liudger starb auf einer Visitationsreise, nachdem er am vorletzten Sonntag vor Ostern 809 in Billerbeck in der von ihm gegründeten Kirche Johannes Baptista den Gottesdienst gefeiert hatte. Seinen Leichnam überführten Ordensbrüder nach Münster und bahrten ihn dort auf. Liudgers Wunsch entsprechend wurde er anschließend in das vom ihm gegründete Kloster Werden an der Ruhr - heute Stadtteil von Essen - gebracht und in der dortigen Krypta beigesetzt. An seinem Sterbeort Billerbeck entstand im 11. Jahrhundert eine Liudger geweihte Kapelle, die im 15. Jahrhundert erweitert wurde; die heutige Propsteikirche Sankt Ludgerus ist ein Neubau aus dem Jahr 1898. Auch zur Abteikirche des Klosters Werden, deren Grundmauern auf das Jahr 799 zurückgehen, wallfahren jährlich Tausende. Seit 1128 werden die Gebeine Liudgers jährlich am ersten Wochenende im September in einer Prozession durch Werden getragen. Liudgers Kelch mit Inschrift von 788 repräsentiert eine der ersten deutschen Kelchformen, er wird heute im Kirchenschatz der Ludger-Basilika in Essen verwahrt.
Buchmalerei: Bischofsweihe des heiligen Liudger, um 1100, in der Staatsbibliothek in Berlin
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Attribute:
Wildgänse
Patron
der Stadt Helmstedt;
zweiter Patron des Bistums Essen
Bauernregel:
Ist es um Ludger draußen feucht, / dann bleiben auch die Kornböden leicht.
Umfangreiche
Informationen über
Liudger hält die Internetseite der Kirchengemeinde St. Johann / St. Liudger
in Billerbeck
bereit.
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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