Ökumenisches Heiligenlexikon

Maternus von Köln

Gedenktag katholisch: 14. September
     Fest im Bistum Köln: 11. September
     nicht gebotener Gedenktag im Bistum Aachen und Essen: 11. September
     in Limburg, Trier und Straßburg: 11. September
Name bedeutet: der Mütterliche (latein.)
Bischof von Trier (?) und Köln
† nach 314
Kartenskizze Kartenskizze

Der Wanderstock von Petrus, mit dem Eucharius und Valerius Maternus vom Tod erweckt haben sollen

Der Wanderstock des Petrus, mit dem Eucharius und Valerius Maternus vom Tod erweckt haben sollen.

Maternus war der erste historisch gesicherte Bischof von Köln; er nahm an den SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. n von 313 in Rom und 314 in Arles teil. Er war nach späteren Legenden ein Schüler von Petrus, der ihn mit Eucharius und Valerius nach Gallien ausgesandt habe. Bei der Ankunft im Elsass soll Maternus vor Erschöpfung tot umgefallen sein, worauf Eucharius und Valerius mutlos umkehrten und nach Rom zurückkehrten; Petrus aber gab ihnen seinen Hirtenstab, sie kehrten ins Elsass zurück und erweckten den schon sechs Wochen im Grabe liegenden Maternus mit Hilfe des Stockes von Petrus wieder zum Leben, worauf Maternus nach Köln ging und dort die Gemeinde gegründet habe.

In der Schatzkammer des Kölner Domes wird der Wanderstock des Petrus aufbewahrt, mit dem Eucharius und Valerius Maternus vom Tod erweckt haben sollen. Tatsächlich ist der gedrechselte Elfenbeinknauf Teil eines spätantiken Konsularstabes, also kaiserliches Herrschaftszeichen; Teile der Fassung entstanden schon im 8. Jahrhundert.

Manche Quellen nennen Maternus auch als Bischof von Trier, wo er in den Bischofslisten als 3. Bischof nach Eucharius und Valerius verzeichnet wird, und von Tongern / Tongeren, wobei die Idendität fraglich ist. Trier hat die Basis in der Legende, dass es nach Maternus' Tod unklar war, wo er bestattet werden sollte. Man legte den Leichnam daher in einen Kahn, der von alleine stromauf trieb und in Trier landete, was dann der Begräbnisort wurde.

Im Kölner Stadtteil Rodenkirchen gibt es eine Maternus-Kapelle. Auch in Bechen bei Köln gibt es eine Maternus-Kapelle, deren Geschichte Dr. K. Rainer Stahlke sorgfältig erforscht hat. Sie wurde erbaut, nachdem der Bechener Pastor Joachim Heußgen 1631 an der Pest gestorben war; nach Ende des dreißigjährigen Krieges wurde der Grundstein für diese St.-Maternus-Kapelle zu Ehren des Patrons bei ansteckenden Krankheiten gelegt. Das Fest des Maternus wurde in Bechen bis in die 1950-er Jahre jeweils an den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt mit einer Prozession gefeiert.

Attribute: drei Kirchen, drei Mitren
Patron gegen Fieber; bei ansteckenden Krankheiten; für das Gedeihen von Weinreben

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.koelner-dom.de/18232.html
• Dr. K. Rainer Stahlke: Exkursionsführer Lag Bechen am Korallenriff? hg. vom Verein Landschaft und Geschichte, Eigenverlag, 2005
• http://www.bistum-trier.de/cgi/editorsoffice?_SID=00062891189423&_bereich=artikel&_aktion=detail&idartikel=100120


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