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Ökumenisches Heiligenlexikon

Zeno Kovalyk

italienischer Name: Zynoviy

Gedenktag katholisch: 30. Juni

Name bedeutet: nach Zeno, dem Bischof von Verona (latein.)

Ordensmann, Priester, Märtyrer
* 18. August 1903 in Ivachiv Horishniy bei Ternopil in der Ukraine
† im Juni 1941 in Lemberg, heute L'viv in der Ukraine

Kartenskizze Kartenskizze

Zynoviy Kovalyk wurde als Sohn einer armen Bauernfamilie geboren. Er arbeitete zunächst als Lehrer in der Elementarschule seines Dorfes, dann trat er in die Kongregation der Redemptoristen ein; 1928 legte er seine Ordensgelübde ab und wurde zum Studium der Philosophie und Theologie nach Belgien gesandt. 1932 wurde er zum Priester geweiht.

Nach seiner Weihe reiste Pater Kovalyk zusammen mit Bischof Mykolay Charnetskyi nach Wolhynien zur Mission unter den orthodoxen Ukrainern. Pater Kovalyk war ein guter Sänger und als Prediger ein Goldmund, er zog tausende Menschen an; eine große Verehrung brachte er Maria entgegen. Nach mehreren Jahren ging er nach Stanislaviv, dem heutigen Ivano-Frankivsk, um dort zu missionieren. Unmittelbar vor dem sowjetischen Einmarsch 1939 reiste er nach Lemberg - dem heutigen L'viv - ins Redemptoristenkloster und übernahm das Amt des Ökonomen. Als Prediger zeigte er keine Scheu, die dann von den Sowjets eingeführten atheistischen Bräuche öffentlich zu verurteilen. Die letzte große Predigt hielt er am Fest Mariä Himmelfahrt 1940 mit angeblich einigen zehntausend Gläubigen als Zuhörer.

Im Dezember 1940 nahm die Geheimpolizei Zynoviy Kovalyk im Redemptoristenkloster in Lemberg fest wegen seiner Predigt zum Fest der Unbefleckten Empfängnis. Sechs Monate blieb er im Gefängnis, wurde 28 Verhören und grausamen Folterungen unterzogen. In der Haft betete er mit den anderen Gefangene, hörte Beichten, hielt geistliche Übungen und Katechesen und tröstete mit religiöse Geschichten erzählte. Als die deutschen Truppen im Jahre 1941 ihre Offensive begannen, bereitete die Gefängnisleitung die Flucht vor. Da sie aber nicht imstande waren, alle Gefangenen mitzunehmen, wurden die Zurückbleibenden erschossen; Pater Kovalyk aber wurde - in Erinnerung einer seiner Predigten über den gekreuzigten Christus - vor den Augen seiner Mitgefangenen an die Wand des Gefängnisses genagelt. Als die deutschen Truppen Lemberg erobert hatte, eilte die Bevölkerung in die Gefängnisse in der Hoffnung, Angehörigen zu finden. Nach Augenzeugenberichten war der schrecklichste Anblick der eines an die Gefängniswand angenagelten Priesters, in dessen aufgeschlitzten Bauch ein toter menschlicher Fötus gesteckt worden war.

Kanonisation: Zynoviy Kovalyk wurde 2001 von Papst Johannes Paul II. zusammen mit 25 Leidensgenossen seliggesprochen.





Quellen:
• Pater Jürgen Langer, E-Mail vom 31. Juli 2007