Ökumenisches Heiligenlexikon

Amor von Amorbach

Gedenktag katholisch: 17. August

Name: nach dem Liebesgott Amor (latein.)

Glaubensbote im Odenwald, Klostergründer, Abt in Amorbach
* in Irland oder Schottland oder in Aquitanien in Frankreich
um 767 in Amorbach im Odenwald in Bayern (?)


Matthäus Günther: Amor als Klostergründer, um 1745, Deckenfresko in der Abteikirche Amorbach
Matthäus Günther: Amor als Klostergründer, um 1745, Deckenfresko in der Abteikirche Amorbach

Amor war der Überlieferung zufolge zusammen mit Pirmin von der Reichenau am Oberrhein und im Elsass als Missionar unterwegs und gründete - von Gaugraf Ruthard ins Land geholt - um 734 das Kloster Amorbach im Odenwald, von dem aus der Odenwald christianisiert wurde. Pirmin soll schon 714 mit dem Quellwasser des Amorsbrunnen, einer heilkräftigen Quelle in der Nähe, die ersten Taufen der Gegend vollzogen haben; Amor wurde demnach Abt des Klosters. Etwa 30 Jahre danach entstand die Schwesterabtei in Lorsch.

Amor, identisch oder verwechselt mit Amor von Maastricht, wurde in Munsterbilzen in Belgien bestattet.

Spätestens im 12. Jahrhundert wurde über der Quelle ein romanisches Kirchlein errichtet, dessen Reste noch im heutigen Bauwerk stecken. In den Neubau aus dem 15./16. Jahrhundert wurde die als heilkräftig geltende Quelle integriert. 1443 kam der aus Rothenburg ob der Tauber stammende WeltpriesterWeltpriester - oder auch Diözesanpriester - sind in der römisch-katholischen Kirche alle Priester, die keinem Orden angehören. Johannes Keck in die Abtei Amorbach; er schuf die Überlieferung von der Gründung des Klosters durch Amor. Zur Bestätigung reiste er nach Munsterbilzen und überführte Amors Reliquien - und solche von Landrada von Munsterbilzen - in die Kapelle Amorsbrunn, die Ziel vieler Wallfahrer wurde; auch Kaiserin Maria Theresia von Österreich soll die die 1741 erfolgte die Geburt ihres ersten Sohnes, des späteren Kaisers Joseph II., diesem Wasser verdanken. 1446 wurde die vergoldete Amor-Statue im Chor dieser Kapelle gefertigt.

Abteikirche Amorbach
Abteikirche Amorbach

Das Kloster Amorbach wurde 1803 säkularisiert und als Eigentum den Fürsten von Leiningen übertragen, die Abteikirche wurde 1803 evangelische Hofkirche und ist seit 1861 evangelische Gemeindekirche.

Catholic Encyclopedia

Die Abteikirche in Amorbach ist im Eigentum der gemeinnützigen Fürst zu Leiningen-Stiftung; sie ist in der Zeit von April bis 1. November montags bis freitags von 10 Uhr bis 16.30 Uhr zur Besichtigung geöffnet, samstags und sonntags von 11 Uhr bis 16 Uhr, der Eintritt beträgt 3 €. (2021)
Die Kapelle Amorsbrunn ist von Mai bis Oktober täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 13.05.2021

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Erhard Gorys: Lexikon der Heiligen. dtv, München 1997
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.amorbach.de/kultur/kultur/sehnsw/amors.htm
• http://www.untermain.de/zugast/www2004/sehenswertes.asp?bauwerke=1
• Ekkart Sauser. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. XV, Herzberg 1999

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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