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Ökumenisches Heiligenlexikon

Maximus der Bekenner

lateinisch: Maximus Confessor
auch: von Konstantinopel

Gedenktag katholisch: 13. August

Gedenktag orthodox: 21. Januar
Übertragung der Gebeine: 13. August

Gedenktag armenisch: 13. August
Übertragung der Gebeine

Name bedeutet: der Größte (latein.)

Mönch
* um 580 in Hesfin auf den Golanhöhen, heute Hispin‎ in Syrien (von Israel beansprucht)
† 13. August 662 im Kastell Schemarium am Schwarzen Meer in Lasika in Georgien


Russische Ikone
Russische Ikone

Maximus war der Sohn eines Mannes aus Samaria - dem heutigen Shomron / as-Samarah und einer persischen Sklavin, geboren auf einer Geschäftsreise nach Palästina. Als der Knabe zehn Jahre alt war, wurde er dem Abt des Klosters St. Chariton - der Laura Pharan des Chariton bei Jericho - zur Erziehung übergeben; von diesem erhielt er den Namen Maximus und wurde insbesondere mit den Lehren von Origenes bekannt gemacht. Um 613 ging Maximus ins Kloster Chrysopolis bei Konstantinopel - im heutigen Stadtteil Üsküdar in Istanbul, um 624 ins Kloster St. Georg in Cyzicus/Kyzikos - den heutigen Ruinen in Düzler bei Erdek. Als 626 die Perser ins Land einfielen, ging Maximus nach Nordafrika. Dort gab es ein berühmt gewordenes Streitgespräch mit Pyrrhus über die Frage des Monotheletismus, dessen Protokoll erhalten ist.

Ruinen des Kastells von Bizye/Vize
Ruinen des Kastells von Bizye / Vize

Vor 647 kam Maximus nach Rom, wo er 649 auf der von Papst Martin I. einberufenen SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in San Giovanni in Laterano gegen den Monotheletismus auftrat. Nachdem die Synode sich gegen den Monotheletismus und damit auch gegen Kaiser Konstans II. ausgesprochen hatte, wurde 653 Papst Martin verhaftet und deportiert; auch Maximus wurde nun der Prozess gemacht, er wurde zusammen mit seinen beiden Schülern, den Mönchen, die beide Anastasius (Athanasius) hießen, vom oströmischen Kaiser nach Bizye in Thrakien - das heutige Vize in der Türkei - verbannt. sie wurden gefoltert, man schnitt ihnen die Zunge und die rechte Hand ab. Der eine Anastasius konnte auch noch mit abgeschnitter Zunge reden. Maximus und die beiden Anastasius starben am Schwarzen Meer in der Verbannung.

Das 3. Konzil von Konstantinopel rehabiliierte 680 Maximus und beschloss die Anerkennung seiner Lehre über die zwei Willen in Christus. Die Lebensgeschichte Maximus' stammt von Georg von Resh'aina, einem Anhänger des Monotheletismus, verfasst vor 680.

Maximus war der wichtigste und scharfsinnigste Theologe seiner Zeit, bekämpfte Monophysitismus und Monotheletismus, seine Standhaftigkeit trug ihm den Beinamen Bekenner ein. Der vollständige menschliche Wille Jesu sei besonders in dessen Gebet im Garten Getsemane (Markusevangelium 14, 36) erkennbar, dort werde auch der völlige Einklang mit dem göttlichen Willen deutlich. Christus ist für ihn Urgrund der Rettung und Vergöttlichung des Menschen. Maximus' Lehren speisen sich aus aristotelischer Philosophie und den Kirchenlehrern. Er betonte die Unerkennbarkeit von Gottes Wesen, erkennbar sei nur seine Existenz. Umfangreiche Lehren befassen sich mit der Dreieinigkeit, der Schöpfung, dem schöpferischen und menschgewordenen Wort, Kosmologie und der Einteilung der Natur, dem Beweis von Unkörperlichkeit und Unsterblichkeit der Seele, Sünde und Erlösung, Askese und Liebe. Sein umfangreiches Werk umfasst exegetische, asketische und apologetische Schriften, Briefe, eine Erklärung der Liturgie sowie Kommentare zu den Werken von Gregor von Nazianz und Dionysios Areopagites.

Johannes von Damaskus verfasste einen liturgischen Kanon zu Ehren von Maximus, ein weiterer wird Andreas von Kreta zugeschrieben. Eine weitere, in der Forschuing heute abgelehnte Lebensgeschichte wurde Mitte des 10. Jahrhunderts durch den Mönch Michael Exabulites aufgeschrieben.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

  Schriften von Maximus gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Die Basilika San Giovanni in Laterano in Rom ist täglich von 7 Uhr bis 18.30 Uhr geöffnet; der Kreuzgang ist täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, hierfür beträgt der Eintritt 5 €; das kleine Museum ist täglich von 10 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet, hierfür beträgt der Eintritt 1 €. (2017)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 16.06.2017

Quellen:

• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 7., Herder, Freiburg im Breisgau 1998

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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