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Ökumenisches Heiligenlexikon

Nikodemos der Hagiorite

auch: vom Athos,
Taufname: Nikolaus Kallivourtzis

Gedenktag katholisch: 14. Juli

Gedenktag orthodox: 14. Juli

Name bedeutet: der Sieger im Volk (griech.)

Mönch, Mystiker
* 1749 in Naxos auf Naxos in Griechenland
14. Juli 1809 in der der Siedlung Kapsala auf dem Athos in Griechenland


Nikolaus war der Sohn der frommen Eltern Antonios und Anastasia Kallivourtzis. Im Alter von 16 Jahren ging er nach Smyrna - dem heutigen Ízmir -, wo er die berühmte Bibelschule besuchte. Nach der Rückkehr in seine Heimat wurde er Sekretär beim Metropoliten von Naxos an der Metropoliankirche. Dort lernte er Mönche aus den Klöstern des Athos kennen, die als Kollyvaden, als Anhänger traditioneller Strenge, von dort nach heftigen Auseinandersetzungen mit ihren andersdenkenden Brüdern ins Prophet-Elias-Kloster auf die Insel Hydra übergesiedelt waren und schloss sich diesen dann dort an. 1775 kam er ins Kloster Dionisíou auf dem Athos und wurde dort Mönch mit dem Namen Nikodemos. Nach sieben Jahren zog er in eine Einsiedlerzelle beim Kloster Pantokrátoros, wo er sechs Jahre lang blieb. Eine Reise zu == Paisius Velichkovsky nach Rumänien kam nicht zustande, Nikodemos ging für ein Jahr auf die unbewohnte kleine Insel Skyropoula.

Zurückgekehrt auf den Athos lebte Nikodemos - zeitweise zusammen mit Makarios Notaras von Korinth - in verschiedenen Zellen der Siedlung Kapsala mit anhaltendem Fasten und in großer Askese; er wurde zu einem Anziehungspunkt für viele Hierarchen und Mönche des Athos und für Männer aus vielen Ländern. Im Kloster Vatopedí benutzte er oft die Bibliothek; als 1801 die Klosterschule Athoniados Akademie in Schwierigkeiten geriet, wurde er Mitglied des dreiköpfigen Vorstandes, trug zur wirtschaftlichen Verbesserung der Schule bei und erreichte, dass sie bis zur griechischen Revolution 1821 in Betrieb bleiben konnte.

griechische Ikone
griechische Ikone

Nikodemos war einer der Anführer der Kollyvaden, war Forscher und Autor; er veröffentlichte die Werke von Gregor Palamas und Simeon dem neuen Theologen; seine Bücher über Kanonisches Recht und die Liturgie, seine Biographien von Heiligen und seine Werke über asketisches Leben wurden ins Türkische, Russische, Rumänische und andere Sprache übersetzt. Sein berühmtestes Werk, die Philokalia, Liebe des Guten, verfasst zusammen mit Makarios Notaras von Korinth, ist eine Sammlung von Auszügen aus Werken und Sprüchen von mehr als 30 asketischen Kirchenvätern, Schriftsteller und Wüstenväter aus dem 4. bis zum 15. Jahrhundert, darunter Gregor Sinaites, Simeon der neue Theologe, Johannes von Damaskus, Makarius der Ägypter, Isaak von Ninive, Ephraem der Syrer, Johannes „Klimakos” und Gregor Palamas. Dieses Werk hat die orthodoxe Spiritualität maßgeblich beeinflusst. Nikodemos stand in Verbindung mit Gregor V. von Konstantinopel als der im Kloster Ivíron lebte und besuchte auf dessen Wunsch hin Konstantin von Hydra, um diesen auf das Martyrium vorzubereiten. Zeitweise musste er sich wehren gegen Vorwürfe, er sei vom rechten orthodoxen Glauben abgefallen; er verfasste deshalb ein Glaubensbekenntnis und die Athos-Mönche bestätigten seine Orthodoxie.

Nikodemus wird als Großer Lehrer der Nation verehrt, er trug wesentlich zum Erhalt der griechischen Tradition bei. Seine Schädelreliquie wird in der Großen Laura auf dem Athos bewahrt.

Kanonisation: Nikodemus wurde 1955 heiliggesprochen.

Worte des Heiligen

Nikodemos lehrt, in welcher Gesinnung wir beten sollen:
Das Gebet ist das Mittel und das Instrument, um alle die Gnaden zu empfangen, die uns von diesem Quell der Liebe und der Güte, nämlich von Gott selbst, überfließen. Mit dem Gebet legst du das Schwert in Gottes Hand, damit er für dich kämpft und für dich siegt. Damit du dieses Gebet richtig durchführst, ist es notwendig, es immer und gewohnheitsmäßig zu sprechen, und du musst dich bemühen, die folgenden Dinge zu beachten:
Du sollst in dir immer ein lebendiges Verlangen haben, Gott in allem und auf die Art, wie es ihm am besten gefällt, zu dienen. Um dieses Verlangen in dir anzuregen, bedenke wohl, dass Gott wegen seiner über alle Maßen wunderbaren Vorzüge, seiner Güte, Größe, Weisheit, Schönheit und aller seiner unzähligen Vollkommenheiten, es mehr als verdient, von dir einen Dienst zu empfangen und geehrt zu werden. …
Du sollst überdies in dir einen lebendigen Glauben und das feste Vertrauen haben, dass dir Gott all das geben will, dessen du zu seinem Dienst und zu deinem Heile bedarfst. Dieser heilige Glaube und dieses Vertrauen sind das Gefäß, welches die göttliche Barmherzigkeit mit den Schätzen ihrer Gnaden füllt, und je größer und geräumiger dieses Gefäß ist, desto mehr Reichtümer leitet das Gebet in unseren Schoß. …
Du sollst dich dem Gebet mit der geistigen Einstellung nähern, dass du nur seinen göttlichen Willen und nicht deinen eigenen wünschst. Das soll sowohl beim Ersuchen als auch beim Empfangen geschehen. Das heißt, dass du zum Beten bewegt wirst, weil Gott es so will und dass du wünschst, dass er dein Gebet erhört, weil er es so wünscht. Kurz gesagt, es soll deine Einstellung sein, deinen Willen mit dem Willen Gottes zu vereinigen und nicht den Willen Gottes deinem eigenen Willen zu unterwerfen. Und warum das? Weil dein Wille durch die Selbstsucht verunreinigt ist, oft Fehler begeht und nicht erkennt, worum er bittet. Der Wille Gottes aber ist immer mit unaussprechbarer Güte verbunden und es ist unmöglich, dass er je einen Fehler begeht. Aus diesem Grund ist Gottes Wille der Kanon und der König über jeden anderen Willen und alle vernunftbegabten Geschöpfe müssen ihm folgen und gehorchen. …
In diesem Gebet musst du jene vier Punkte beachten, worüber der hl. Basilios der Große schreibt: Erstens sollst du Gott verherrlichen und lobpreisen. Zweitens sollst du ihm für die Wohltaten danken, die er dir gegenüber gewirkt hat. Drittens sollst du ihm das Bekenntnis ablegen, dass du ein Sünder bist und ein Übertreter seiner Gebote. Viertens sollst du darum bitten, dass es zu deiner Rettung gereicht. …
Weiter ist es notwendig, dass du fortwährend im Gebete verharrst; denn die demütige Beharrlichkeit überwindet alles, bewegt auch Gott zur Barmherzigkeit. …
Schließlich höre nicht auf, Gott stets zu danken, und erkenne seine Güte, Weisheit und Liebe ebenso an, wenn dir etwas abgeschlagen wird, wie wenn es dir gestattet worden wäre, indem du, was immer geschehen mag, dich mit unwandelbarer Zufriedenheit seiner göttlichen Vorsehung demütig unterwirfst.

Quelle: Der unsichtbare Krieg - http://www.deutsch-orthodox.de/hl-nikodemos-von-athos

Zitate von Nikodemos:

Auf welche Art und Weise der Soldat Christi bei Tagesanbruch ins Schlachtfeld ziehen sollte, um Krieg zu führen: Nachdem du aufgestanden bist und einige Zeit gebetet hast: Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme dich meiner, ist das erste, woran du zu denken hast, folgendes: Du sollst dich selbst an einen Ort oder in eine Arena versetzt sehen, die nichts anderes ist als dein eigenes Herz und der ganze innere Mensch. Und du sollst daran denken, dass derjenige, der dort nicht kämpft, den Kampfplatz nicht lebend verlässt. … Fang also an, im Namen Gottes zu kämpfen - mit den Waffen der Selbstaufopferung (des Misstrauens gegen dich selbst) und der ganzen Hoffnung und des Vertrauens auf Gott, mit dem Gebet und der Übung, besonders mit der Waffe des Herzensgebets und des geistigen Gebets, mit dem göttlichen Namen Herr Jesus Christus, der ein so furchtgebietender Name ist, dass er wie ein zweischneidiges Schwert in unserem Herzen kreist und die Dämonen und die Leidenschaften geißelt und vernichtet.

Was wir zu tun haben, wenn wir im Kampfe verwundet worden sind: Wenn du verwundet daliegst, weil du wegen deiner Schwäche, manchmal auch mit Überlegung und aus Bosheit irgendeinen Fehler begangen hast, so beunruhige dich deshalb nicht, sondern wende dich sofort zu Gott und sprich zu ihm: Sieh her, mein Herr, ich habe gehandelt, so wie ich bin, man könnte von mir, der ich so böse und schwach bin, auch nichts anderes erwarten außer den Fall und die Niederlage. … Obwohl er von dir Schaden erlitten, bietet er dir seine rechte Hand an und hilft dir, damit du nicht wieder in Sünden verfällst. …
Solltest du wegen deiner Schwäche öfter am Tag Niederlagen erleiden und mehrere Wunden erhalten, dann handle so, wie ich es dir erklärt habe, jedes Mal mit der gleichen Hoffnung auf Gott. … Dann zur Zeit der Beichte, die du oft ablegen sollst, erinnere dich an all deine Sünden, an die Schmerzen und die Traurigkeit wegen des Schadens, den du Gott angerichtet hast und fasse den Entschluss, ihm nicht weiterhin zu schaden. Offenbare deinem Geistlichen alle deine Sünden und verrichte bereitwillig die Buße, die er dir auferlegt.

Quelle: Der unsichtbare Krieg - http://www.deutsch-orthodox.de/hl-nikodemos-von-athos

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 22.11.2019

Quellen:
• https://www.johnsanidopoulos.com/2016/07/saint-nikodemos-hagiorite-1749-1809.html
• https://www.johnsanidopoulos.com/2017/07/the-house-of-st-nikodemos-hagiorite-in.html

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.