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Ökumenisches Heiligenlexikon

Romedius von Tavon

auch: Remedius
auch: von Thaur

Gedenktag katholisch: 15. Januar
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Bozen-Brixen und Innsbruck
in Trient: Übertragung der Gebeine: 1. Oktober
Weihe der Kirche: 1. Juni

Name bedeutet: der Helfer (latein.)

Einsiedler
* in Thaur bei Innsbruck (?) in Österreich
† um 400 oder im 11. Jahrhundert in der Einsiedelei bei Tavon am Nonsberg in Südtirol in Italien


Altar mit Bild von G.B. Chiocchetti, 1715, in der Romedius geweihten Kirche in der Einsiedelei in Tavon
Altar mit Bild von G.B. Chiocchetti, 1715, in der Romedius geweihten Kirche in der Einsiedelei in Tavon

Der Überlieferung nach stammte Romedius aus einem bayerischen Adelsgeschlecht und verschenkte seinen Besitz in Thaur den Bistümern Augsburg und Trient, um auf die Wallfahrt zu den sieben Pilgerkirchen in Rom zu gehen. Auf einer hohen Felsspitze bei Tavon am Nonsberg in Südtirol habe er dann mit den zwei Gefährten Abraham und David als Einsiedler bis zu seinem Tod gelebt. Auf einem Bären reitend besuchte er der Legende zufolge Bischof Vigilius von Trient.

Diese Legende setzt sich aus verschiedenen Quellen zusammen. Um 1240 verfasste der Dominikaner Bartholomäus von Trient einen Heiligenkalender, in dem er Romedius in die Zeit um 400 datierte.

Aus der Geschichte seiner Verehrung und umfangreichen Forschungen ergibt sich eine spätere Datierung. Am wahrscheinlichsten ist, dass Romedius aus der Familie der Grafen von Andechs stammte, im 11. Jahrhundert lebte, sein Vermögen in Thaur aufgab und sich der damals ausbreitenden Armutsbewegung anschloss. Nach einem Besuch beim Bischof von Trient besuchte er die Märtyrergräber von Alexander, Martyrius und Sisinnius in Sanzeno, um sich dann seine Einsiedelei mit einer Nikolaus geweihten Kirche zu erbauen - möglicherweise an der Stelle eines alten heidnischen Heiligtums -, in der er im Alter von 74 Jahren starb.

Wandmalerei in der Einsiedelei in Tavon, 1706
Wandmalerei in der Einsiedelei in Tavon, 1706

Seit dem 12. Jahrhundert ist die Verehrung von Romedius am Grab in Tavon auf dem Nonsberg und die Feier seiner Gedenktage in der Diözese Trient belegt, 1120 wurden seine Gebeine erhoben. Über seiner Einsiedelei und seinem Grab wurde eine Wallfahrtskirche errichtet. Der Altar der Schlosskirche in Tavon ist Romedius geweiht, ein Nebenaltar der Wiltrud von Hohenwart, aus deren Kloster Teile der Romedius-Vita stammen. Ein anderer Teil stammt aus dem Kloster Georgenberg bei Fiecht in Tirol, wo seit der Schenkung von Kaiser Heinrich IV. Romedius' Kopf und weitere Reliquien verwahrt wurden, bis sie 1851 in die Wallfahrtskirche bei Thaur überführt wurden. Dorthin wurden 1951 auch weitere Reliquien vom Nonsberg gebracht. Andere liegen in Habach bei Weilheim in Oberbayern.

Die heutige Kirche auf der Bergspitze mit Romedius' Grab wurde 1536 errichtet; sie war zunächst == Massenza, der Mutter von Bischof Vigilius von Trient, geweiht.

Statue in der Pfarrkirche in Thaur
Statue in der Pfarrkirche in Thaur

In Thaur bei Innsbruck wurde neuerdings ein Romedius gewidmeter Gebetsweg von der Pfarrkirche zur Romedi-Wallfahrtskirche oberhalb des Dorfes angelegt.

Kanonisation: 1795 wurde Romedius' Verehrung gestattet, 1907 die Approbation erneuert.
Attribut: auf einem Bär reitend
Patron bei Seenot und Gefangenschaft; gegen Feuer, Hagel, Überschwemmung, Fieber, Zahnschmerzen, Beinleiden

Romedius-Legenden

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Relief im Gebetsstock an der Wallfahrtskirche bei Thaur
Relief im Gebetsstock an der Wallfahrtskirche bei Thaur

Die Einsiedelei in Tavon ist für Besucher geöffnet im Juli und August von 8.30 Uhr bis 19 Uhr, im Mai, Juni und September von 9 Uhr bis 18 Uhr, zwischen Oktober und April von 9 Uhr bis 17 Uhr. An Sonn- und Festtagen findet die Messe um 9 Uhr und um 11 Uhr statt, montags bis freitags um 16 Uhr. Die Zufahrt von Tavon aus ist nicht möglich, sie erfolgt über Sanzeno zum Parkplatz, dann noch 200m bergauf zu Fuß. (2011)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 15.01.2018

Quellen:

• http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.r/r782006.htm
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 8. Herder, Freiburg im Breisgau 1999
• Pierluigi Svaldi: San Romedio. A Sanctuary on a cliff. Edizioni d'arte Marconi, Genua 2010

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.