Ökumenisches Heiligenlexikon

Leo IX.

Gedenktag katholisch: 19. April
     n.g. Gedenktag im deutschen Sprachgebiet
     geb. Gedenktag im Bistum Basel
     Diözesankalender Trier
Name bedeutet: der Löwe (latein.)
Papst
* 21. Juni 1002 in Egisheim, , heute Eguisheim im Elsass in Frankreich
† 19. April 1054 in Rom
Kartenskizze

Leo IX.

Leo IX.   

Bruno - so sein bürgerlicher Name - wurde als Sohn des elsässischen Grafen Hugo von Egisheim und der Gräfin Hedwig von Dagsburg im heutigen Eguisheim geboren. In Toul wurde er von Bischof Berthold erzogen, wurde Priester, dann in die Kanzlei des deutschen Kaisers Konrad II. berufen. 1026 erbat eine Delegation aus Toul den gerade erst 24-jährigen, das Bischofsamt in Toul zu übernehmen.

Schon am Hof des Kaisers hatte Bruno den Investiturstreit miterlebt. Als Bischof wurde er ein entschiedener Reformer im Sinne von Cluny. Er leitete zahlreiche SynodenSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet., hielt sich dabei immer an die Partei des Kaisers.

1048 starb nach nur ganz kurzer Regierungszeit Papst Damasus II. Gegen seinen heftigen Widerstand sollte Bruno auf Wunsch des Kaisers Heinrich III., der Fürsten und der Bischöfe Papst werden. Er knüpfte seine Zusage aber an die Zustimmung durch das Volk von Rom. Nach seinem Amtsantritt als Leo IX. Ende Februar 1049 führte er die offizielle Kirchenpolitik weiter, indem er gegen die Priesterehe und für das Zölibat eintrat, Simonie und die Laieninvestitur bekämpfte. Er organisierte die päpstliche Verwaltung neu, berief zahlreiche Reformer nach Rom und minderte so den Einfluss des römischen Klerus. Er hielt eine Vielzahl von Versammlungen und SynodenSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. ab, leitete die gregorianische Reform der Kirche ein und war der Begründer des Kardinalskollegiums in seiner bis heute praktizierten Form. Auf langen Visitationsreisen durch ganz Europa restaurierte er Klöster, weihte viele Kirchen - so auch in Augsburg und Regensburg - und stärkte den unmittelbaren Einfluss des Papsttums auf von Rom ferne Gemeinden. Leo wollte beim Volk präsent sein; seine Legende erzählt, wie er einen aussätzigen Bettler in sein eigenes Bett legte.

Während seines Pontifikats fand der lange Dogmenstreit zwischen West- und Ostkirche im ehemaligen Römischen Reich 1054 durch die Exkommunikation des Patriarchen von Konstantinopel und aller seiner Kirchenmitglieder seinen Höhepunkt: Dieser Schritt vollendete die Spaltung zwischen Rom und der orthodoxen Kirche.

Leo IX.

Leo IX.   

Durch den Einfall der Normannen und deren Angriff auf Rom 1053 wurde der Friedliebende zu militärischem Kampf gezwungen, der aber mit einer Niederlage endete. Leo bot sich den Siegern als Geisel an, wurde gefangen und 1054 schwer krank wieder frei gelassen. Er starb sechs Wochen später, erschöpft und ausgelaugt, nachdem er sich ans Grab des Petrus hatte tragen lassen, um dort seine letzten Stunden zu verbringen.

Leo IX. war der bedeutendste deutsche Papst des Mittelalters.

Attribute: mit Kirchenmodell, mit Aussätzigem
Patron der Musiker und Organisten

Catholic Encyclopedia

Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Karl Heussi: Kompendium der Kirchengeschichte. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1976
• Microsoft Encarta 98 Enzyklopädie



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