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Theonestus, Bischof von Philippi - heute Ruinen bei Krinides in Griechenland -, wurde nach der Überlieferung mit seinen Diakonen Tabra, Tabrartha und Alban vertrieben, kam mit diesen über Rom zu Ambrosius nach Mailand, zog weiter nach Burgund zu König Sigismund und von da nach Trier und Mainz, um überall die Anhänger des Arianismus zu bekämpfen. In Mainz soll er ebenfalls als Bischof eingesetzt worden sein.
Während Alban in Mainz von Anhängern des Arianismus ergriffen und enthauptet wurde, floh Theonestus mit Tabra und Tabrartha nach Oberitalien, wo sie aber ebenfalls von Arianern gefangen gesetzt und enthauptet wurden. Diese Legende berichtet, dass Theonestus danach, - wie Dionysius von Paris - sein Haupt in Händen dem Ort zustrebte, an dem er begraben sein wollte.
Thenestus in der Weinkufe und Stadtsiegel von Kaub

Andere Legenden berichten von der Steinigung Theonestus' in Mainz.
Danach soll er einer durchlöcherten Kufe den Rhein hinabgetrieben und von den
Anwohnern des heutigen Ortes Kaub
gerettet worden sein. So sei der Ortsname Kaub von Cupa
(vini), (Wein-) Kufe
abzuleiten. * Das alte Stadtsiegel von Kaub zeigt die Abbildung eines
Bischofs in einer Kufe bzw. einem Schiff; dieser wird als Theonestus, aber auch als Nikolaus
gedeutet.
Die Verehrung für Theonestus setzte ums Jahr 1000 ein. Reliquien von Theonestus und anderer früher Mainzer Heiligen liegen in einem Reliquienschrein in der Ostkrypta des Mainzer Domes.
* Die Legende erzählt: Theonestus' Leichnam wurde in
Mainz
in eine Kufe mit gärenden Trauben geworfen, die dann mit einem Fußtritt in den
Rhein gestoßen wurde. Nun war Theonestus aber nicht tot und die Kufe trieb in
den Wellen des Rheines. Die gärenden Trauben belebten den Heiligen, betäubten
ihn aber auch, so dass er keine Schmerzen empfand. Er tat einen kräftigen
Schluck, denn er war bibelfest: Gott wird machen ein Mahl von alten Wein
sagt
Jesaja (25, 6), denn des Menschen Herz erfreut
der Wein (Psalm 104, 15) und er
erfreut mäßig getrunken Leib und Seele
(Sirach 31, 27f). Der Wein reinigt auch
sein Gewand (1 Mose 49, 11) und kühlt und heilt seinen Leib: Lukas 10 erzählt
vom Samariter, dass er die Wunden verband und Wein dareingoss. Theonestus kam zu
dem Schluss, dass Gott selber dieses Genesungswunder gewirkt haben muss: Laut
Johannes 15, 1 ist ja Christus
selbst der rechte Weinstock und Gott der Weingärtner. So nahm Theonestus sich
vor, dort, wo die Kufe landen würde, Wein zu bauen wie beschrieben im Buch der
Könige: Pflanzet Weinberge und esset ihre Früchte (2. Könige 19, 29), dann wird
man sicher wohnen, ein jeder unter seinem Weinstock
(1. Könige 4, 25). Die
Kufe landete und Theonestus nannte das Dorf als guter Lateiner nach der Kufe
cupa
, woraus beim Volk Kaub
wurde.
Patron
von Mainz
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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