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Ökumenisches Heiligenlexikon

Katharina Zell

Gedenktag evangelisch: 5. September

Name bedeutet: die Reine (griech.)

Pfarrfrau
* 1497 (oder 1498) in Straßburg in Frankreich
† 5. September 1562 daselbst


Wandmalerei am „Reformationsgarten” am Künstlerhaus in Wittenberg
Wandmalerei am Reformationsgarten am Künstlerhaus in Wittenberg

Katharina Schütz, Tochter eines Straßburger Schreinermeisters, heiratete 1523 den seit 1521 als erster evangelischer Pfarrer am Münster der Stadt wirkenden Matthäus Zell, der 1518 aus seiner Heimatstadt Freiburg verbannt worden war und sich dann endgültig der Reformaton angeschlossen hatte; Martin Bucer traute das Paar. Katharina Zell verfasste Schriften zu den in der Reformation kontroversen Themen und schrieb seelsorgerliche Trostbriefe; später veröffentlichte sie überwiegend Erbauliches.

Katharina Zell errichtete in ihrem Pfarrhaus und später im verlassenen Kloster der Franziskaner in Straßburg eine Zufluchstätte für verbannte und verfolgte Protestanten: 1524 nahm sie die ersten Verfolgten aus Österreich auf, 1525 kamen über 3000 Flüchtlinge, für die sie sich einsetzte. Auf Reisen - auch ohne ihren Mann - besuchte sie Gelehrte und Reformatoren in Zürich, Konstanz, Nürnberg und Wittenberg; sie kannte Huldreich Zwingli, Johannes Ökolampad, Ambrosius Blarer, Martin Luther und Philipp Melanchthon persönlich und stand mit ihnen in regem Briefwechsel. Luther kritisierte sie in manchen Gedankengängen, so nach dem Scheitern der Abendmahlsgespräche in Marburg: sie warf ihm vor, die Liebe untereinander nicht genug beachtet zu haben, denn diese sei wichtiger als alle Lehrstreitigkeiten. Auch radikale Reformatoren wie Kaspar von Schwenckfeld wurden von ihr geschätzt; an Gräbern von Frauen aus der Täuferbewegung, die kein lutherischer Pfarrer beerdigen wollte, predigte sie. Zur Förderung des Kirchengesangs gab sie 1534 bis 1536 vier Hefte mit deutschen Kirchenliedern aus dem Gesangbuch der Böhmischen Brüder von Michael Weisse heraus.

Als ihr Mann starb, hielt Katharina Zell ihm die Grabrede. Auf die Frage, ob sie als Frau das denn dürfe, antwortete sie, sie wolle keine Predigerin sein, sie mache es nur wie Maria Magdalena.

Das Münster in Straßburg blieb reformierte Kirche bis 1681, als König Ludwig XIV. diese den Katholiken zurückgab. Katharina Zell gilt als die erste Pfarrfrau und als Vorbild der Pfarrfrauen in den Jahrhunderten danach.

  Die lesenswerte Hausarbeit von Daniel Schüle über Katharina Zell und ihre Schrift Entschuldigung gibt es online.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 10.09.2017

Quellen:

• Evang. Gemeindeblatt für Württemberg 36/2011

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.