Ökumenisches Heiligenlexikon

Paphnutios von Ägypten

auch: der Bekenner
Beiname: Kephalas, der Hartnäckige

Gedenktag katholisch: 11. September

Gedenktag orthodox: 12. Juni, 11. September

Gedenktag koptisch: 9. Februar
als Konzilsvater: 5. November
bedacht in der Basilius-Anaphora

Name bedeutet: der (zu) Gott Gehörende (koptisch)

Bischof der oberen Thebais
* in Ägypten
um 360 in Ägypten


Dem Christen Paphnutios wurden in der Christenverfolgung unter Kaiser Maximinus Daja 308 ein Auge ausgestochen und die Sehne einer Kniekehle durchtrennt, dann wurde er als Zwangsarbeiter in ein Bergwerk gesteckt. 311 wurde er befreit, ging als Mönch zu Antonius dem Großen und wurde einige Jahre später zum Bischof der oberen Thebais - der Wüste bei Theben, heute Ruinen bei Al Uqsur - gewählt mit Sitz in einer Stadt namens El-Saiid. Er lebte in strengster Askese, bekämpfte den Arianismus, nahm teil am 1. Konzil von Nicäa, wo er nach dem Zeugnis von Sozomenos mit großem Einsatz verhinderte, dass dem KlerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. ein Leben im Zölibat vorgeschrieben wurde und er de Beischlaf von verheirateten Laien, die höheren Weihen empfangen haben, als legitim und keusch bezeichnete. 1 Paphnutios genoss schon zu Lebzeiten hohe Verehrung.

Patron der Bergleute

1 Diese Überlieferung wird heute weithin als legendär berachtet.

Worte des Heiligen

Paphnutios ahmt Jesus nach, der nicht kam, um zu richten, sondern um zu retten:
Ein Bruder im Koinobion [Kloster] wurde fälschlich wegen Buhlerei [eines Liebesverhältnisses] verklagt. Er machte sich auf und ging zum Altvater Antonios. Aber auch die anderen Brüder des Koinobions kamen, die ihn heilen und heimbringen wollten. Sie begannen, ihn anzuklagen: So hast du getan! Nun war dort zufällig auch der Altvater Paphnutios der Kephalas. Und er legte ihnen folgendes Gleichnis vor: Ich sah am Ufer des Stromes einen Menschen, der bis zu den Knien im Schlamm steckte. Als aber Leute herzukamen, um ihm die Hand zu reichen, stießen sie ihn bis zum Hals ins Wasser. Der Altvater Antonios sagte über den Altvater Paphnutios: Sehet, das ist ein rechter Mensch, der Seelen heilen und retten kann. Über dem Wort der Alten kamen sie zur Besinnung und warfen sich dem Bruder zu Füßen. Aufgemuntert von den Vätern nahmen sie den Bruder ins Koinobion mit.

Paphnutios verzichtet darauf, andere Menschen wegen ihres Fehlverhaltens zu verurteilen:
Der Altvater Paphnutios sagte: Ich war auf Wanderung und es begegnete mir, dass ich mich wegen des Nebels verirrte und mich in der Nähe eines Dorfes befand; dort sah ich, dass einige Leute in schändlicher Weise miteinander verkehrten. Ich stellte mich hin und betete um Verzeihung meiner Sünden. Und siehe, da kam ein Engel mit einem Schwert und sagte zu mir: Paphnutios, alle, die ihre Brüder verurteilen, gehen durch dieses Schwert zugrunde. Du aber hast nicht geurteilt, sondern dich vor dem Angesichte Gottes verdemütigt, als hättest du diese Sünde begangen. Deswegen ist dein Name eingeschrieben im Buche der Lebendigen.

Der Verzicht auf die rigorose Prinzipientreue kann heilsam sein:
Man erzählte sich vom Abbas Paphnutios, dass er nicht leicht Wein trank. Auf einer Wanderung geriet er in eine Räuberbande und fand sie beim Weintrinken. Einer der Bandenführer kannte ihn und wusste, dass er keinen Wein trinke. Da er sah, dass er sehr ermüdet war, mischte er einen Becher Wein und sagte, mit dem Schwert in der Hand, zum Greis: Wenn du nicht trinkst, dann ermorde ich dich. Der Greis erkannte, dass er nach Gottes Fügung handeln wolle, und im Wunsche, ihn zu gewinnen, nahm er und trank. Da fiel ihm der Räuberhauptmann zu Füßen und sagte: Verzeihe mir, Vater, dass ich dich gequält habe. Und der Greis sagte: Ich vertraue auf Gott, dass er dir wegen dieses Bechers sein Erbarmen erzeigen wird in dieser und in der kommenden Welt. Der Räuber antwortete: Und ich vertraue zu Gott, dass ich von jetzt an niemandem mehr Böses zufügen werde. Und der Altvater bekehrte die ganze Bande, indem er um des Herrn willen auf seinen Willen verzichtete.

Quelle: Weisung der Väter, übersetzt von Bonifaz Miller. = Sophia, Bd. 6. Lambertus-Verlag Freibug i. B. 1965, Nr. 29, S. 786 - 788

Zitate von Paphnutios:

Der Abbas Paphnutios pflegte zu sagen: In alten Zeiten, als die Altväter noch lebten, ging ich zweimal im Monat zu ihnen - die Entfernung betrug zwölf Meilen - und legte ihnen mein ganzes Denken dar, und sie sagten nichts anderes als dies: An welchen Ort du auch hinkommst, vergleiche dich nicht mit anderen, und du wirst Ruhe finden.

Abbas Paphnutios, der Schüler des Abbas Makarios, berichtete: Ich bat meinen Vater: Sage mir ein Wort, und er antwortete: Tue keinem etwas Böses und urteile über niemand! Das beachte, und du wirst das Heil finden!

Drei Greise kamen einst zum Altvater Paphnutios, genannt Kephalas, um ihn um ein Wort zu bitten. Der Alte sprach zu ihnen: Was soll ich euch sagen? Geistliches oder Weltliches? Sie sagten: Geistliches! Da sprach der Greis zu ihnen: Geht, liebt die Bedrängnis mehr als die Ruhe, die Missachtung mehr als die Ehre und das Geben mehr als das Nehmen.

Quelle: Weisung der Väter, übersetzt von Bonifaz Miller. = Sophia, Bd. 6. Lambertus-Verlag Freibug i. B. 1965, Nr. 29, S. 788, 481, 522

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

Catholic Encyclopedia





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 26.11.2019

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• http://www.unifr.ch/iso/iso100101de.htm
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 7., Herder, Freiburg im Breisgau 1998

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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