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Ökumenisches Heiligenlexikon

Valentin von Rom


Valentin war der Überlieferung nach ein armer, ehrsamer Priester, der ein blindes Mädchen geheilt haben soll. Hilfe und Trost Suchenden schenkte er eine Blume aus seinem Garten. Trotz eines Verbotes des Kaisers Claudius II. traute er Liebespaare nach christlichem Zeremoniell und half in Partnerschaftskrisen; deshalb wurde er enthauptet.

Eine Bischofsliste aus dem Jahr 354 weiß um den Bau einer Basilika seines Namens am 2. Meilenstein der Via Flaminia unter dem römischen Bischof Julius I. Dort gibt es heute die Katakomben des Valentin mit Funden, Resten eines Epigramms des römischen Bischofs Damasus I. sowie Grabinschriften aus dem 4. und 5. Jahrhundert, die auf eine sehr alte Kultstätte schließen lassen. Valentin ist schriftlich erstmals im 6. Jahrhundert in der Leidensgeschichte von Marius bezeugt. Reliquien liegen in der Kirche S. Maria in Cosmedin in Rom. Schon im Altertum wurde Valentin in vielen Städten Mittelitaliens verehrt.

Valentins Legende und die Verehrung von Reliquien überschneiden sich mit der Überlieferung von Valentin von Terni.

Das Brauchtum, den Valentinstag als Tag der Liebenden zu begehen, geht zurück auf den Festtag für die römische Göttin Juno, weil Mitte Februar die Paarungszeit der Vögel beginnt. Juno, der Schützerin von Ehe und Familie, wurden an diesem Tag Blumen geopfert; den Frauen schenkte man an diesem Tag Blumen. Am 14./15. Februar fanden schon zuvor die römischen Luperkalien statt, das Fest der Wölfin. Dabei wurden die Geschlechtsreiferituale zur ersten Menstruation von Mädchen abgehalten sowie nach erlangter Reife Ehen geschlossen. Von diesem Reinigungsfest kommt der Monatsname Februar. Das Fest der Lupercalia feierten die Römer an der im Jahr 2007 von Archäologen wieder gefundenen Grotte der Wölfin am Fuße des Palatin; die Frauen schrieben dabei ihre Namen auf Papyrusstreifen und ließen junge Männer diese Briefchen ziehen, während die nackten Jünglinge zu einem Wettlauf über den Palatin antraten. Die Christen änderten den Brauch, indem sie die Namen von Heiligen und kurze Predigten auf Zettelchen schrieben und unters Volk brachten. Dadurch entwickelte sich Valentin zum Schutzheiligen der Liebenden, das Fest behielt also seinen Topos.

Am 14. Februar wurde früher in manchen Kirchen die Ankunft Jesu als himmlischer Bräutigam zur Himmlischen Hochzeit gefeiert. Im Mittelalter kam der Brauch, Valentin als Patron der Liebenden zu feiern, zunächst in Frankreich, Belgien und England auf, nachgewiesen erstmals im 14. Jahrhundert mit Valentine greetings.

Valentins Kopfreliquie in der Kirche S. Maria in Cosmedin in Rom
Valentins Kopfreliquie in der Kirche S. Maria in Cosmedin in Rom

Valentin zählte bald schon zu den volkstümlichsten Heiligen, vergleichbar mit Nikolaus oder Martin. Im späten Mittelalter wurde es besonders in Frankreich und England Brauch, dass am Valentinstag durch das Los Valentin und Valentine füreinander bestimmt wurden: nach gegenseitigem Austausch von Geschenken lebten sie dann ein Jahr als Verlobte, um sich dann wieder zu trennen - oder zu heiraten. Die Volksüberlieferung sagt, ein Mädchen werde den heiraten, den es am Valentinstag als ersten Mann erblickt; heiratswillige Männer überbringen deshalb möglichst früh am Morgen einen Blumenstrauß. In England schickt man sich am Valentinstag anonyme Liebesbriefe. Junge Mädchen in England und Amerika können am Valentinstag durch Übersendung einer Valentinspostkarte oder eines in Herzform gehaltenen Gegenstandes dem heimlich Geliebten ihre Zuneigung mitteilen; die englische Kirche versuchte dem 1927 ein Ende zu setzen und strich Valentin aus dem Heiligen-Kalender.

Der 14. Februar war auch Tag der großen Festmahlzeiten von Seefahrern, Gilden, Zünften und Bruderschaften. In den Hansestädten trafen sich am Valentinstag die Zünfte zum Freundschaftsmahl. Mit Valentin begann angeblich die eigentliche Faschingszeit mit großen Bällen, Künstler- und Maskenfesten. Valentinsbrot galt als Heilmittel, das Beifußkraut (Herba S. Valentini) ist ihm geweiht. Der Valentinstag galt als Unglückstag für das Vieh, deshalb durfte es an diesem Tag nicht arbeiten. Im deutschsprachigen Raum verbreitete sich der Brauch der Blumengeschenke nach dem 2. Weltkrieg durch den Einfluss aus den USA - die Blumenhändler erklärten diesen Tag 1950 als Tag der offenen Herzen.

Patron der Liebenden, Verlobten und Bienenzüchter
Bauernregeln: Kalter Valentin / früher Lenzbeginn.
Ist's am Valentin noch weiß, / blüht zu Ostern schon das Reis.
Hat's zu St.Valentin gefroren, / ist das Wetter lang verloren.
St. Valentin / friert's Rad mitsamt der Mühle ein.
Regnet es an Valentin, / ist die halbe Ernte hin.
Liegt an Valentin die Katz in der Sonne, / kriecht sie im März hintern Ofen voll Wonne.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 09.02.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.bauernregeln.net/februar.html
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001
• http://www.abendblatt.de/daten/2009/02/13/1047088.html
• http://matriarchat.info/winter/luperkalien-und-valentinstag.html