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Ökumenisches Heiligenlexikon

Die Märtyrerakten


Die Akten der Märtyrer sind die offiziellen Aufzeichnungen der Gerichtsverfahren über die Märtyrer der frühen Christenheit. In einem erweiterten Sinn wird der Begriff gebraucht für alle Berichte über Gerichtsverfahren und Tod dieser Märtyrer. Für letztere gilt folgende Klassifizierung:

Neben diesen drei Arten mehr oder weniger zuverlässiger Dokumente gibt es viele andere unter der Bezeichnung Acta Martyrum, obwohl sie geringen oder gar keinen historischen Wert haben. Dazu gehört zum Beispiel die Erzählung von Felicitas und ihren sieben Söhnen, welche in ihrer überlieferten Form wohl eine Variation des biblischen Buches 2. Makkabäer 7, 1 - 41 ist; dennoch kann kein Zweifel an den zugrunde liegenden Fakten sein, nicht zuletzt durch die Entdeckung des Grabes von Januarius, ihrem ältesten Sohn. Andere Akten haben gar keine Tatsachen als Grundlage, aber sie sind literarische Novellen über die Zeit der jungen Christenheit, so z. B. die Geschichte von Genesius dem Komödianten oder die Akten von Theodora und Didymus.

Francesco Trevisani: „Taufe durch Blut”, 1740, im Innenhof der Kirche Santa Maria degli Angeli e dei Martiri in Rom
Francesco Trevisani: Taufe durch Blut, 1740, im Innenhof der Kirche Santa Maria degli Angeli e dei Martiri in Rom

Noch weniger glaubwürdig ist die Geschichte von Barlaam und Josaphat, einer christlichen Adoption der Buddha-Legende, die Faust-Legende über Cyprian von Antiochia oder die Romanze einer Heldin, die unter den verschiedenen Namen Pelagia oder Margarita, Marina, auch als Eugenia oder == Apollinaria erzählt wurde. Diese Akten sollten den Leser erbauen. Aber es gibt auch klare Fälschungen, erstellt mit der erklärten Absicht der Geschichtsklitterung, z. B. um einen Heiligennamen mit einer bestimmte Kirche oder Stadt zu verbinden.

Außer diesen Acta Martyrum gibt es andere Quellen wie verschiedene Kalendarien, Wegbeschreibungen für Pilger, oder die Schriften der Kirchenvater, schließlich Sammlungen von Lebensbeschreibungen, die berühmtesten sind von Eusebius: die Historia Ecclesiastica und seine Schrift De Martyribus Palestinæ.

Viele Akten wurden insbesondere während der Diokletianischen Verfolgung zerstört, dies gilt vor allem für jene der römischen Märtyrer. Das 6. Konzil von Karthago protestierte 401 gegen den Kult für ungesicherte Heilige, 692 exkommunizierte das 4. Konzil von Konstantinopel jene, die im Gottesdienst ungesicherte Akten verlasen.

Die Autoren des Mittelalters waren verantwortlich für große Teile der Legenden in den Märtyrer-Geschichten. Gregor von Tours war davon der erste mit seinen Schriften De virtutibus S. Martini, De gloria Confessorum und De vitis Sanctorum. Die berühmteste Sammlung des Mittelalters war die Legenda aurea des Jacobus de Voragine. Alle Verfasser berichteten über Heilige und über Märtyrer,so z. B. Mombritius in Mailand 1476, Lipomanus in Venedig 1551 und Surius in Köln 1570.

Eine neue Epoche wurde eingeleitet mit den Acta primorum martyrum sincera et selecta des Benediktiners Theodor Ruinart - erschinen 1689 in Paris -, die häufig nachgedruckt wurden. In neuerer Zeit haben sich die Kriterien der Authenzität gegenüber seiner Auswahl stark verändert, aber als wichtigstes Ergebnis auch der kritischen Forschung kann die Bestätigung der wichtigsten Fakten wie der Ursache der Verfolgungen, der großen Zahl und Standhaftigkeit der Märtyrer, der Popularität ihres Kults oder der Historizität vieler populärer Heiligen gelten.

Seit Ende des 16. Jahrhunderts ist das Martyrologium Romanum für die römisch-katholische Kirche das offizielle Verzeichnis der Märtyrer, dazu aller anderen Seligen und Heiligen.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon: Von den kirchlichen Heiligenbüchern oder den Martyrologien etc.

Catholic Encyclopedia

  Märtyrerakten auf Deutsch gibt es in der Bibliothek der Kirchenväter der Université Fribourg.

  Vom Märtyrer-Effekt und wie der Glaube den Schmerz eindämmt berichtete SPIEGEL-online über ein Forschungsprojekt, das die Arbeitsweise des Gehirns und Verbindungen zu Seele und Glauben erforschte.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 11.06.2017
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
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Quellen: