Ökumenisches Heiligenlexikon

Paschalis I.

Gedenktag katholisch: 11. Februar
Messe an einigen Orten: 14. Mai

Gedenktag orthodox: 14. Mai

Name bedeutet: der Österliche (an Ostern Geborene) (hebr. - latein.)

Papst
* in Rom
11. Februar (?) 824 daselbst


Mosaik an der Apsis der Basilika Santa Prassede in Rom, erstellt zu seinen Lebzeiten, was der rechteckige 'Heiligenschein' um seinen Kopf anzeigt
Mosaik an der Apsis der Basilika Santa Prassede in Rom, erstellt zu seinen Lebzeiten, was der rechteckige Heiligenschein um seinen Kopf anzeigt

Paschalis I. war der Sohn der Bischöfin 1 Theodora. Er war Abt im Stephanskloster neben der Peterskirche. Noch am Todestag seines Vorgängers Stephan IV. wurde er im Januar 817 zum Papst gewählt und setzte die kooperative Politik mit den Herrschern des Frankenreichs fort. Von Kaiser Ludwig dem Frommen erhielt er 817 im Pactum Hludovicianum die bereits von seinem Vorgänger ausgehandelte Garantie der Unabhängigkeit des Kirchenstaates und der freien Papstwahl. Gleichzeitig betrieb er für seinen Machtbereich im Kirchenstaat eine eigenständige Politik und griff in Angelegenheiten der fränkischen Kirche ein. Er war nachdrücklicher Förderer der Missionierung Nordeuropas und ernannte Erzbischof Ebo von Reims zum Legaten für die nordelbischen Gebiete. 823 salbte er den schon seit 817 als Kaiser regierenden Lothar I. in Rom zum Kaiser des Frankenreiches und bekräftigte dadurch die Bindung der Kaiser an Rom. Dabei wurden zwei fränkische Ämterträger ermordet, Paschalis musste einen Reinigungseid leisten, Lothar I. konnte mit der Constitutio Romana die Päpste zu einem Treueeid verpflichten.

Medaillon, um 1848, in der Kirche San Paolo fuori le Mura in Rom
Medaillon, um 1848, in der Kirche San Paolo fuori le Mura in Rom

In Rom erneuerte Paschalis viele Kirchen im Geiste der Spätantike. So ließ er wohl die Zeno von Verona gewidmete Kapelle in der Kirche Santa Prassede erbauen, wo er sich mit einer Inschrift an einem Mosaik und an einer Reliquie ein Denkmal setzen ließ, ebenso in der im Apsismosaik der in seiner Zeit erneuerten Kirche Santa Maria in Domnica. Auch die Basilika Santa Cecilia in Trastevere ließ er neu errichten. Den durch Kaiser Leo V. im Byzantinischen Reich verfolgten Ikonenverehrern bot er Unterstützung.

Der beim Volk in Rom wegen seiner parteiischen und schroffen Regierung unbeliebte Papst wurde nach seinem Tode in der von ihm wieder errichteten Kirche Santa Prassede bestattet, da das Volk eine Grablegung in der Peterskirche verhinderte. Von Papst Eugen II. wurde er dann in eine Kapelle des Petersdomes überführt.

1 Theodora Theodora war selbst Bischöfin, ihr Mann Bonosus war nach urkundlichen Belegen kein Bischof. Die Bezeichnung EPISCOPA am von Paschalis beauftragten Mosaik mit ihrem Bild in der Kirche Santa Prassede ist eindeutig; Versuche, dies als Ehrentitel zu interpretieren, haben keine Grundlage.


Worte des Heiligen

Brief über die Auffindung der Reliquien der hl. Cäcilia:
Es obliegt der apostolischen Leitung, die verschiedenen Leiber der Heiligen, die lange Zeit ohne Verehrung blieben, mit höchster Wachsamkeit zu Ehren des allmächtigen Gottes innerhalb der Mauern dieser ehrwürdigen Stadt ehrenvoll zu versammeln, unter ihnen auch den Leib der hl. Cäcilia, diese sollten wir ehrenvoll aufspüren; und weil sich schon lange unter einigen Leuten das Gerücht verbreitet hatte, dass der Leib der hl. Cäcilia vom Langobardenkönig Aistulph heimlich entführt worden sei, darum glaubten wir, sie beinahe dem Vergessen anheimgeben zu dürfen.
Doch eines Tages geschah mit Gottes Güte Folgendes, als wir vor der Confessio des hl. Petrus an einem Sonntagmorgen einmütig in Ruhe die Psalmen sangen und schon eine gewisse Schläfrigkeit unsere schwächlichen Körper erfasste: Da trat vor uns ein sehr schönes Mädchen von jungfräulichem Aussehen hin. Sie blickte uns an und sagte etwa Folgendes: Wir sagen dir vielen Dank, dass du deine zögerliche Haltung, die du aufgrund der fälschlich und grundlos verbreiten Berichte an den Tag gelegt hattest, verlassen hast und weil du dich so mir genähert hast, dass wir nun von Mund zu Mund miteinander sprechen können. Und als sie nun von uns gewissenhaft befragt wurde: Wer bist du denn? Und wie heißt du denn, da du mich so ansprichst? Wenn du nach meinem Namen fragst, ich heiße: Cäcilia, Dienerin Christi. Und ich fügte hinzu: Wie können wir das glauben, da doch einst das Gerücht verbreitet wurde, dass der Leib der heiligsten Martyrin von den Langobarden fortgeschafft wurde? Sie antwortete: Wahrheit ist, dass sie mich haben wollten und suchten, aber die Gnade meiner Herrin und allzeit jungfräulichen Gottesmutter verhinderte, dass sie mich finden, und von hier, wie sie es wollten, weiter wegschaffen konnten. Aber du fahre fort, wie du begonnen hast, und wirke unermüdlich weiter, da es dem allmächtigen Gott gefallen hat, mich dir zu zeigen. Und sei bestrebt, meinen Leib zusammen mit anderen Leibern der Heiligen, die neben mir sind, innerhalb der Stadtmauern zu bestatten. Und mit diesen Worten verabschiedete sie sich.
Da stellten wir aufgrund dieser Erscheinung alle Schwierigkeit hintan und beschlossen, unverzüglich den Leib der ehrwürdigen Jungfrau zu suchen. Da eilten wir mit dem gnädigen Beistand Gottes in den Friedhof des hl. Sixtus bzw. Praetextatus, der außerhalb der Porta Appia liegt (wie es offensichtlich in ihrer heiligsten Passio berichtet wird), und fanden [den Leib] inmitten der bischöflichen Kollegen mit goldenen Kleidern angetan zusammen mit ihrem verehrungswürdigen Bräutigam. Dort fanden wir auch zu Füßen der seligsten Jungfrau zusammengerollt und voll Blut die Leintücher, mit denen das heiligste Blut abgewischt wurde, das von den Wunden herrührte, die der Lanzenträger grausam mit dreimaligen Schlägen zugefügt hatte. Das alles berührten wir mit den Händen und überführten es dann zusammen mit dem verehrungswürdigen Leib in das Innere der Stadt Rom … und bestatteten den Leib dieser Jungfrau zusammen mit ihrem liebsten Bräutigam und den Martyrern Tiburtius und Maximus, sowie den beiden Bischöfen Urbanus und Lucius. unter dem hl. Altar des seligen Apostels Andreas und des seligen Bekenners Gregor.

Quelle: Patrologia Latina 102, epistel 1, Sp. 1087

Zitat von :

Paschalis macht dem Erzbischof von Mailand schwerste Vorwürfe wegen der von ihm geduldeten Simonie:
Der Herr bezeugt zur Abschreckung durch den Propheten: Wahrhaftig vergießt Blut, wer über das Unrecht der Frevler schweigend hinwegsieht. Wir hörten nämlich zu unserer großen Verwunderung, dass bei euch heilige Weihen durch Geld ver- und gekauft werden, obwohl sich doch, wer derartiges billigt, ganz und gar als Häretiker erweist, wie der Hl. Geist durch Gregor sagt: Wer immer durch Geld geweiht wird, erweist sich als Häretiker. Wer sich seinem Amt entsprechend nicht gegen die Häresie der Simonie … wendet, der wird ohne Zweifel mit dem Gemeinschaft haben, der als erster diesen sündhaften Frevel begeht.

Quelle: Patrologia Latina 102, epistel 5, Sp. 109

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

Catholic Encyclopedia

  Schriften von Paschalis und seine Lebensgeschichte gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Die Kirche Santa Prassede in Rom ist täglich von 7 Uhr bis 12 Uhr und von 16 Uhr bis 18.30 Uhr geöffnet. (2017)



Web 3.0 - Leserkommentare:

Liebes Heiligenlexikon,
ich stöbere immer wieder gerne im Heiligenlexikon.
Diesmal war ich auf der Suche nach einem Namenspatron für Pascal und finde natürlich Papst Paschalis I., der sich und seine Mutter in der römischen Kirchen Santa Prassede mit dem berühmten eckigen Heiligenschein verewigen ließ.
Bei seiner Mutter Theodora steht eine Fußnote, die meinen Widerspruch herausfordert: Die Bezeichnung episcopa sei eindeutig, und Versuche, darin einen Ehrentitel zu sehen, entbehre jeder Grundlage, haben Sie angemerkt. Das soll dann wohl besagen, dass Theodora geweihte Bischöfin war. Und das entbehrt doch offenkundig noch mehr jeder Grundlage als die Erklärung mit dem Ehrentitel:
1. in der Zeit des Monepiskopats wäre es nicht möglich gewesen, dass sie ihr Amt in Rom ausgeübt hätte (sie war aber Römerin),
2. wir haben keinerlei Informationen, Urkunden oder sonstige Belege, die sie irgendwo als amtierende Bischöfin ausweist,
3. auf keinem Bild von ihr sind bischöfliche Insignien zu finden,
4. wir kennen in der ganzen Kirchengeschichte nicht einen einzigen weiblichen Bischof, weder in der West- noch in der Ostkirche.
Es ist bekannt, dass sich die Verfechter der Frauenordination auf Gestalten wie Phoebe, Theodora und Johanna (VIII.) stürzen, um ihr Anliegen als gut begründete kirchliche Tradition darzustellen. Es ist jedes Mal beim Versuch geblieben, und auch Frau Theodora Episcopa ist keine Kronzeugin.
mit freundlichen Grüßen

Roland Seger, Pfr. über E-Mail, 3. Mai 2014





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 13.05.2021

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Cornelia Schlarb: Seit 2000 Jahren im Amt- mit und ohne Würden. In: Deutsches Pfarrerblatt 12/201
• Wilhelm Kohl. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. VI, Herzberg 1993
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 7., Herder, Freiburg im Breisgau 1998

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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