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Ökumenisches Heiligenlexikon

Bonifatius IV.

Gedenktag katholisch: 8. Mai
Übertragung der Gebeine: 21. Oktober

Gedenktag orthodox: 8. März

Name bedeutet: der Wohltäter (latein.)

Papst
* ? in Valenia (?) in der Gegend um den früheren Lago Fucio in den Abruzzen Italien
8. Mai 615 in Rom


Bonifatius war Sohn eines Arztes, wurde Benediktiner und Diakon und trat in päpstliche Dienste. Gregor „der Große”, der ihn sehr schätzte, vertraute ihm das hohe Amt des Dispensators - des Schatzmeisters - an. Im September 608 wurde er Papst.

Der oströmische Kaiser Phokas hatte 607 ein Gesetz erlassen, durch das er die Würde des Ökumenischen Patriarchen dem Patriarchen von Konstantinopel nahm und dem Papst in Rom übertrug; damit anerkannte er die Rechte Roms auf Vorrangstellung in der gesamten Kirche. 608 schenkte Phokas Bonifatius das Pantheon in Rom, der es zur Kirche Santa Maria ad Martyres - zu Ehren Marias und aller Märtyrer - weihte, nachdem er viele Gebeine aus den Katakomben der Stadt - 18 Karren mit Märtyrergebeinen - hierher hatte umbetten lassen. Die Weihe am 13. Mai 609 - oder 610 - bildete im Zuge der in jener Zeit aufblühenden Heiligenverehrung den Grundstein für das - später durch Papst Gregor III. auf den 1. November verlegte - Fest Allerheiligen.

In Rom herrschte zu Bonifatius' Zeit große Not. Im Westen des Reiches gab es ein Machtvakuum, da der byzantinische Kaiser im Osten mit innerer Opposition, Aufständischen sowie andrängenden Sassaniden und Persern beschäftigt war, so dass die Langobarden große Teile Italiens erobern konnten. Aufgrund von Dürreperioden, Missernten und dem Zusammenbruch des Transportwesens war die Versorgung der Stadt Rom nicht mehr gewährleistet, Hunger und Epidemien breiteten sich aus.

Kloster Sant Pere de Rodes in den katalonischen Pyrenäen. Hierher ließ der Überlieferung nach Bonifatius IV. die wichtigsten Reliquien von Rom - darunter den Kopf und den rechten Arm von Petrus - bringen, um sie versteckt zu halten
Kloster Sant Pere de Rodes in den katalonischen Pyrenäen. Hierher ließ der Überlieferung nach Bonifatius IV. die wichtigsten Reliquien von Rom - darunter den Kopf und den rechten Arm von Petrus - bringen, um sie versteckt zu halten. Später wurde an dieser Stelle das Petrus geweihte Kloster errichtet, 879 erstmals urkundlich erwähnt.

610 berief Bonifatius eine SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. ein, die sich in Anwesenheit des Bischofs Mellitus von London mit dem Leben der Mönche und der Gregor dem Großen eingeleiteten Missionsarbeit in England befasste. Mit dem irischen Missionar Kolumban geriet Bonifatius in scharfe Auseinandersetzung über den Monophysitismus; Kolumban warf ihm seine vermittelnde Haltung vor und bezeichnete ihn als Hehler der Häretiker und Beschützer derer, die nicht an die zwei Naturen Christi glauben, weil er die Beschlüsse des 2. Konzils von Konstantinopel akzeptierte; Kolumban forderte - erfolglos - die Einberufung eines Konzils.

Bonifatius wurde im südlichen Seitenschiff der alten Peterskirche in Rom begraben; später folgte dort eine Verlegung an die Porta Raviniana, nach dem Neubau von St. Peter wurden die Gebeine 1606 in die Thomas-Kapelle der neuen Kirche übertragen.

Kanonisation: Bonifatius wurde der Überlieferung zufolge durch seinen Nachfolger Bonifatius VIII. heiliggesprochen.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

  Schriften von Bonifatius und seine Lebensgeschichte gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.

Das Pantheon - die Kirche Santa Maria ad Martyres - in Rom ist täglich von 8.30 Uhr bis 19.30 Uhr, sonntags von 9 Uhr bis 18 Uhr, feiertags von 9 Uhr bis 13 Uhr geöffnet, der Eintritt ist wie in allen Kirchen Roms frei. (2017)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 05.08.2018

Quellen:
• Karl Heussi: Kompendium der Kirchengeschichte. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1976
• http://www.newadvent.org/cathen/02660c.htm
• http://www.pyreneesguide.com/articles.asp?cID=51&sID=166&aID=539
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 2. Herder, Freiburg im Breisgau 1994
• Friedrich-Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990
• https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/8-Mai-Der-Wochenheilige;art312,188212

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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