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Ökumenisches Heiligenlexikon

Johannes Bosco

italienischer Name: Giovanni Melchiorre
auch: Don Bosco

Gedenktag katholisch: 31. Januar
gebotener Gedenktag
Fest bei den Spezialeinheiten der Landstreitkräfte des spanischen Militärerzbistums
Hochfest bei den Salesianern Don Boscos
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Feldkirch
Gedenktag III. Klasse      Im alten Messbuch entspricht die III. Klasse einem gebotenen Gedenktag. Grundsätzlich werden offiziell alle Klassen als „Feste” bezeichnet, da der Rang ja nicht durch das Wort „Fest”, sondern durch die Klasse gekennzeichnet wird.
Die Feste III. Klasse sind außerhalb der geprägten Zeiten (Advent, Weihnachtsoktav, Fastenzeit, Osteroktav) immer zu feiern, wenn sie nicht von einem Fest I. oder II. Klasse verdrängt werden. Innerhalb der geprägten Zeiten können sie in der Regel nur kommemoriert, aber nicht gefeiert werden.

im Bistum Ibiza und bei den Rogationisten: 1. Februar

Gedenktag anglikanisch: 31. Januar

Name bedeutet: Gott ist gnädig (hebr.)

Priester, Ordensgründer
* 16. August 1815 in Becchi bei Turin in Italien
† 31. Januar 1888 in Turin in Italien


Johannes Bosco war Bauernsohn; als er zwei Jahre alt war starb der Vater, die Mutter erzog ihn in großer Armut. Mit neun Jahren hatte er seine Berufungsvision: Er sah in einem Hof eine Horde herumlungernder und fluchender Gassenjungen; als er dazwischen fahren wollte, sprach ein vornehmer und von innen heraus leuchtender Mann zu ihm: Stelle Dich an die Spitze der Jungen! Nicht mit Schlägen, sondern mit Milde, Güte und Liebe musst Du dir diese zu Freunden gewinnen. Auf seinen Einwand, er könne das nicht, teilte der Mann ihm eine Lehrerin zu, eine majestätische Dame, die ihn in einer Vision in der Vision sehen ließ, wie an Stelle der Buben plötzlich alle möglichen Tiere herumtollten: Löwen, Schafe, Hunde, Katzen, die sich neckten, spielten und den vornehmen Mann und die Frau freudig begrüßten. Auf seinen erneuten Einwand, nicht zu verstehen, teilte die Dame ihm mit: Zu gegebener Zeit wirst Du verstehen!

Ab 1835 konnte Johannes in Chieri im Priesterseminar studieren, 1841 erhielt er die Priesterweihe und arbeitete in der Seelsorge an der Arbeiterjugend und an verwahrlosten Jugendlichen in Turin als Don Bosco. Zur Weiterbildung besuchte er dort den sehr strengen ausgerichteten Convitto Ecclesiastico, Kirchenkonvent; von dessen Sittenlehren abgestoßen, entwickelte er seine an Alfons-Maria von Liguori ausgerichtete Moraltheologie; gleichzeitig übernahm er vom Kovent die Liebe zur Kirche und die Treue zum Papst im Sinne der einflussreichen Amicizia Cattolica, des katholischen Freundesbundes.

Der Rettung der Jugend galt auf diesem Hintergrund hinfort Johannes' Leben. Er richtete ab 1846 in benachteiligten Stadtvierteln Oratorien als Orte der Freizeitgestaltung und der religiösen Unterweisung ein, dazu Abend- und Berufsschulen, Gymnasien und Heime; ab 1848 galt sein Engagement verstärkt der Priesterausbildung. Er nutzte nun auch die Möglichkeiten der Presse und gab Zeitschriften und Bücher heraus. Don Bosco hatte eine große Begabung, auf Menschen zuzugehen und sie für sich und über sich für den Glauben zu gewinnen; er wird als fröhlich, witzig, heiter und immer wohlwollend geschildert. Als pädagogischen Grundsatz vertrat er, dass Jugendliche mit Vernunft, Liebe und Religion zu erziehen seien und Gewalt ausgeschlossen sein muss. Bei Gefängnisexerzitien erwirkte er die ministerielle Sondererlaubnis, mit 300 Gefangenen einen unbewachten Ausflug zu machen. Keiner nutzte die Gelegenheit zur Flucht.

Statue in der Kirche San Tommaso da Villanova in Castel Gandolfo bei Rom
Statue in der Kirche San Tommaso da Villanova in Castel Gandolfo bei Rom

1859 gründete Johannes die Gesellschaft des Heiligen Franz von Sales mit der Aufgabe der Erziehung schwieriger Jugendlicher, die 1869 vom Papst Pius IX. als Kongregation der Salesianer anerkannt und deren Regel 1884 endgültig bestätigt wurde. Mit Maria Mazzarello gründete er 1872 auch die Genossenschaft der Töchter Mariä der Hilfe der Christen, die Don Bosco Schwestern oder Mariahilfschwestern. 1876 rief er die Fromme Vereinigung der Salesianischen Mitarbeiter ins Leben. Schon zu seinen Lebzeiten gab es 250 Häuser in Europa und Amerika, die in seinem Geist arbeiteten. 130.000 Jungen fanden darin ein Zuhause, jährlich wurden 18.000 Lehrlinge ausgebildet; 6000 Priester sind allein zu seinen Lebzeiten daraus hervorgegangen.

Die Salesianer Don Boscos sind im Jahr 2003 mit 18.000 Mitgliedern einer der größten Männerorden und weltweit in der Erziehung und Betreuung schwer erziehbarer und verwahrloster Jugendlicher tätig. Reliquien von Johannes traten 2009 eine sechsjährige Reise an, die sie in 133 Länder der Erde führte.

Kanonisation: Am 2. Juni 1929 wurde Johannes von Papst Pius XI. selig- und am 1. April 1934 durch denselben Papst heiliggesprochen.
Patron der Jugend und der Jugendseelsorger, der (katholischen) Verleger

Worte des Heiligen

Johannes Bosco propagiert in der Erziehung das Präventivsystem:
Worin besteht das Präventivsystem und warum ist es vorzuziehen?
Zu allen Zeiten wurden in der Jugenderziehung zwei Systeme angewandt: das präventive und das repressive. Das Repressivsystem besteht darin, dass man das Gesetz den Untergebenen bekanntmacht und dann seine Befolgung überwacht, um die Übertreter festzustellen und ihnen nötigenfalls die verdiente Strafe zu geben. Bei diesem System müssen Worte und Haltung des Vorgesetzten immer streng, fast drohend sein; er muss jeden vertrauten Verkehr mit seinen Untergebenen meiden. …
Verschieden und, ich möchte sagen, entgegengesetzt ist das Präventivsystem. Es besteht darin, dass man die Vorschriften eines Instituts bekanntmacht und dann die Jugendlichen derart überwacht, dass das achtsame Auge des Direktors oder der Assistenten immer auf ihnen ruht. Wie gütige Väter sollen sie mit ihnen sprechen, bei jedem Anlass als Führer dienen, gute Ratschläge erteilen und sie liebevoll zurechtzuweisen. Mit einem Wort: Die Jugendlichen in die Unmöglichkeit versetzen, Fehltritte zu begehen.
Dieses System stützt sich ganz auf Vernunft, Religion und liebevolles Wesen. Deshalb schließt es jede gewaltsame Züchtigung aus und sucht auch leichtere Strafen fernzuhalten. Es scheint aus folgenden Gründen den Vorzug zu verdienen:
• Wenn der Jugendliche im Voraus aufmerksam gemacht wurde, ist er ob der begangenen Fehler nicht verzagt, was geschieht, wenn sie dem Oberen angezeigt werden. Auch wird er niemals über eine erhaltene Zurechtweisung, über eine angedrohte oder auferlegte Strafe böse; denn in ihr liegt stets ein freundschaftliches und zuvorkommendes Wort. Man redet ihm dadurch vernünftig zu und gewinnt dabei meistens sein Herz. …
• Das Repressivsystem kann wohl eine Ausschreitung verhindern, wird aber kaum die Schuldigen bessern. …
• Das Präventivsystem hingegen macht den Jugendlichen zum Freund. … Hat der Erzieher einmal das Herz seines Schutzbefohlenen gewonnen, so kann er über ihn großen Einfluss ausüben, ihn aufmerksam machen, beraten und zurechtweisen, sogar noch, wenn er sich im bürgerlichen Leben in Amt und Stellung befindet.
Aus diesen und vielen anderen Gründen scheint das Präventivsystem vor dem Repressivsystem den Vorzug zu haben.


Empfehlungen für die Erziehung Jugendlicher:
Wenn wir eifrig für das wirkliche Glück unserer Zöglinge sorgen und sie zur Erfüllung ihrer Pflichten anleiten möchten, dürfen wir vor allem nie vergessen, dass wir Elternstelle an den lieben jungen Menschen vertreten. Ich habe immer in Liebe für sie gearbeitet, mich um sie bemüht und das Priesteramt ausgeübt, nicht ich allein, sondern die ganze salesianische Gesellschaft.
Liebe Söhne, wie oft musste ich mich in meinem langen Leben durchringen zu der großen Wahrheit: Leichter ist es zornig zu werden, als zu ertragen, einem Knaben zu drohen, statt ihm eindringlich zuzureden. Ja, ich sage es: Es ist bequemer für unsere Ungeduld und unseren Hochmut, die Fehlenden zu strafen, als sie fest und freundlich zu ertragen und so zu bessern.
Ich empfehle euch die Liebe des Paulus, die er gegenüber den Neugetauften an den Tag legte. Oft führte sie dazu, dass er weinte und inständig betete, wenn er sah, wie wenig gelehrig sie waren und wie sie seiner Liebe widerstanden.
Gebt Acht, dass euch niemand vorwerfen kann, ihr ließet euch durch heftige Gemütsbewegungen leiten. Es ist schwer, beim Strafen die Standhaftigkeit des Herzens zu bewahren, die nötig ist, wenn es nicht scheinen soll, wir handelten nur, um unsere Autorität zu zeigen oder um der Erregung des Gemüts ihren Lauf zu lassen.
Wir müssen sie als Söhne betrachten, über die wir eine Vollmacht auszuüben haben. Wir wollen uns zu ihren Dienern machen wie Jesus, der kam, um gehorsam zu sein, nicht zu befehlen, und wir sollten uns schon des Anscheins der Herrschsucht schämen; wir wollen nicht über sie herrschen, es sei denn, um ihnen zu dienen. So machte es Jesus mit den Aposteln. Sie waren unwissend und ungebildet, ja auch ihr Glaube war klein. Aber er ertrug sie. Gegenüber den Sündern bewies er eine so gütige und vertraute Freundschaft, dass die einen staunten, die anderen Anstoß nahmen, andere schließlich Hoffnung schöpften, von Gott Verzeihung zu erlangen. Deswegen forderte er uns auf, gütig und von Herzen demütig zu sein.
Sie sind unsere Söhne. Wenn wir daher ihre Irrtümer unterdrücken wollen, müssen wir allen Zorn ablegen oder doch so mäßigen, als hätten wir ihn ganz ausgelöscht.
In besonders schweren Fällen empfiehlt es sich, mehr inständig und demütig zu Gott zu beten, als einen Wortschwall loszulassen, der nur das Gemüt der Hörer beleidigt, den Schuldigen aber keinen Nutzen bringt.

Quelle: Giovanni Bosco: Pädagogik der Vorsorge, besorgt v. K. G. Fischer, Paderborn 1966, S. 94f
Epistolario 4, Turin 1959, S. 201ff; deutsch in: Monastisches Lektionar - Für die Benediktiner des deutschen Sprachgebietes, Bd. 1, 1, St. Ottiien 1981, S.885f

Zitate von Johannes Bosco:

Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen! (X, 540)
Der Teufel hat Angst vor fröhlichen Leuten. (X, 648)
Man möge Sorge tragen, dass alle, die mit uns umgehen, befriedigt fortgehen, und dass wir, so oft wir mit jemand sprechen, einen Freund mehr gewonnen haben. (VI, 890)
Man muss arbeiten, als bräuchte man nicht zu sterben, und leben, als könnte man jeden Tag sterben. (VII, 484)
Sag nicht immer, was du weißt, sorge aber dafür, dass du gut weißt, was du sagst. (III, 614)
Ertrage gern die Fehler der anderen, wenn du willst, dass die anderen die deinen ertragen. (XIII, 617)
Wie man lebt, so stirbt man. (IX, 567)
Dem anderen verzeih alles, dir selbst nichts! (III, 617)
Keiner ist geeignet, zu befehlen, der nicht gelernt hat, zu gehorchen. (X, 1045)
Wer sich mit Christus freuen will, muss mit ihm gekreuzigt werden. (XI, 513)
Die Quelle aller Gnaden ist das heiligste Herz Jesu. (XVII, 214)
Wer auf der Höhe steht, hat umso mehr Demut notwendig. (X, 1086)
Gott hat uns für andere in diese Welt gesetzt. (VII, 30)
Wer für die Rettung von Seelen arbeitet, rettet seine eigene. (XVIII, 470)
Ich habe unbegrenztes Vertrauen auf die göttliche Vorsehung, aber auch die Vorsehung will von uns durch große Anstrengungen unterstützt werden. (XL 55)
Wenn wir anfangen, Schätze zu sammeln, wird uns die Vorsehung den Rücken kehren. (X, 99)
Wandelt mit den Füßen auf der Erde, aber wohnt mit dem Herzen im Himmel. (VIII, 752)
Nützt die Zeit, und die Zeit wird euch nützen in der Ewigkeit. (XVIII, 482)
Es ist unmöglich, dass einer, der sich ganz Gott überlässt, nicht erhört wird. (X, 91)
Gott lässt sich an Großmut nicht übertreffen. (II, 524)
Man muss Geduld haben. Tu, was du kannst, und Gott besorgt den Rest. Er lässt dich nicht im Stich, wenn du für ihn arbeitest. (XIII, 832)
Denk daran: Die Dornen des Lebens werden Blumen für die Ewigkeit. (VIII, 476)
Der Honig der Liebe mildert die Bitterkeit der Zurechtweisung. (IX, 23)

Quelle: Giovanni Bosco: Worte der Wegweisung, 15. Folge der Schriftenreihe zur Pflege salesianischer Spiritualität, Ensdorf 1986

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

Catholic Encyclopedia

  Schriften von Johannes Don Bosco und seine Lebensgeschichte gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 22.10.2019

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996

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Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.