Ökumenisches Heiligenlexikon

Petrus in Rom ?

Prof. Helmut Bouzek hat sich mit der Frage beschäftigt, wie tragfähig die Überlieferung vom Aufenthalt des Petrus in Rom ist.

Bei der Zusammenstellung der wesentlichsten Überlieferungen und Erkenntnisse über das Petrus-Grab habe ich festgestellt, dass ungeachtet der Tatsache, dass der Aufenthalt des Petrus in Rom umstritten bzw. nicht beweisbar ist, Überlegungen hinsichtlich seines Grabes angestellt werden können. Nun erscheint es angebracht, auch jene Fakten aufzuzeigen, die Verfechter und Gegner eines Romaufenthaltes dieses Apostels ins Treffen führen.
Als Quellen sind dafür das Neue Testament (kanonische Schriften), die Apogryphen sowie verschiedene Publikationen christlicher und heidnischer Autoren von der Antike bis zur Gegenwart heranzuziehen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Neue Testament nicht als fertiges Buch vom Himmel gefallen ist, sondern sich langsam entwickelt hat und erst seit dem 4. Jahrhundert im heutigen Umfang feststeht, dass es den Diskutanten und der Wissenschaft nicht im Original vorliegt, dass es eine Heilsbotschaft darstellt und kein historisches Werk und auch kein geografisches Lexikon ist und dass mehrere Passagen nachträglich eingefügt worden sind sowie zum Teil legendär und auch widersprüchlich sind.

Die Berufung der ersten Jünger - und damit des Petrus – ist ein gutes Beispiel für die widersprüchliche Darstellung eines Ereignisses in den Evangelien, die nach Männern benannt sind, die sie nicht verfasst haben.
In den Evangelien nach Matthäus (4,18 - 22) und Markus (1,16 - 20) finden sich ziemlich gleichlautende Beschreibungen der Berufung am See von Galiläa - dem heutigen Jam Kinneret. Im Evangelium nach Lukas liest man – entgegen der Darstellungen in den vorangeführten Evangelien – nichts davon, dass Jesus am See entlang ging und die Brüder Simon (hebr. Schim’on, griech. Symeon) Petrus (aram. Kefa = Stein) und Andreas aufforderte, ihm zu folgen. Nach Lukasevangelium 5, 1 - 11 waren viele Menschen am Seeufer, die Jesus hören wollten und vom Boot des Petrus aus die erhoffte Rede vernehmen konnten. Der durch Jesus bewirkte reiche Fischfang veranlasste Simon Petrus und seine Arbeitskollegen, alles aufzugeben und Jesus zu folgen. Nach Johannesevangelium 1, 35 - 51 war die Sache ganz anders; weder die Örtlichkeit noch der zeitliche Ablauf und die Art der Berufung lassen eine Nähe zu den synoptischen Evangelien erkennen.

Eine schönfärbende Manipulation zur Ehrenrettung des Petrus findet sich in katholischen Übersetzungen des Neuen Testaments. Bei Lukasevangelium 24, 12 heißt es: Petrus aber stand auf und lief zum Grab, beugte sich hinein und sah nur die Leinentücher, und voll Staunen über das Geschehene ging er hinweg. Bei Matthäus und Markus steht nichts von einem Gang der Jünger zum Grab und in der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift ist dieser Absatz weggelassen worden. In einer Fußnote wird darauf hingewiesen, dass es in zahlreichen Handschriften den vorangeführten Text gibt und es sich um einen Einschub im Sinn von Johannesevangelium 20, 3 - 10 handelt.

Den kanonischen Schriften stehen die so genannten apokryphen Schriften gegenüber. Diese wurden, obwohl manche von ihnen gleichwertig neben den späteren kanonisierten Schriften standen, nicht in den Kanon aufgenommen. Apokryph heißt verborgen gehalten. Während der Theologe und Kirchenschriftsteller Origenes die Pseudepigraphen als kirchliche Apokryphen gegenüber den häretischen Geheimbüchern positiv einstufte, bekam der Begriff für die Kirchenväter in ihrem Kampf gegen die Irrlehren bald etwas Negatives. Trotz dieses Gegeneinander von echten und unechten Schriften hat die Kirche vielfache Anregungen für Glauben und Lehre gerade aus den Apokryphen gezogen und apokryphische Darstellungen, wo es ihr nützlich schien, zur Stütze ihrer Glaubenspositionen verwendet.

Der Lebensweg des Apostels Petrus nach Jesu Tod (wahrscheinlich am 3. April 33) ist im Neuen Testament nur spärlich beschrieben. Nach der Apostelgeschichte hielt er sich zunächst in Jerusalem auf und machte zunächst eine kurze Reise nach Samaria (Apostelgeschichte 8, 14). Eine weitere, ebenfalls nicht weite Reise führte in nach Lydda - dem heutigen Lod - und in den nahe gelegenen Ort Joppe - das heutgee Jaffa - (Apostelgeschichte 9, 36 - 43), anschließend hielt er sich in Cäsarea auf (Apostelgeschichte 10, 1 ff) und kehrte danach nach Jerusalem zurück (Apostelgeschichte 11, 1 ff). Etwa zur Osterzeit des Jahres 43 wurde er im Auftrag des Königs Herodes Agrippa I. festgenommen und eingekerkert, doch von einem Engel befreit (Apostelgeschichte 12 ,1 ff) und im Jahr 49/50 nahm er am Apostelkonzil teil (Apostelgeschichte 15, 1). Mehr findet sich in der Apostelgeschichte nicht über Petrus.

Auffallend ist, dass die Apostelgeschichte, sonst immer um den Ausgleich zwischen dem Urapostel Petrus und dem Spätapostel Paulus bemüht, nichts von einem Aufenthalt und / oder Tod in Rom aussagt, obwohl sie nach dem Tod Petri, der nach der katholischen Kirche 64 oder 67 während der Regierungszeit Kaiser Neros erfolgt sein soll, geschrieben wurde und obwohl sie von einem Romaufenthalt des Paulus berichtet.

Aus dem Brief des Paulus an die Galater (Gal. 2, 11) geht hervor, dass es zu einer Reise oder einem Umzug des Petrus nach Antiochia - dem heutigen Antakya / Hatay - kam; das könnte im Jahr 45 gewesen sein. Ansonsten herrscht im Neuen Testament Schweigen über Aufenthaltsorte des Petrus.
Keine, spärliche und / oder vage Angaben geben immer Anlass zu vielerlei Spekulationen.

Dass die Peterskirche in Rom über dem Petrusgrab steht, ist für die katholische Kirche und besonders für den Papst wichtig, denn das dient der Stärkung des päpstlichen Anspruchs und der damit verbundenen Macht, der Nachfolger des Apostels Petrus zu sein.
Es wird deshalb u.a. im Schott-Messbuch behauptet, dass Petrus und Paulus unter Kaiser Nero das Martyrium erlitten haben; dass Petrus nach dem Weggang Jesu die Leitung der Jüngergemeinde in Jerusalem übernommen habe und dass sein Aufenthalt und sein Martyrium in Rom unter Kaiser Nero als historisch ausreichend gesichert gelten.
Keine historische Sicherheit besteht hingegen bezüglich des Todesjahres des Apostels, dieses könnte zwischen 64 und 67 liegen. Diese Tatsache geht auch aus der im Petersdom angebrachten Tafel hervor, auf der die hier begrabenen Päpste angeführt werden (Summi Pontifices in hac Basilica sepulti).

In der einschlägigen Literatur – Listen über die Begräbnisorte der Päpste und Geschichtsbücher - stößt man jedoch auch auf die Feststellung, dass sich Petrus vom Jahr 33 an bis zu seinem Tod im Jahr 67 in Rom aufgehalten hat. Damit werden die zuvor genannten Aufenthaltsorte Petri und die damit zusammenhängenden Zeitpunkte negiert oder eine rege Reisetätigkeit des Apostels vorausgesetzt.

Der amerikanische Autor Ralf Woodrow, Mitglied der Evangelical Association, berichtet in seinem Buch Die Römische Kirche – Mysterienreligion aus Babylon von einer Überlieferung, nach der Petrus ca. 41 nach Rom gegangen und dort 25 Jahre Bischof von Rom gewesen sei und im Jahr 66 den Märtyrertod erlitten habe.

Auch wird – wie u.a. im Hauptartikel des Ökumenischen Heiligenlexikons zu Petrus angeführt – behauptet, Petrus habe im Jahr 43 in Santa Maria di Leuca italienischen Boden betreten und sie von hier aus nach Rom gereist.
Der Küstenort Santa Maria di Leuca liegt in finibus terrae (am Ende der Welt), womit eine dem heutigen Weltbild nicht mehr entsprechende Ortbezeichnung verwendet wird, jedoch geographisch korrekt am südöstlichsten Punkt Italiens. Hier, wo am Capo Santa di Leuca das Adriatische und das Ionische Meer zusammentreffen, soll nicht nur Petrus, sondern auch der troianische Held und Stammvater der Römer, Aeneas, an Land gegangen sein.

Mit der Nennung unterschiedlicher Jahreszahlen lässt sich kein Beweis für einen Aufenthalt des Petrus in Rom erbringen.
Die Verfechter eines Romaufenthaltes führen als Beweis den ersten Petrusbrief, den sie als von Petrus selbst geschrieben betrachten und in dem es zum Schluss heißt: Es grüßt euch die mit euch auserwählte Kirche von Babylon und Markus, mein Sohn (5, 13).
Doch dieser Brief, für Martin Luther 1523 eines der edelsten Bücher im Neuen Testament und das rechte lautere Evangelio ist offensichtlich gefälscht, d.h. nicht von Petrus verfasst. Die von der modernen Exegese bestätigte Verwandtschaft mit den Paulusbriefen, die Luther so entzückte, macht die Verfasserschaft des Petrus von vornherein wenig wahrscheinlich. Hinzu kommt: der Ort der Niederschrift ist angeblich Rom, denn der Autor grüßt zum Schluss ausdrücklich aus Babylon – ein gebräuchlicher Deck- und Geheimname für die Reichshauptstadt. Die Bezeichnung Babylon für Rom kam aber aller Wahrscheinlichkeit nach erst unter dem Eindruck der Zerstörung Jerusalem im Jahr 70 auf, also einige Jahre nach Petri Tod. Hätte Petrus den Namen Babylon für Rom gebraucht, hätte er sich damit als Staatsfeind und Verschwörer gegen Rom und das Römische Reich erwiesen. Das Interesse der Christen war aber gerade umgekehrt. Außerdem war Rom hauptsächlich für Juden die Hauptstadt des Feindes, aber nicht für Christen.
Dass Petrus in Babylon - dem heutigen Han-al-Mahawil im Irak - wirkte, wird nur von christlichen Minderheiten angenommen, die davon ausgehen, dass er mehrere jüdische Diasporagemeinden besuchte. Ob Babylon damals überhaupt noch existierte, ist unbekannt. Lange Zeit nahm man in der Forschung an, Babylon habe unter den Seleukiden einen Niedergang erlebt und sei spätestens unter parthischer Herrschaft endgültig verlassen worden. Der römische Kaiser Trajan soll hier um 115 nur noch Ruinen gesehen haben. Inzwischen sind aber Zweifel an dieser Sichtweise aufgekommen; in der Spätantike erwähnte der griechische Historiker Prokopios von Caesarea Babylon als Produktionsstätte von Asphalt. Wann genau Babylon jede Bedeutung verlor, wird daher inzwischen wieder kontrovers diskutiert.

Unterstellt man Petrus die Verfasserschaft des Briefes, so müsste er etwa im Jahr 60 entstanden sein, wobei die Frage, wo er geschrieben wurde, nicht beantwortet ist. Die schwierige Frage, wie Petrus nach Babylon kam, kann man nicht gegen die nicht minder schwierige Frage eintauschen, wie er nach Rom kam, und dann erklären, dass er schon eher nach Rom als nach Babylon kam, obwohl es für Petrus näher lag, nach Babylon als nach Rom zu gehen.

Der in dem in Rede stehenden Brief erwähnte Markus soll nach christlicher Tradition mit dem Evangelisten Johannes Markus identisch sein, der der angebliche Gründer der Gemeinde in Alexandria war. Die Ursprünge der christlichen ägyptischen Kirche liegen noch ganz im Dunkeln. Der viel verbreiteten Ansicht, der hl. Markus selbst habe schon 42 in Ägypten missioniert, muss widersprochen werden, denn diese Kirche wurde erstmalig erst im Jahr 303 erwähnt. Nur die Tatsache, dass nach der Apostelgeschichte beim Pfingstenereignis (2, 1 – 13) auch Ägypter anwesend waren, lässt einen direkten Anlass zu eine Christianisierung Ägyptens erahnen. Für die mögliche Missionierung und Kirchengründung kursieren die unterschiedlichsten Jahreszahlen. Es gibt Autoren, die meinen, um 50 hätte die Missionstätigkeit begonnen, andere wollen von einer Kirchegründung im Jahr 65 wissen. Die Koptische Kirche sieht ihn jedenfalls als ihren ersten Papst. Quellen aus dem vierten Jahrhundert (Hieronymus, Eusebius von Cäsarea, Markusakten) berichten vom Märtyrertod des Markus in Alexandria am 25. April des Jahres 68.

Eigenartig ist es auch, dass das berühmte Kanonverzeichnis der römischen Kirche, der Kanon Muratori (um 200), ausgerechnet den ersten Petrusbrief nicht erwähnt, den Brief des angeblichen Gründers der römischen Christengemeinde. Aus diesem Grund lassen Konservative das Schriftstück gern von einem Sekretär des Apostelfürsten stammen, heißt es doch am Briefende: Durch den Bruder Silvanus, den ich für treu halte, habe ich euch geschrieben (5, 12). Diese Sekretärhypothese scheitert vor allem an der stark paulinischen Theologie der Epistel, was gegen die Verfasserschaft des Petrus spricht. Es ist daher anzunehmen, dass der erste Petrusbrief zwischen 90 und 95 entstanden ist.

Was die Zeugnisse außerhalb des Neuen Testamentes betrifft, so wird von den Befürwortern eines Romaufenthaltes des Petrus als wichtigstes der erste Clemensbrief angeführt. Clemens Clemens war Bischof von Rom, also nach katholischer Sprachregelung Papst, und hat einen Brief an die Gemeinde in Korinth etwa im Jahr 96 geschrieben. Aber aus diesem Brief geht keineswegs hervor, dass Petrus in Rom war. Aus dem Brieftext geht zweierlei hervor: erstens, dass Clemens die Apostel Petrus und Paulus als Opfer von Eifersucht und Neid – offenbar Intrigen – bezeichnet. Hier schimmert etwas von den Streitigkeiten in der frühen Kirche und vom großen Anteil des Neides in den menschlichen Beziehungen durch. Zweitens fällt auf, dass Clemens lediglich von Paulus sagt, er habe im Osten und im Westen evangelisiert und sei bis in den äußersten Westen vorgedrungen. Ob man darunter Rom versteht oder wahrscheinlicher Spanien, ist unklar, jedenfalls wird der Westen, und damit Rom lediglich Paulus zuerkannt. Es ist eine Überstrapazierung des Textes, auch aus den Sätzen über Petrus einen Romaufenthalt herauslesen zu wollen. Es bleibt vielmehr dabei: Es gibt aus der frühesten Zeit des Christentums keinen Anhaltpunkt, dass Petrus jemals in Rom gewesen wäre.

Die erste unmissverständliche Behauptung, dass Petrus in Rom war, findet sich relativ spät – um 170 - bei Dionysius von Korinth in dessen Brief an die Römer. Eusebius von Cäsarea zitierte diesen Brief in seiner Kirchengeschichte, darin heißt es: Dass beide Apostel zu gleicher Zeit den Martertod erlitten haben, behauptet Dionysius, Bischof von Korinth in seinem Schreiben an die Römer. Er sagt: Durch euere Fürsorge habt ihr die von Petrus und Paulus in Rom und Korinth angelegten Pflanzungen miteinander verbunden. Denn beide [Petrus und Paulus] haben in unserer Stadt Korinth die Pflanzung begonnen und in gleicher Weise auch in Italien gelehrt, und beide haben zu gleicher Zeit den Martertod erlitten. Dieser Dionysius von Korinth ist allerdings suspekt. Einmal, weil sein Zeugnis aus späterer Zeit stammt, zweitens, weil dieser Bischof weit von Rom entfernt war und drittens, weil er nicht nur behauptet, Petrus und Paulus hätten gemeinsam die Kirche Roms gegründet, sondern auch die von Korinth, was für Korinth das eigene Zeugnis des Paulus widerlegt.

Auch die römische Gemeinde bestand schon vor dem Aufenthalt Paulus' in Rom, dies belegen sein Römerbrief aus dem Jahr 54 oder 57 und das Edikt des Kaisers Claudius I. aus dem Jahr 49, wonach die Juden, die auf Anstiftung eines Chrestus (gemeint ist Christus) überall Unruhe stifteten, aus Rom vertrieben wurden (Sueton: Vita Claudii 25,4).

Die Wunschvorstellung, dass Petrus in Rom war und die römische Gemeinde gegründet habe, hat sich immer mehr verfestigt. Um 190 schrieb der Kirchenvater Irenäus: Nachdem die seligen Apostel [Petrus und Paulus] die Kirche in Rom gegründet und eingerichtet hatten, übertrugen sie Linus das Episkopat zur Verwaltung der Kirche. … Auf ihn folgte Anacletus. Auch nach Eusebius war nicht Petrus, sondern Linus der erste Bischof von Rom. Nach alten Papstkatalogen soll Linus sein Amt noch zu Lebzeiten des Petrus angetreten haben und in den Jahren 55 bis 67 Bischof von Rom gewesen sein.
Dass hingegen Petrus der erste Bischof von Rom war, behauptete der gelehrte Presbyter und spätere Gegenpapst Hippolyt von Rom. Er sagte von Papst Victor I., dass dieser nach Petrus der 13. Bischof von Rom war (Eusebius, Kirchengeschichte V 28).

Zu all dem kommt noch eine Legende, die in der Phantasie eine noch größere Rolle gespielt hat, nämlich die Legende, dass Petrus in Rom auf eigenen Wunsch mit dem Kopf nach unten gekreuzigt wurde. Diese Behauptung findet sich in den Apokryphen, und zwar in den so genannten Petrusakten, die in den Jahren 180 – 190 entstanden sind. Die seltsame Kreuzigung wird als historische Tatsache hingestellt und nach den Petrusakten wurde der Apostel von einem gewissen Marcellus vom Kreuz geholt, in Milch und Wein gebadet, gesalbt und samt einem sehr teuren steinernen Trog mit attischem Honig in des Marcellus eigenem Grab beigesetzt.

Neben der Petrus-Rom-Tradition gab es auch eine ganz andere Petrustradition. Eusebius nennt in seiner Kirchengeschichte Ignatius von Antiochia den zweiten Nachfolger des Petrus auf dem Bischofsstuhl der Kirche von Antaiochia. Der erste Nachfolger hieß Evodius. Auch nach Origenes und Hieronymus war Petrus der erste Bischof in Antiochien. Nirgendwo gibt es eine Nachricht, dass er irgendwann diesen Bischofssitz aufgegeben hätte.

Vielleicht etwas verwirrende die ganze Geschichte, die sich noch fortsetzen ließe, ohne auf einen eindeutigen Beweis für einen Romaufenthalt des Petrus zu stoßen. Für viele Menschen aber ist der Glaube von ausschlaggebender Bedeutung, der bekanntlich Berge versetzt, warum nicht auch den Apostel Petrus nach Rom?

Literaturverzeichnis:
Beck, Alois und Stadlhuber Josef: „Kirchengeschichte I“, Lehr- und Arbeitsbuch für den Katholischen Religionsunterrichte, Innsbruck 1984
Das Neue Testament, Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, Stuttgart 1972
Deschner, Karlheinz: Kriminalgeschichte des Christentums, Band 2 / Spätantike, Hamburg 1988
ders.: Abermals krähte der Hahn. Eine kritische Kirchengeschichte, München 1996
Die Bibel – Die Heilige Schrift des alten und des neuen Bundes, Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 1966
Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des alten und des neuen Testaments nach der Deutschen Übersetzung Dr. Martin Luthers, 1819
Flavius Josephus: Jüdische Altertümer (übersetzt von Dr. Heinrich Clementz), Wiesbaden
Iglessis, Eva-Maria: Romfahrt durch zwei Jahrtausende, Bozen 1985
Kogler, Franz (Hrg.): Herders Neues Bibellexikon, Freiburg im Breisgau, 2008
Ranke-Heinmann, Uta: Nein und Amen, Anleitung zum Glaubenszweifel, Hamburg 1992
Scharbert, Josef: Das Sachbuch zur Bibel, Aschaffenburg 1965
Schausberger, Norbert: Geschichte I. Teil (Studienhelfer), Wien 1978
Schneider, Carl: Das Christentum in Propyläen Weltgeschichte, Band 4, Berlin 1991
Schoeps, Hans-Joachim: Religionen; Wesen und Geschichte, Gütersloh 1998
Schott-Messbuch für Sonn- und Feiertage des Lesejahres C, Freiburg im Breisgau
Verlag Das Beste: Die Menschen der Bibel, Zürich / Wien, 1996 wikipedia

Prof. Helmut Bouzek, E-Mail vom 13. Dezember 2011

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Autor: Prof. Helmut Bouzek - zuletzt aktualisiert am 12.09.2015
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