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Ökumenisches Heiligenlexikon

Malteserorden


Der Malteserorden - mit vollem Namen Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom Hl. Johannes zu Jerusalem, genannt von Rhodos, genannt von Malta - ist der katholische Zweig des alten Johanniterordens. Nachdem der Ordensstaat der Johanniter auf der Mittelmeerinsel Rhodos 1522 von den Türken erobert worden war und der deutsche Ordenszweig Brandenburg sich der Reformation angeschlossen hatte, musste der katholische Zweig neu aufgebaut werden.

Fort Sant' Angelo in Vittoriosa / Birgu, die unter Großmeister Philippe de Villiers de l’Isle-Adam 1530 auf Resten der arabischen Burg erbaute Festung, der erste Ordenssitz auf Malta
Fort Sant' Angelo in Vittoriosa / Birgu, die unter Großmeister Philippe de Villiers de l’Isle-Adam 1530 auf Resten der arabischen Burg erbaute Festung, der erste Ordenssitz auf Malta

Großmeister Philippe de Villiers de l’Isle-Adam erhielt von Kaiser Karl V. 1530 die Insel Malta - daher die Bezeichnung Malteser - als Lehen und der neue Orden konnte nun dort seine Wirksamkeit entfalten, der Ordenssitz war zunächst im Fort Sant' Angelo im heutigen Vittoriosa / Birgu, das auf den Resten einer alten Burg aus der Zeit der Araberherrschaft gebaut wurde. 1565 gelang es unter Großmeister Jean de la Valette, einen Türkenangriff abzuwehren; die nun neu errichtete Hauptstadt wurde ihm zu Ehren Valletta benannt.

Großmeisterpalast</a> in Valletta, heute Sitz der Regierung von Malta
Großmeisterpalast in Valletta, heute Sitz der Regierung von Malta

Dort wurde 1571 bis 1574 der Großmeisterpalast errichtet, 1575 ein Hospital - die Sacra Infermeria an der Stelle des heutigen Mediterranen Conference Centers - für 700 Patienten gebaut, die modernste medizinische Einrichtung der damaligen Zeit, 1578 die neue Ordenskirche - seit 1816 Konkathedrale - dem Ordenspatron Johannes dem Täufer geweiht. Erneut wurden Festungen errichtet und eine Flotte zur Verteidigung des Abendlandes gegen die Türken aufgebaut. 1548 erhielt der Großprior in Deutschland von Kaiser Karl V. für sich und seine Nachfolger die Würde eines Reichsfürsten.

Jean de la Vallette-Parisot, Großmeister des Ordens von 1557 bis 1568, Sieger gegen die Türken 1565, Begründer der Stadt Valetta, Bild in der Waffenkammer des Großmeisterpalastes
Jean de la Vallette-Parisot, Großmeister des Ordens von 1557 bis 1568, Sieger gegen die Türken 1565, Begründer der Stadt Valetta, Bild in der Waffenkammer des Großmeisterpalastes

Der Belagerung von Malta durch das Türkenheer im Jahr 1565 konnte der Malteserorden widerstehen. Aber während der Reformation verloren die Malteser ihre englischen und deutschen, während der Französischen Revolution ihre französischen Besitzungen, dennoch spielte der Orden bis weit ins 19. Jahrhundert hinein in der europäischen Geschichte eine bedeutende Rolle. Im 17. Jahrhundert erlebte Malta mit den Maltesern eine kulturelle Blüte, im 18. Jahrhundert verfielen die Ordenssitten, als Napoleon 1798 in den Hafen einfuhr, wurde die Insel kampflos übergeben; letzter Großmeister des Ordens in Malta war der Deutsche Ferdinand von Hompesch. Nach fast 270 Jahren Ordenspräsenz auf Malta verlagerte sich der Konvent nach Triest und nach einer Zeit an wechselnden Orten - auch unter dem Schutz des russischen Zaren in St. Petersburg, der russische Zar wurde Großmeister - siedelte er 1834 nach Rom über; zu diesem Zeitpunkt hatte Russland sämtliche Güter der Ritter innerhalb seiner Territorien konfisziert.

Regierungssitz der Malteser in Rom
Regierungssitz der Malteser in Rom

Schon auf dem Wiener Kongress 1815 hatte der Orden allen Besitz in Europa verloren. Der Orden hielt an seiner völkerrechtliche Souveränität fest, der Regierungssitz in Rom ist auch heute noch exterritoriales Gebiet. Papst Leo XIII. stellte 1879 auch die Großmeisterwürde wieder her; der Großmeister hat volle Souveränität in den weltlichen Dingen, die geistliche Oberaufsicht liegt aber beim Papst.

1859 wurde für die katholischen Ordensritter, die seit der Auflösung des katholischen Großpriorats in Folge der Napoleonischen Säkularisation in Deutschland keine Organisation mehr hatten, die Genossenschaft der Rheinisch-Westfälischen Malteserritter und 1867 der Verein der Schlesischen Malteserritter gegründet. Sie schlossen sich 1992 zur Deutschen Assoziation des Souveränen Malteser-Ritterordens zusammen.

Die Malteser bilden heute eine religiöse Gemeinschaft und einen Ritterorden. Letzterer unterteilt sich in fünf große Priorate und eine Anzahl nationaler Versammlungen, die diplomatische Verbindungen zum Vatikan und verschiedenen Ländern pflegen. 1998 hatte der Souveräne Malteser-Ritterorden mit Sitz in Rom 12.000 Mitglieder in 42 nationalen Assoziationen, er unterhält diplomatische Beziehungen zu 81 Staaten, hat Beobachterstatus in der UNO und ist mit einer Vielzahl von Hilfswerken und Hilfsprogrammen weltweit caritativ tätig; er unterhält Krankenhäuser, Unfallambulanzen sowie Versorgungseinrichtungen für Kriegsopfer und Flüchtlinge.

Wappen der Malteserritter
Wappen der Malteserritter

In Deutschland wurde für die katholischen Ordensritter 1859 die Genossenschaft der Rheinisch-Westfälischen Malteserritter und 1867 der Verein der Schlesischen Malteserritter gegründet, beide schlossen sich 1992 zur Deutschen Assoziation des Souveränen Malteser-Ritterordens zusammen. In Deutschland hatte der Orden im Jahr 2000 rund 500 Ordensritter und 125 Ordensdamen sowie 75 Schwestern. 1953 erfolgte die Gründung des Malteser-Hilfsdienstes durch zwei deutsche Malteser-Assoziationen und den Deutschen Caritasverband. So ist der Orden heute in Deutschland Träger des Malteser-Hilfsdienstes, der 28 Krankenhäuser, Hospize, Alten- und Pflegeheime betreibt, Umsiedler und Asylbewerber betreut, Katastrophenhilfe, Ausbildung in Erster Hilfe, Betreuung Schwerkranker auf Pilgerfahrten, z. B. nach Lourdes, und anderes mehr leistet.

Malteserritter tragen schwarze Mäntel mit dem weißen, achtspitzigen Malteserkreuz. Der Rang des als Prinz angeredeten Großmeisters entspricht dem eines Kardinals.

  Die Malteser im Internet präsentieren sich mit einigen Informationen über den Orden und vielen Seiten über die Arbeit des Hilfsdienstes, auch mit vielen links zu den Organisationen.

  Die Behauptung, der Malteserorden sei ein souveränes Völkerrechtsobjekt, weitgehend einem eigenen Staat gleich, hat ihre Begründung in der Behauptung der historischen Kontinuität des Ordens. Sorgfältige Lektüre der Arbeit von Susanne Frodl, die versucht, die Entwicklung des Souveränen Malteser Ritterordens zum Völkerrechtssubjekt nachzuweisen, zeigt, dass Zweifel an dieser Argumentation aufkommen können.

Der Großmeisterpalast in Valletta ist täglich von 9 Uhr bis 16 Uhr zur Besichtigung geöffnet, der Eintritt beträgt 8 €. Bei staatlichen Anlässen ist nur die Waffenkammer zu besichtigen, der Eintritt beträgt dann nur 6 €. (2017)
Die Konkathedrale St John's in Valletta ist von Montag bis Freitag von 9.30 Uhr bis 16 Uhr und samstags nur bis 12 Uhr, zur Besichtigung geöffnet, der Eintritt beträgt 10 €. (2017)
Das Fort Sant' Angelo in Vittoriosa / Birgu ist täglich von 9 Uhr bis 17 Uhr zur Besichtigung geöffnet, der Eintritt beträgt 8 €. (2017)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 09.06.2017
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:

• Bernhard Maurer: Kampf und Liebe. In: Evangelisches Gemeindeblatt für Württemberg 25/1999
• Broschüre Aus Anlaß des 900jährigen Ordensjubiläums, hg. von der Baden-Württembergischen Kommende des Johanniterordens e.V., Stuttgart 1999