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Ökumenisches Heiligenlexikon

Friedrich Spee

auch: von Langenfeld

Gedenktag katholisch: 7. August

Name bedeutet: der Friedensreiche (althochdt.)

Ordensmann, Priester
* 25. Februar 1591 in Kaiserswerth, heute Stadtteil von Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen
† 7. August 1635 in Trier in Rheinland-Pfalz


Martin Mendgen: Friedrich Spee, 1938, Städtisches Museum Simeonsstift/Stadtbibliothek in Trier
Martin Mendgen: Friedrich Spee, 1938, Städtisches Museum Simeonsstift / Stadtbibliothek in Trier

Friedrich Spee, Sohn des Burgvogtes der Kaiserpfalz in Kaiserswerth Peter Spee, wurde am Jesuitenkolleg Tricoronatum an der Kirche St. Maria Himmelfahrt in Köln ausgebildet, schloss sich 1610 in Trier dem Jesuitenorden an und studierte 1612 bis 1615 Philosophie in Würzburg. Er lehrte dann 1615 bis 1619 an den Gymnasien in Speyer, Worms und Mainz und studierte ab 1619 Theologie in Mainz, wo er 1622 zum Priester geweiht wurde. Seine Bewerbung, als Missionar nach Indien zu gehen, wurde 1617 abgelehnt.

Schon in dieser Zeit dichtete Friedrich Spee Kirchenlieder, seine ersten erschienen in einem 1622 in Würzburg gedruckten Liederbuch. Ab 1623 lehrte er Philosophie am Jesuitenkolleg in Paderborn, ab 1627 am Tricoronatum in Köln. 1628 wurde er nach Peine gesandt, um im Zuge der Gegenreformation die protestantische Bevölkerung wieder zur römisch-katholischen Kirche zurückzubringen, was er erfolgreich tat.

1629 wurde er in Peine bei einem Attentat - vermutlich von Protestanten - lebensgefährlich verletzt. Während seiner Genesungszeit im Kloster Falkenhagen bei Lügde arbeitete er an seiner Schrift Cautio criminalis, Vorsicht beim Urteilen, in der er die damals verbreiteten Hexenprozesse anprangerte. Sie erschien 1631 anonym, Spee wurde aber als Verfasser vermutet und der Rektor des Kollegs in Paderborn entzog ihm den Lehrauftrag; aber der Ordensprovinzial der niederrheinischen Provinz, Goswin Nickel, schützte ihn und Spee erhielt einen Lehrauftrag für Moraltheologie an der Universität in Köln. 1632 erschien eine verschärfte Neuauflage der Cautio criminalis, als Verfasser wurde ein römischer Theologe genannt; der Ordensgeneral der Jesuiten wollte Spee nun aus dem Orden entlassen, aber wieder setzte sich Goswin Nickel für Spee ein und erteilte ihm einen Lehrauftrag für Moraltheologie in Trier. Dort war er auch in der Pflege an pestkranken Soldaten des 30-jährigen Krieges tätig; dabei erkrankte er während einer Epidemie und starb.

Zunächst war Spee von der Existenz von Hexen überzeugt; mit der Bulle Summis desiderantes affectibus In unserem sehnlichsten Wunsch hatte Papst Innozenz VIII. die Hexenverfolgung legitimiert. Durch seine Erfahrungen als Beichtvater von als Hexen Angeklagten änderte Spee seine Meinung und wurde zum Kämpfer gegen die Hexenprozesse. Seine Cautio criminalis verurteilte die Fürsten, Bischöfe, Inquisitoren und Richter nicht pauschal, sondern äußerte Bedenken, deckte Widersprüche auf, wies hin auf falsche Beschuldigungen in Folge der Folter und deckte die wirtschaflichen Interessen der Ankläger auf.

Spee gab mehrere Sammlungen geistlicher Lieder heraus und textete selbst viele Lieder, er ist noch heute im katholischen Gotteslob der häufigste Liedautor. Seine 1649 erschienene Liedsammlung Trutz Nachtigall war gedacht als katholische Antwort auf die Lieder von Martin Luther, der auch als Nachtigall von Wittenberg bezeichnet wurde. Viele der Gesänge von Spee, etwa das Adventslied O Heiland, reiß den Himmel auf (GL 231, EG 7) oder das Weihnachtslied Zu Bethlehem geboren (GL 239, EG 32), das Passionslied O Traurigkeit, o Herzeleid (GL 295, EG 80) und das Osterlied Die ganze Welt, Herr Jesu Christ (GL 332, EG 110) werden auch von evangelischen Christen bis heute gern gesungen.

Bert Gerresheim: Epitaph, 1991, an der Stiftskirche in Kaiserswerth
Bert Gerresheim: Epitaph, 1991, an der Stiftskirche in Kaiserswerth. 1

1980 wurden Friedrich Spees Gebeine in der Jesuitenkirche in Trier entdeckt und in einem römischen Sarkophag neu bestattet. 1991 weihte Joachim Kardinal Meissner zum 400. Geburtstag von Spee einen an der Außenwand der Stiftskirche in Kaiserswerth angebrachten Epitaph ein.

Kanonisation: Die Einleitung eines Verfahrens zur Heiligsprechung ist bislang nicht gelungen.

1 Der Epitaph wird oben abgeschlossen mit Vordenkern und geistigen Nachfolgern Spees sowie Missionaren der Jesuiten: obere Reihe (von links): Bischof Johannes von Chartres († 1180), ein Bekämpfer des Hexenglaubens, Papst Nikolaus I., Margareta Maria Alacoque, Johannes Berchmans, Matteo Ricci, Petrus Claver, Petrus Canisius, Jesus Christus, Ignatius von Loyola, Franz Xaver, Johann Adam Schall von Bell, Aloisius von Gonzaga, Alfred Delp, Bernhard von Clairvaux und Pierre Teilhard de Chardin; Mitte: Clemens von Alexandria und Burchard von Worms; untere Reihe: Agrippa von Nettesheim († 1535), Arzt und Foltergegner, Bonifatius, Ulrich Molitor († 1489), Jurist und Gegener von Hexenprozessen, Prof. Dietrich Flade († 1485), Jurist und als Zweifler an Hexenprozessen hingerichtet, Cornelius Loos († 1598), theologischer Gegner der Hexenprozesse und deshalb im Gefängnis gestorben, Johann Weyer († 1588), Arzt und Protestant und Verfasser eines 1563 erschienen Buches gegen Hexenprozesse, Suitbert, Caspar Ulenberg († 1617), Pfarrer in Kaiserswerth, Johannes Malmuder († 1604), Benediktinerabt in Trier und als Zauberer angeklagt, Adam Tanner († 1632), Jesuit und Unterstützer von unrechtmäßig als Hexen Angeklagten, Paul Laymann († 1635), ebenfalls Jesuit und Unterstützer von unrechtmäßig als Hexen Angeklagten, und Christian Thomasius († 1728), Jurist und Gegner von Hexenprozessen.

Friedrich Spees   Trutz Nachtigall gibt es als Reprint, seine Cautio Criminalis oder Rechtliches Bedenken wegen der Hexenprozesse wurde 2000 neu und ins Deutsche übersetzt herausgegeben.

  Leben und Wirken von Friedrich Spee stellt die schöne Internetsite des Lehrstuhls für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit der Theologischen Fakultät der Universität in Trier dar.

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 15.04.2018

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• http://www.friedrich-spee.de
• Beate Köster: Spee-Bild Düsseldorf-Kaiserswerth, 3. Aufl., Düsseldorf 2002

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.