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Ökumenisches Heiligenlexikon

Paulus' 2. Missionsreise

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Tarsus

Tarsus ums Jahr 50

Tarsus war eine bedeutende Provinzhauptstadt und wichtige Station auf der Handelsroute nach Mesopotamien und in den Osten. Die Stadt war Sitz einer Hochschule und eine Hochburg griechischer Gelehrsamkeit, von der auch Paulus geprägt war. Juden wurden in Tarsus nach der Neugründung der Stadt 171 v. Chr. gezielt angesiedelt, besaßen eine bevorzugte Stellung sowie das Bürgerrecht; Paulus wurde dadurch automatisch römischer Bürger. Berühmt wurde die Stadt durch das Treffen von Pharaonin Kleopatra mit Kaiser Marcus Antonius im Jahr 41 v. Chr. Unter Kaiser Augustus erhielt die Stadt Steuerfreiheit und andere Privilegien.

Paulus in Tarsus

Reste von Paulus' angeblichem Wohnhaus in Tarsus
Reste von Paulus' angeblichem Wohnhaus in Tarsus

Gemeindeentwicklung in Tarsus

Obwohl Paulus die Stadt immer wieder besuchte, wird im Neuen Testament nicht von einer Christengemeinde berichtet. Nachdem eine Gemeinde entstanden war, gingen aus ihr Märtyrer wie Bonifatius, Julian, Julitta und womöglich die Sieben Schläfer hervor, außerdem Patriarch Nektarios von Konstantinopel und der für die englische Kirche prägend wirkende Erzbischof Theodor von Canterbury.

Tarsus touristisch

Heute ist die Stadt eher unbedeutend und schmucklos von Industrie geprägt, wenige antike Denkmale sind sichtbar, Reste byzantinischer Kirchen sind in einigen Moscheen vorhanden. Im ehemals jüdischen Viertel erinnert der Paulus-Brunnen an den Apostel, unweit davon wird sein angebliches Wohnhaus gezeigt; beides stammt tatsächlich aus dem 16. Jahrhundert. Seit längerem bemüht sich die katholische Kirche um die Genehmigung, die im 11. Jahrhundert erbaute Paulus-Kirche wieder als regulären Gottesdienstraum zu nutzen; derzeit gilt die Kirche als Museum, ergänzt durch ein Museum mit Ausstellungsobjekten nebenan; die Kirche kann auch ohne Voranmeldung und ohne Eintrittsgeld besucht werden, Pilgergruppen können in ihr auch ohne weitere Genehmigung Gottesdienste abhalten. Die Kirche kann ohne Eintrittsgeld besucht werden.

römische Provinz Galatien
römische Provinz Galatien

Galatien

Galatien ums Jahr 50

Der keltische Stamm der Galater siedelte ab etwa 230 v. Chr. in Kleinasien, Ankyra - das heutige Ankara - war die Hauptstadt von Galatien. Die Galater hatten kleinasiatische Kulte übernommen, lebten weithin von Kriegs- und Beutezügen und scheuten nicht zurück, Kriegsgefangene zu opfern. 189 v. Chr. besiegten die Römer die Galater und verkauften 40.000 Gefangene als Sklaven; die Besiegten gingen mit Rom ein Bündnis ein. Weil die Galater immer wieder Aufstände wagten, wurden 86 v. Chr. fast sämtliche galatische Adlige ermordet. 25 v. Chr. wurde die damals Angora genannte Stadt Hauptstadt der römischen Provinz Galatien, die sich weiter nach Süden erstreckte als die traditionelle Landschaft Galatien.

Paulus in Galatien

Gemeindeentwicklung in Galatien

Von der Wirksamkeit der Arbeit zeugt Paulus' um 55 an die Gemeinden dieser Gegend geschriebene Galaterbrief. Nach der Gemeindegründung traten Missionare auf, die den Heidenchristen die Zugehörigkeit zur Gemeinde absprachen und Paulus in Misskredit brachten; dagegen hält Paulus fest, dass auch Nichtjuden Christen werden können, weil man das Heil allein durch den Glauben, ohne Unterwerfung unter das mosaische Gesetz, geschenkt bekomme (Galaterbrief 3).

Phrygien war im 2. Jahrhundert Ausgangspunkt der häretischen Lehre des Montanismus, im Jahr 2001 fand man in einem unzugänglichen Flusstal südlich Uşak Reste der Höhlenstadt, die sein Zentrum bildete. Die Provinz war auch Heimat der Märtyrer Ariadne, Pankratius und vielleich Menas, sie diente als Verbannungsort für Hilarius von Poitiers und Paulinus von Trier. Heute sind in diesen Gebieten archäologische Zeugnisse Mangelware. Auch aus Galatien ist wenig überliefert: die Herkunft des Einsiedlers Petrus, der dann in Antiochia lebte; aus Ankyra stammten die Märtyrer Karina und Theodotus mit Gefährtinnen sowie Bischof Basilius von Amasia; im Jahr 314 fand dort eine SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. statt; bedeutsam wurde auch der Bischof der Stadt Basilius.

Galatien touristisch

Reste des Augustus-Tempels mit der angebauten Moschee in Ankara
Reste des Augustus-Tempels mit der angebauten Moschee in Ankara

Aus römischer Zeit sind in Ankara die Ruinen des von Kaiser Augustus ums Jahr der Geburt Christi errichteten Tempels und der Thermen zu sehen. Am Tempel sind die Res Gestae Divi Augusti, die Taten des göttlichen Augustus eingemeißelt, eine in der ersten Person verfasste Darstellung seines Lebens und seiner Verdienste. Theodor Mommsen bezeichnete die Res Gestae als Königin der antiken Inschriften.

Troas

Troas ums Jahr 50

Die Stadt Alexandria Troas - heute Ruinen bei Dalyan - war 310 v. Chr. etwa 25 km südlich des antiken Troja gegründet worden; in römischer Zeit wurde sie ein bedeutendes Handelszentrum mit umliegenden Bergwerken, Salzhandel und dem Hafen und sie beherbergte ein berühmtes Apollon-Heiligtum.

Paulus in Troas

Blick über die Ausgrabungen des Dionysius-Tempels in Troas, erbaut im 1. Jahrhundert
Blick über die Ausgrabungen des Dionysius-Tempels in Troas, erbaut im 1. Jahrhundert

Gemeindeentwicklung in Troas

Troas touristisch

Der Aufschwung von Byzanz, Erdbeben und die Plünderung durch die Goten im Jahr 267 führten zum Niedergang der Stadt. Heute sind noch die Reste der Thermen, die Fundamente des Tempels, Reste eines Amphitheaters sowie Überbleibsel einer vermutlichen Basilika zu sehen. Ausgrabungen sind seit 1993 im Gang;   Einzelheiten dazu berichtet die Universität Münster.

Die Ausgrabungen von Troas können ohne Eintritt besichtigt werden. (2014)

Neapolis

Neapolis ums Jahr 50

Neapolis - das heutige Kavala in Griechenland - war durch Silber- und Goldgewinnung im Lekanis-Gebirge zu Wohlstand gekommen und wurde 168 v. Chr. zur Stadt erhoben.

Paulus in Neapolis

  Neapolis touristisch

Der aus römischer Zeit stammende Aquädukt, ein zweigeschossiges Bogenwerk, prägt heute die Silhouette der Stadt. Eine Kennzeichnung im Pflaster nahe der Nikolaus-Kirche in Kavala erinnert an die Stelle, wo Paulus erstmals seinen Fuß auf europäischen Boden setzte. Im archäologischen Museum der Stadt finden sich heute Funde aus der römischen Zeit, auch aus Philippi.

Philippi

Philippi ums Jahr 50

Via Egnatia in den Ausgrabungen von Philippi
Via Egnatia in den Ausgrabungen von Philippi

Philippi - heute Ruinen bei Krinides - wurde durch Philipp von Makedonien 356 v. Chr. nach seinem Namen umbenannt und ausgebaut. Als Zentrum des Gold- und Silberbergbaus im Pangaion-Gebirge blühte sie auf, bis die Ressourcen erschöpft waren. 42 v. Chr. wurden römische Legionäre angesiedelt, die Stadt erhielt Privilegien und wurde Heimat für in Machtkämpfen in Rom Verbannte. Damit wurde sie ein Schmelztigel unterschiedlichster Religionen und Kulte; verehrt wurden italienisch-bäuerliche Fruchtbarkeitsgötter wie Silvanus, thrakische Götter wie Dionysos oder Apollonius und altägyptische Gottheiten. Philippi lag an der Via Egnatia, die von Byzanz nach Apollonia - heute Ruinen bei Fier in Albanien - führte und deren Fortsetzung nach Überquerung der Adria als Via Appia von Brindisi direkt nach Rom führte; schon mit dem Beginn der Europa-Mission in Philippi wird somit auch deren Endziel deutlich: die Hauptstadt Rom.

„Gefängnis des Paulus” in den Ausgrabungen von Philippi
Gefängnis des Paulus in den Ausgrabungen von Philippi

Paulus in Philippi

Kapelle zur Erinnerung an Lydias Taufe in Philippi; die wohl tatsächliche Stelle liegt etwa 300 m südlich am heute nach Lydia benannten Bach
Kapelle zur Erinnerung an Lydias Taufe in Philippi; die wohl tatsächliche Stelle liegt etwa 300 m südlich am heute nach Lydia benannten Bach

Gemeindeentwicklung in Philippi

Auch in Philippi traten bald schon Judenchristen auf, die Paulus' Lehre ablehnten und die Gemeinde verunsicherten (Philipperbrief 3). Wie der von Paulus wohl 63 aus Rom an die Gemeinde geschriebene Brief deutlich macht, hatten sich enge persönliche Beziehungen zwischen Paulus und der Gemeinde entwickelt; die Gemeinde unterstützte ihn auch finanziell immer wieder (Philipperbrief 4, 15), besonders Evodia wurde zur Unterstützerin der Arbeit von Paulus (Philipperbrief 4, 3). Auch Polykarp von Smyrna schrieb zwei Briefe an die Gemeinde in Philippi. Die Stadt wurde Sitz eines Bischofs, darunter war Theonestos.

Philippi touristisch

Heute kann man die Ruinen der Stadt Philippi besichtigen, darunter die des großen Forums, der Thermen und der Via Egnatia. Aus byzantinischer Zeit stammen die Reste von drei Kirchen: Basilika A war eine der größten Kirchen im alten Griechenland, das Schiff über 40 Meter lang; eine in ihr gelegene Zisterne wird als das Gefängnis verehrt, aus dem Paulus befreit wurde; bei der Entdeckung im Jahr 1876 gab es hier noch Fresken, die diese Geschichte darstellten. Basilika B wurde im 6. Jahrhundert erbaut, aber nie fertiggestellt, weil eine große Kuppel einstürzte. Eine dritte Kirche bei den Thermen zeigt Mosaiken und eine Inschrift aus dem frühen 4. Jahrhundert, die nahelegen, dass die Kirche Paulus geweiht war; darüber wurde um 400 eine größere Kirche errichtet. Außerhalb des ehemaligen Westtores der Stadt ist heute eine Andachtsstätte an die Taufe der Lydia, ergänzt durch ein neues Baptisterium. 300 Meter südlich davon ist am Bach die wohl tatsächliche Stelle der Taufe zu sehen.

Amphipolis

Amphipolis ums Jahr 50

Der „Löwe von Amphipolis”
Der Löwe von Amphipolis

Amphipolis - das heutige Amfipoli - war damals ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und Hauptstadt eines der vier Bezirke von Makedonien.

Paulus in Amphipolis

Amphipolis touristisch

In der heutigen Stadt Amfipoli sind noch Reste der antiken Stadtmauer und der Brücke über den Fluss Strymon zu sehen, außerdem der Löwe von Amphipolis, ein um 300 v. Chr. entstandenes, 18 Meter hohes Grabdenkmal, dazu griechische Wandmalereien in alten Häuserresten und einige Nekropolen. Schon früh muss es ein reges christliches Gemeindeleben gegeben haben, erhalten sind die Fundamente von fünf Basiliken aus dem 5./6. Jahrhundert.

Thessaloniki

Ausgrabungen der Agora in Thessaloniki
Ausgrabungen der Agora in Thessaloniki

Thessaloniki ums Jahr 50

Die Stadt Thessaloniki wurde 315 v. Chr. gegründet durch den mazedonischen Fürsten und General Kassandros, der sie nach seiner Frau, einer Halbschwester von Alexander dem Großen, benannte. Als Kreuzungspunkt der Via Egnatia mit der aus Norden vom Balkan her kommenden Straße war Thessaloniki Handels- und Verkehrszentrum, Hauptstadt der Provinz Makedonien und Sitz des römischen Statthalters. 49 v. Chr. verlegten die Konsuln nach der Flucht aus Rom vor Kaiser Caesar zusammen mit rund 200 Senatoren ihren Sitz nach Thessaloniki.

Paulus in Thessaloniki

Gemeindeentwicklung in Thessaloniki

Schon bald - um 50 - schrieb Paulus von Korinth aus einen Brief an die Christengemeinde in Thessaloniki. Dieser 1. Thessalonicherbrief ist der älteste der echten Paulusbriefe; er ermutigt die Gemeinde. Paulus' lobenden Worte und die Ausfälligkeiten gegen Juden deuten auf die Schwierigkeiten hin, die er in Thessaloniki hatte und die die Gemeinde weiterhin belasteten.

Demetrios-Kirche in Thessaloniki
Demetrios-Kirche in Thessaloniki

Christliche Märtyrer stammen erst aus dem 4. Jahrhundert, so Agape mit Chionina und Irene, eine weitere Irene oder Hortensia; der Stadtheilige Demetrios erlitt sein Martyrium um 304, aber wohl nicht in Thessaloniki. Der erste kirchengeschichtlich bedeutsame Mann aus der Stadt war Patriarch Paulus I. von Konstantinopel, erst im 5. Jahrhundert kam Bischof Abundius von Como von dort. David kam der Überlieferung nach um 500 nach Thessaloniki und verbrachte drei Jahre in harter Askese als Säulensteher auf einem Mandelbaum - wohl noch immer galt es, Zeichen zu setzen. Deutlich später erst wurde Thessaloniki Wirkungsort oder Ausgangspunkt geschichtsbildender Christen: allen voran im 9. Jahrhundert Cyrillus und Methodius, aber auch Joseph Studites, Joseph der Hymnenschreiber und Theodor Studites.

Thessaloniki touristisch

Noch heute ist Thessaloniki eine pulsierende, die zweitgrößte Stadt Griechenlands. Aus antiker Zeit sind Teile des Forums und der Stadtmauer zu besichtigen. Aus dem 4. Jahrhundert stammen die heute sichtbaren Reste der Georg geweihten Kirche, die aus dem Mausoleum des römischen Kaisers entstand. Zu sehen sind auch die im 5. Jahrhundert über römischen Thermen erbaute fünfschiffige Kirche, die dem Märtyrer Demetrios geweiht ist; sie ist die Hauptkirche der Stadt. Ebenfalls aus dem 5. Jahrhundert stammt die heute dem heiligen David geweihte Kirche und das darin erhaltene Mosaik mit der Darstellung eines bartlosen Christus.

Beröa

Beröa ums Jahr 50

Die Stadt Beröa - das heutige Veria/Veroia - erlebte unter Alexander dem Großen ihren Aufschwung. 168 v. Chr., nach der Niederlage der Makedonier, wurde sie römisch, blühte weiter auf und war Sitz des Zusammenschlusses der Mazedonier für kultische Zwecke.

Paulus-Mosaik in Veroia
Paulus-Mosaik in Veroia

Paulus in Beröa

Gemeindeentwicklung in Beröa

Schon bald wurde Beröa Sitz eines Bischofs. Aus der Christengemeinde von Beröa ist die undatierte Märtyrergruppe um Beata bekannt geworden.

Beröa touristisch

Heute sind in Veroia noch Reste der Stadtmauer und der runde Turm erhalten. Die älteste, Petrus und Paulus geweihte Kirche wurde über den Resten einer frühen christlichen Basilika aus dem 5. Jahrhundert erbaut. Das Paulusmonument nahe des Zentrums ist eine moderne Gedenkstätte, die an den Aufenthalt des Apostels erinnert; dort ist der Apostel auf einem Mosaik dargestellt.

Athen

Athen ums Jahr 50

Die Geschichte der Stadt Athen reicht etwa 7500 Jahre zurück, bis in die Jungsteinzeit. Athen wurde die Mutter der abendländischen Philosophie mit den Ideengebäuden von Sokrates und Platon, Aristoteles, Epikur und der Stoa; die Universität stand in hohem Ansehen. Den Höhepunkt seines politischen und kulturellen Einflusses erreichte Athen als Attische Demokratie und Führungsmacht im Attischen Seebund während des 4. und 5. Jahrhunderts v. Chr. Im Jahr 86 v. Chr. wurde Athen ins Römische Reich eingegliedert. Zu Paulus' Zeiten hatte die Stadt nur rund 5000 Einwohner, die Tradition aber war lebendig. Das religiöse Zentrum war die Akropolis, gesellschaftlicher Mittelpunkt die Agora mit der großen Halle der Attalos-Stoa, Tempeln und Monumenten. Oberhalb lag der Areopag-Felsen, auf dem der Gerichtshof tagte, um über Kult, Sitte und Ordnung der Demokratie oder das Münzwesen zu entscheiden.

Paulus in Athen

Areopag-Fels in Athen, von der Akropolis aus gesehen
Areopag-Fels in Athen, von der Akropolis aus gesehen

Gemeindeentwicklung in Athen

Zu den von Lukas berichteten bescheidenen Erfolgen der Rede des Paulus in Athen gehört die Bekehrung einer einzigen Frau, der Damaris, und eines Mitglieds des Areopags namens Dionysius, den die Überlieferung zum ersten Bischof der Stadt machte und unter dessen Name später ein anonymer Schriftsteller schrieb. Als früher Bischof der Stadt werden auch Publius von Malta und Quadratus überliefert; der römische Gemeindevorsteher Hyginus, neunter in der Liste der Päpste, stammte wohl aus Athen, auch Clemens von Alexandria wurde um 150 wohl in Athen geboren, kam aber erst auf Reisen zum Glauben. Im 2. Jahrhundert beurteile Lucian von Samosata die Christen als harmlose, abergläubische Sekte. Basilius der Große und Gregor von Nazianz erhielten (nur) ihre philosophische Ausbildung in der Stadt. Im 2. Jahrhundert erlebte Athen den Höhepunkt seiner profanen Entwicklung; 267 wurde es von Germanen erobert, aber die Stadt blieb auch in der Spätantike bedeutend. Im 3. Jahrhundert stammte der römische Bischof Sixtus II., im 4. Jahrhundert Bischof Rufillus von Forlimpopoli aus Athen. Nun wurde auch Bischof Vigilius hier ausgebildet. Tatsächlich setzte sich das Christentum in Athen erst im 5. Jahrhundert durch, Anfang des 6. Jahrhunderts ließ Kaiser Justinian I. alle Tempel in Kirchen umwandeln, 529 wurden auf seine Anweisung hin die letzten Philosophenschulen geschlossen. Nach der offiziellen Einführung des Christentums erhielt Theodor von Canterbury hier seine Ausbildung. Nun waren auch Söhne vornehmer Familien wie Ägidius Christen. Papst Zacharias stammte aus Athen, auch Kaiserin Eirene.

Im 6. Jahrhundert verlor sich der Einfluss der Stadt, Ende dieses Jahrhunderts endete die antike Phase der Stadtgeschichte durch Einfälle der Slawen; es folgte eine dunkle Zeit. Erst im 9. Jahrhundert wurde Athen Bischofssitz mit dem Parthenon als Bischofskirche. Im 4. Kreuzzug wurde Athen - nach der Einnahme Konstantinopels, des heutigen Ístanbul, - 1204 fränkisches Herzogtum, 1392 kamen die Türken, die sich 1456 endgültig durchsetzten. Bei der Unabhägigkeit Griechenlands 1830 war Athen ein unbedeutendes Provinzstädtchen. Heute gibt es zahlreiche Kirchen, darunter 24 byzantinische, die ältesten aus dem 11. Jahrhundert.

Athen touristisch

Heute ist Athen die Hauptstadt von Griechenland, ein Touristenmagnet mit ihrer Fülle antiker Zeugnissse und Monumente. Die Agora und der Platz auf dem Areopag sind als archäologische Stätten zu besichtigen, eine Fülle von Kirchen beeindrucken den Besucher.

Korinth

Korinth ums Jahr 50

Die um 900 v. Chr. an der Landenge zwischen Festland und Peloponnes gegründete Stadt Korinth war eine weltoffene Hafen- und Handelsstadt, Mutterstadt vieler Kolonien und unter den Römern Hauptstadt der Provinz Achaia, die fast das ganze heutige griechische Festland umfasste. Wie für solche Hafenstädte typisch war Korinth geprägt von großen sozialen Unterschieden und galt als Sündenpfuhl Griechenlands.

Paulus in Korinth

Der Brunnen der Glauke, im Hintergrund der Apollon-Tempel in Korinth
Der Brunnen der Glauke, im Hintergrund der Apollon-Tempel in Korinth
„Bema”, die Rednertribüne, von der möglicherweise auch Paulus aus zu den Korinthern gesprochen hat
Bema, die Rednertribüne, von der möglicherweise auch Paulus aus zu den Korinthern gesprochen hat

Gemeindeentwicklung in Korinth

Nach Paulus' Weggang blieben Silas und Timotheus bei der Gemeinde; letzterer wurde später durch Titus ersetzt. Von der dynamischen, aber auch konfliktreichen Entwicklung der Gemeinde und ihrer Bedeutung für Paulus zeugen auch die Briefe, die er an die Gemeinde schrieb. Im 1. Korintherbrief nimmt er Stellung zu Streitigkeiten und Spaltungen in der Gemeinde, die auch durch das Auftreten von Irrlehrern verursacht waren (Kap. 1 - 4), außerdem werden sittliche und Eheprobleme behandelt (Kap. 5 - 7), Fragen der kultischen Reinheit und rechter Feier des Abendmahls (Kap. 8 - 11), zur Einheit der Gemeinde und rechter Predigt (Kap. 12 - 14), schließlich umfassend die Auferstehungshoffnung der Christen entfaltet (Kap. 15). Neben Paulus kam der Überlieferung zufolge auch einer der sieben Diakone der Urgemeinde in Jerusalem, Timon, zur Mission nach Korinth. Der von Paulus bekehrte Korinther Justus hingegen wirkte missionarisch in Süditalien, was die Ausstrahlung der Gemeinde deutlich macht. Als Bischof von Korinth ist Dionysios bezeugt, als Märtyrer Victorinus und Gefährten.

Korinth touristisch

Korinth besteht heute aus der neuen Stadt und der archäologischen alten. Dort gibt es mannigfache Zeugnsse aus der Antike, so den um 550 v. Chr. gebauten Apollontempel oder die Peirenequelle mit Quellhaus. Im Museum befinden sich auch Funde aus der alten Synagoge.

Kenchreä

Kenchreä ums Jahr 50

9 km östlich der Stadt Korinth lag ihr Hafen Kenchreä - heute Ruinen bei Korinth. Von hier wurden die Waren auf dem Landweg nach Lechaion - heute ein Stadtteil von Korinth - befördert und dort wieder eingeschifft, womit man sich den nicht ungefährlichen Umweg um den Peloponnes ersparte.

Paulus in Kenchreä

Reste des Isis-Tempels und der frühchristlichen Basilika
Reste des Isis-Tempels und der frühchristlichen Basilika

Gemeindeentwicklung in Kenchreä

Außer der kurzen Nachricht über die Diakonin Phoebe wissen wir nichts von der Gemeinde. Nach den Schilderungen des antiken Schriftstellers Apuleius gab es im 2. Jahrhundert einen Isis-Tempel, an dem lebhafter Betrieb herrschte - schlechte Vorraussetzungen also für ein entwickeltes Gemeindeleben.

Kenchreä touristisch

Reste des Hafens und seiner Gebäude aus römischer Zeit sind erhalten, darunter ein Isis-Heiligtum, über dem später eine frühchristliche Basilika errichtet wurde.

Ephesus

Ephesus ums Jahr 50

Ephesus - heute Ruinen bei Selçuk - war schon in früher Zeit eine wohlhabende Stadt. Im 7. Jahrhundert v. Chr. von den Kimmeriern zerstört, wurde sie im 6. Jahrhundert von Lyderkönig Krösus neu aufgebaut und mit einem Artemis-Tempel ausgestattet, der zu den sieben Weltwundern gehörte. Die Gelehrten Thales von Milet und Heraklit, der Tradition nach auch Dichter Homer, lebten in der Stadt. Unter Lysimachos wurde die Stadt um 300 v. Chr. erneut verlegt, ein neuer Hafen und die hellenistische Mauer entstanden. Um 190 v. Chr. kam die Stadt unter römische Herrschaft und wurde Hauptstadt der Provinz Asia.

Paulus in Ephesus

Gemeindeentwicklung in Ephesus

Ephesus touristisch

Die „Kuretenstraße” in Ephesus, die Prozessionsstraße, an der zahlreiche Tempel lagen; im Hintergrund die wiederaufgebaute Fassade der Celsus-Bibliothek
Die Kuretenstraße in Ephesus, die Prozessionsstraße, an der zahlreiche Tempel lagen; im Hintergrund die wiederaufgebaute Fassade der Celsus-Bibliothek

Das hellenistische Ephesus ist ein Touristenmagnet mit seinen reichen antiken Zeugnissen: erhalten sind Reste eines Gymnasiums, des Stadions, der Hafenstraße mit Gymnasium und Thermen, das große Amphitheater, die Agora und die Fassade der Bibliothek des Celsus, der Tempel der Serapis, die Scholastikathermen, das Nymphäum, das Prytaneion sowie das Odeion mit der Stierkopfhalle. Zu besichtigen sind auch gut erhaltene Reste der Marienkirche, die auf eine römische Basilika aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. zurückging und in der das bedeutende Konzil von Ephesus stattfand, außerdem Reste der Johannes-Basilika; sie war ursprünglich seine mächtige Grabeskirche, dann in konstantinischer Zeit eine dreischiffige, 80 m lange christliche Basilika, schließlich seit Kaiser Justinian eine 130 m lange, kreuzförmige Kirche mit fünf großen Kuppeln, die im 14. Jahrhundert durch ein Erdbeben zerstört wurde. Der Überlieferung zufolge birgt sie Johannes' Grab. In der Ebene sind die Fundamente des Weltwunders Artemis-Tempel zu besichtigen, im Museum die prachtvolle Kultstatue der Fruchtbarkeitsgöttin Artemis. Das angeblich letzte Wohnhaus der Maria, das Meryem ana Evi, in dem sie demnach starb, liegt am Bülbül-Dag, etwa 6 km von den Ausgrabungsstätten entfernt.

Die Ausgrabungsstätten von Ephesus können jeden Tag besichtigt werden, zwischen April und Okrober von 8 Uhr bis 19 Uhr, zwischen November und März von 8 Uhr bis 17 Uhr; der Eintritt beträgt 10 €; der besonders bedeutsame Komplex der Wohnhäuser an der Kuretenstraße ist im Sommer nur bis 17.30 Uhr geöffnet, hier wird extra 6 € Eintritt verlangt. (2013)

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 14.09.2015
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Quellen:
• Die Reisen des Paulus. Katholisches Bibelwerk Stuttgart o.J. (2000)
• Newsletter von Radio Vatikan – 21. Juni 2010